Landwirtschaft / Verkehr

An den Bauern kommt am Montag keiner einfach so vorbei

Triptis.  In Triptis sammeln sich hunderte Traktoren aus Thüringen und Bayern, um in zwei kilometerlangen Konvois über die Autobahn nach Berlin zu fahren,

Ein Eindruck von einem der Bauernproteste im Oktober. So ähnlich dürfte es am Montag an der Sammelstelle in Triptis aussehen.

Ein Eindruck von einem der Bauernproteste im Oktober. So ähnlich dürfte es am Montag an der Sammelstelle in Triptis aussehen.

Foto: Stefan Sauer / dpa

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Am Montag, 25. November, kommt es im Bereich der Autobahnanschlussstelle Triptis zu Einschränkungen des üblichen Verkehrs. Grund ist eine Protestaktion der Landwirte. Darauf weist Gunnar Jungmichel, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Saale-Orla, hin. Seine Angaben bestätigt die Autobahnpolizeiinspektion Hermsdorfer Kreuz.

So werden sich am Montag im Laufe des Tages nach und nach Landwirte aus Ostthüringen sowie verschiedenen bayerischen Regionen mit Traktoren auf dem Fliegl-Gelände unweit der Autobahnauffahrt Triptis sammeln. Um 12 Uhr und um 17 Uhr wollen sie dann jeweils in Kolonne über die Autobahn in Richtung Berlin aufbrechen. Am Dienstag, 26. November, wollen Bauern aus ganz Deutschland in der Bundeshauptstadt nämlich klarmachen, dass sie mit der aktuellen deutschen Landwirtschaftspolitik nicht einverstanden sind.

Für die polizeilich abgesicherte Sternfahrt der Landwirte in Richtung Berlin wird es am Montag zu kurzzeitigen Sperrungen der Autobahnauffahrt Triptis kommen. Es muss auch mit einer Verlangsamung des Verkehrs auf der Autobahn A9 gerechnet werden. Denn die Trecker werden in den beiden kilometerlangen Konvois wohl mit durchschnittlich 35 km/h gen Norden rollen.

Am Montagmittag wollen in Triptis etwa 350 Traktoren starten, darunter auch jene aus dem Saale-Orla-Kreis, am späten Nachmittag noch einmal 250. Zwischenziel der Gleichgesinnten ist Beelitz, wo man übernachten will, um am Dienstagmorgen dann zum Brandenburger Tor aufzubrechen.

Die Rückfahrt werde am Mittwoch erfolgen und da dürften die Traktoren wiederum das Tempo auf der Autobahn drosseln. Die Landwirte wollen auch auf diesem Wege klarmachen, dass keiner einfach so an ihnen vorbei kommt.

„Wir haben es satt, dass über unsere Köpfe hinweg und praxisfern Landwirtschaftspolitik betrieben wird“, sagt Jungmichel. „In vielen Dingen werden den Bauern die wirtschaftlichen Grundlagen ohne Ausgleich beschnitten.“ Er wisse von vielen Betrieben, dass sie aufgrund agrarpolitischer Interventionen ökonomisch am Limit seien, so der Kreisbauernchef. Ständig neue Handlungsspielraumeinschränkungen würden gerade die offiziell so gern gewünschten landwirtschaftlichen Familienbetriebe in den Ruin treiben.

„In vielen Dingen, beim Natur- und beim Tierschutz, wollen wir ja mitmachen“, versichert Jungmichel. „Aber es redet keiner mit uns, und das kann so nicht weitergehen.“

Auf den Weg nach Berlin werden sich mindestens 20 Traktoristen aus dem Saale-Orla-Kreis machen, überschlägt er. Dittersdorf, Knau und Ludwigshof seien einige der Genossenschaften aus dem Orlatal und Oberland, die mindestens eine Maschine bereitstellen. Aber auch Einzelbauern würden sich mit ihren Treckern anschließen. Weitere Landwirte fahren am Dienstag mit Bussen in die Bundeshauptstadt und hier sei beispielsweise die Oppurger Genossenschaft dabei.

Unter dem Motto „Land schafft Verbindung“ organisieren sich derzeit bundesweit Landwirte, weil sie durch die derzeitige Umwelt- und Landwirtschaftspolitik des Bundes nicht nur ihre Wirtschaftskraft, sondern auch den sozialen Frieden im ländlichen Raum gefährdet sehen. Die für den 26. November geplante Demonstration soll der mächtigste Bauernprotest seit langer Zeit werden, resümiert Jungmichel.

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