1000 Eichen für die Goldleite

Andrea Hellmann
| Lesedauer: 2 Minuten
Lars Schneegaß von der Sondershäuser Firma Merten gehörte zu den Kollegen, die am Mittwoch im Possenwald beim Pflanzen von 1000 jungen Eiche halfen.

Lars Schneegaß von der Sondershäuser Firma Merten gehörte zu den Kollegen, die am Mittwoch im Possenwald beim Pflanzen von 1000 jungen Eiche halfen.

Foto: Andrea Hellmann

Sondershausen.  Aufforstung im Possenwald gelingt durch Unternehmensspende und tatkräftige Vereinshilfe.

Trockenheit, Borkenkäfer, Windbruch – den Fichten, die auf einem Waldstück in der Goldleite im Possenwald standen, hatten die vergangenen Jahre so zugesetzt, dass sie am Ende gefällt werden mussten. Auf dem Areal, etwa ein Viertel Hektar groß, stehen seit Mittwoch neue Bäume. 1000 junge Eichen haben die Mitarbeiter von Thüringen Forst unter Mithilfe des Sondershäuser Kulturwald-Vereins und von sechs Beschäftigten der Firma Merten, einer Tochterfirma des Eletronikkonzerns Schneider Electric, gepflanzt. 3000 Euro spendierte die Firma und bezahlte nicht nur die Bäume, sondern auch den Zaun zum Schutz der Jungpflanzen.

Mitarbeiter ergreifen die Initiative und wollen weiter pflegen

Die Idee zu dem Projekt hatten Thomas Brandt und Nancy Lustermann. Seit einigen Jahren gebe es im Unternehmen die Möglichkeit, Umweltschutzprojekte zu unterstützen. Die Initiative gehe von den Mitarbeitern aus, erzählt Nancy Lustermann. Die beteiligen sich in diesem Fall und packen mit an. Auch zur Pflege der neuen Bäume, das haben sie sich überlegt, wollen sie im Nachgang etwas beitragen.

Bei Thüringer Forst freut man sich über die Unterstützung aus der Wirtschaft. Zu viele Waldflächen habe man in den vergangenen Jahren aufgrund der Trockenheit oder durch den starken Borkenkäferbefall verloren, erzählt Förster Ralf Hubert. Sie alle wieder aufzuforsten, werde mehrere Jahre und vor allem Geld kosten. Über das Sponsoring freut sich auch der Kulturwaldverein. „Die Bereitschaft, sich für die Natur einzusetzen, finden wir gut“, sagt Peter Morich vom Verein. Auch er war am Mittwochmorgen in den Possenwald gekommen, um Pflanzlöcher zu graben. Im Abstand von 2 Meter mal 2,50 Meter kamen die kleinen Eichen in den Boden.

„Am Anfang sollen die Bäume relativ eng wachsen, um an Höhe zu gewinnen“, erzählt Ralf Hubert. Das sei gut für die Speicherung von Kohlendioxid. In 400 Jahren werden auf der Fläche vielleicht noch 20 Eichen stehen. Aber das sei ok, so Hubert.

Die Eiche sei ganz bewusst gewählt, um den Eichenanteil in diesem Gebiet zu erhöhen. Die Art gelte aber auch als Klimabaum, mit ihren tiefen Wurzeln komme sie auch in trockenen Zeiten besser zurecht. Zudem sei ökologisch wertvoll, weil sie vielen Arten Lebensraum bietet, erzählt Ralf Hubert. Die Eiche sei einer der ersten Bäume gewesen, die nach der Eiszeit hier wieder wuchsen. Viel Zeit für Lebewesen, sich mit ihr zu arrangieren. Die Buche beispielsweise wachse erst seit 3000 Jahren.