Spielfeste gibt es in mehreren Städten, doch mit seinem Schatz an weit mehr als 1000 verschiedenen Brett- und Kartenspielen und einer kontinuierlich gepflegten Spielkultur steht das Mon Ami in Weimar ziemlich einzigartig da. Im Vorjahr sind wieder 30 neue Spiele hinzugekommen, informiert Jana Deumelandt, Mitarbeiterin im Mon Ami. Diese Spiele wie auch alle weiteren des in mehr als 20 Jahren aufgebauten Schatzes stehen am Samstag und Sonntag, 18. und 19. Januar, 14 bis 20 Uhr, beim 21. Spielkulturfest zur Auswahl. Darunter auch das Kennerspiel des Jahres 2019 „Flügelschlag“, das mit dem Kritikerpreis ausgezeichnete „Carpe diem“ und das als Kinderspiel des Jahres nominierte „Go Gecko go“.

„Zum Jahresende fragen wir bei den Verlagen an, ob sie uns mit Neuerscheinungen berücksichtigen können“, erklärt Helfried Schmidt, künstlerischer Leiter des Mon Ami. Seit drei Jahren steige die Bereitschaft zur Unterstützung wieder an“, beobachtet er. Der Trend, nur noch digital zu spielen, sei gestoppt worden. „Beim Spielen lernt man viele lebenspraktische Dinge, lernt, miteinander zu kooperieren und zu kommunizieren, aber auch zu verlieren“, erläutert Schmidt, wie Spielen die soziale Kompetenz fördert. Beim Spielkulturfest wie auch bei den monatlich veranstalteten Spielzeiten können zudem neue Kontakte gewonnen werden, wenn beispielsweise einander zuvor fremde Mitspieler an einem Spieltisch sitzen.

Durch den zauberhaften Spielewald leiten die Spielleiter des Kinder- und Jugendzirkus Tasifan sowie die Familien Schumacher aus Jena und Moeller aus Halle/Saale. „Für alle Altersgruppen ist etwas dabei“, weist Jana Deumelandt darauf hin, das sich im Spieleschatz für jeden das Passende findet. Am beliebtesten seien Kinderspiele und natürlich die Neuerscheinungen. Einer von vielen Höhepunkten dürfte neben zahlreichen Mitmachaktionen ein Siedlerturnier zu „Siedler von Catan“ sein.

Was hat sich in zwei Jahrzehnten im Spielverhalten von Jung und Alt verändert? „Vor 10 Jahren war der Vormarsch der elektronischen Spiele deutlich zu spüren“, sagt Helfried Schmidt. Seit drei Jahren sei eine Trendwende bemerkbar. Jetzt kehren die Leute zu den alten Werten zurück, registriert er. Auch Schulklassen, Horte und Kindergärten nutzen den Spielefundus des Mon Ami. Das Angebot werde vor allem in den Ferien gern wahrgenommen.