Radeln gegen den Wind

Frömmstedt  15. Tour de Frömmschdt trifft Unstrutradwandertag. „Goldene Luftpumpe“ geht an Arterns Bürgermeister

Der Weg ist das Ziel. Da waren die ganz Eiligen schon fast raus aus Sömmerda. Den entspannten Start bevorzugten auf dem Sömmerdaer Markt viele Genussradler auch bei der 15. Tour de Frömmschdt

Der Weg ist das Ziel. Da waren die ganz Eiligen schon fast raus aus Sömmerda. Den entspannten Start bevorzugten auf dem Sömmerdaer Markt viele Genussradler auch bei der 15. Tour de Frömmschdt

Foto: Peter Hansen

„Genau 1111, wir haben nachgezählt“, sagte Mitinitiator Winfried Bergmann im Festzelt am Zielort der 15. Tour de Frömmschdt – und das Augenzwinkern war herauszuhören, obwohl er angab, schwer zu atmen, weil er nicht wie im Vorjahr aufs E-Bike gestiegen war. „Das war etwas übermütig“, gestand er nach dem Pedalritt ein.

Doch selbst wenn es nicht exakt die schnapszahlige Marke war: Es waren wieder viele. Sehr viele sogar. Und das trotz der Konkurrenz durch Schuleinführung und andere Feste.

„Das ist toll“, lobte Steffen Sauerbier. Der Bürgermeister der Stadt Roßleben-Wiehe ist Vorstandsvorsitzender des Unstrut-Radweg-Vereins – und dessen 9. Unstrut-Radwandertag hatten die Frömmstedter in diesem Jahr quasi mit vereinnahmt. Ergebnis der Kooperation war ein – neben Sömmerda – zweiter größerer Startort. Über 100 Radwanderfreunde machten sich von Artern aus auf den Weg. Matthias Bergmann gab den Tour-Guide. „Beim ersten Start in Sömmerda waren es vor 15 Jahren auch erst einmal 200 – und dann ist es gewachsen“, war er mit der Premiere auch trotz einigen Zeitverzugs zufrieden.

Der starke und böige Wind machte arg zu schaffen. „Vor allem hinter Kannawurf wurde der richtig heftig“, berichtete Lothar Pach aus Battgendorf, der die Tour zum Aufwärmen für eine zweitägige Expedition auf dem Unstrut-Werra-Radweg nutzte. „Dafür hab’ ich auf dem Heimweg Rückenwind“, gewann er der Wetterlage doch noch etwas Positives ab.

So richtig zu meckern gab es ja auch nichts. Es blieb trocken. Der Schönwetter-Pakt, den die Frömmstedter irgendwann mal schlossen, scheint sich automatisch zu verlängern.

Steffen Sauerbier nutzte, am Tag nach seinem 44. Geburtstag sowie zwischen Bartholomäusmarkteröffnung in Wiehe und einer Schuleinführungsfeier die große Bühne am Tour-Zielort, um Arterns Bürgermeister Torsten Blümel die „Goldene Luftpumpe“ zu überreichen. Sie ist Symbol dafür, dass Artern 2021 Gastgeber des 10. Unstrut-Radwandertags sein wird. Dann will Sauerbier („Das liegt ja näher!“) auch selbst per Drahtesel anreisen. Und Blümel sagte zu, Winfried Bergmanns Bitte nach einer künftig jährlichen Start-Ort-Rolle seiner Stadt nachkommen zu wollen – inklusive eigener aktiver Beteiligung.

Gedankt wurde beim halbrunden Jubiläum den weiteren Erfindern der Tour; Frank Ortner, Maik Eßer, Ralf „Ralli“ Setzepfand und Hartmut Sölter. Für einen gab es einen „Langzeitgutschein“: Wann der für ein Fußballspiel HSV gegen Schalke wohl eingelöst werden kann?

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