Babett Pfefferlein von den Grünen beginnt kommende Woche ihre Sommertour. Die CDU-Landtagskandidaten Silvana Schäffer und Stefan Schard überreichen dagegen bereis seit Wochen Geschenke an die Schwimmbäder der Region und besuchen fleißig Vereinsfeste. Die beiden müssen sich in diesem Sommer besonders anstrengen. An ihnen liegt es, ob die CDU noch einmal ihre beiden Direktmandate zur Landtagswahl am 27. Oktober verteidigen kann.

Mandate, die seit 1990 fest in Hand der CDU sind. Nach dem Rückzug von Gudrun Holbe und Manfred Scherer tritt mit Stefan Schard und Silvana Schäfer die jüngere Generation an. Während Schard als Kreisvorsitzender der CDU und durch seine, wenn auch gescheiterten Kandidaturen ums Bürgermeisteramt in Sondershausen und als Beigeordneter im Landkreis, schon durchaus bekannt ist im Landkreis, ist Silvana Schäffer bislang vor allem den Bad Frankenhäusern als engagiertes Stadtratsmitglied ein Begriff.

Neben den Neuen der CDU versuchen auch Babett Pfefferlein (Güne), Dorothea Marx (SPD) und Dietmar Strickrodt (Linke) erneut ihr Glück, ein Direktmandat zu gewinnen. Die Frauen vertreten den Kyffhäuserkreis dank gutem Listenplatz und Nachrückerglück bereits im Landtag. Die Fünfte im Bunde der Landtagsvertreter ist Iris Martin-Gehl, die über die Linke-Liste in den Landtag kam und später ein Wahlkreisbüro im Kyffhäuserkreis eröffnete. Im Oktober tritt sie direkt an.

Ob Mario Merten aus Rottleben von den Freien Wählern wieder antreten wird, ist derzeit noch nicht klar. Die Freien Wähler aber denken über Kandidaturen für beide Wahlkreise nach, kündigte Merten an.

Erstmals schickt auch die AfD zwei Kandidaten ins Rennen. Zur Landtagswahl 2014 war die AfD im Landkreis nicht direkt angetreten. Jens Cotta aus Artern, der als Sprecher der AfD im Kreis fungiert und seit Kurzem im Kreistag sitzt, bewirbt sich. Ebenso wie der bislang politisch unauffällige Ralf Köhler aus Holzthaleben. Das muss aber nichts heißen. Die Wahlergebnisse der AfD zur letzten Bundestags- und Landratswahl haben der CDU gehörig zugesetzt. Nur knapp lag Manfred Grund zur Bundestagswahl im Kyffhäuserkreis bei der Erststimme vor dem AfD-Kandidaten.

Zwei Kandidaten will auch die FDP noch bis zum Ende der Meldefrist am 22. August um 18 Uhr küren. Zwei Bewerber gebe es bereits. Die Mitglieder müssten aber noch abstimmen, erklärte die FDP-Kreisvorsitzende Thekla Lottermoser.

Im östlichen Kyffhäuserkreis wollen erstmals die Grünen um Stimmen werben und haben einen Kandidaten aufgestellt, auch wenn Paul Maaß in Erfurt heimisch ist. Der junge Mann ist Jurist. Die SPD, die im Landkreis zwar Spitzenpositionen besetzt, schwächelt bei der Wahl zum Landtag schon länger. Im Ostkreis soll es wieder einmal ein Feuerwehrmann richten. Nach Uwe Ludwig aus Ritteburg versucht es dieses Mal Stephan Rückebeil aus dem Frankenhäuser Ortsteil Seehausen für die Sozialdemokraten. Und sorgt damit gleichzeitig im Dorf für ein politisches Duell mit Silvana Schäffer (CDU).

Ob Dorothea Marx ihren Platz im Landtag bei den derzeit immer schlechter werdenden Umfrage-Ergebnissen der SPD behalten kann, dürfte sehr knapp werden mit Listenplatz 8. Babett Pfefferlein könnte dagegen von der Euphoriewelle für die Grünen in den Landtag getragen werden. Listenplatz 7 könnte dieses Mal auch ohne Nachrücker reichen.

Andrea Hellmann