Erster Corona-Fall wird im Weimarer Klinikum behandelt

Weimar.  Asbach-Sporthalle ist ab Mittwoch neues Infektionszentrum für Menschen, die der Hausarzt nicht behandeln kann

Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen und die Stadt Weimar betreiben ab Mittwoch, 25. März, in der Asbach-Sporthalle ein Zentrum zur Diagnose von Infektionskrankheiten..

Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen und die Stadt Weimar betreiben ab Mittwoch, 25. März, in der Asbach-Sporthalle ein Zentrum zur Diagnose von Infektionskrankheiten..

Foto: Jens Lehnert

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Am Weimarer Sophien- und Hufeland-Klinikum wird seit Montagabend der erste Corona-Fall stationär behandelt. Das bestätigte dieses auf Anfrage unserer Zeitung. Die betroffene Person werde unter strengster Isolation auf der eigens für solche Fälle geschaffenen Station medizinisch versorgt. Angaben zu Geschlecht, Alter und Schwere der Erkrankung gab es mit dem Verweis auf den Datenschutz nicht.•„Alle aktuellen Infos im Corona-Liveblog“

Der erste stationäre Corona-Fall sei „auf eine bestens vorbereitete ärztliche und pflegerische Mannschaft und auf optimale räumliche Bedingungen sowie eine adäquate apparative Ausstattung“ getroffen, betonte das Klinikum. Trotz der Lieferengpässe bei Schutzausrüstungen seien diese am Klinikum noch ausreichend vorhanden. Für die Zukunft setze es auf eine hinreichende Verteilung der entsprechenden Güter vom Bund an die Länder.

Unabhängig vom ersten stationären Corona-Fall in Weimar bieten die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen und die Stadt Weimar nun eine weitere Möglichkeit, um Infektionskrankheiten zu diagnostizieren. Am Mittwoch, 25. März, nimmt um 12 Uhr in Weimars Asbach-Sporthalle am Stadion ein Infektionszentrum seinen Betrieb auf.

Hierher können sich Menschen aus Weimar und Umgebung wenden, die unter Infektionssymptomen wie Husten, Fieber, Kopfschmerzen oder sonstigem Unwohlsein leiden, sich damit in ärztliche Behandlung begeben wollen, vom eigenen Hausarzt aus Gründen des Infektionsschutzes derzeit aber nicht untersucht werden können. Das Infektionszentrum ist montags bis freitags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Es kann ohne vorherige telefonische Anmeldung aufgesucht werden.

Die Kassenärztliche Vereinigung beschäftigt für diese Art der Infektionssprechstunde einen fest angestellten Arzt sowie Pfleger und Schwestern. Der Besuch soll wie jener in einer Arztpraxis – wenngleich unter besonderen Vorkehrungen zum Infektionsschutz – ablaufen. Die Chipkarte der jeweiligen Krankenkasse ist mitzubringen. Bei jedem Patient wird zunächst die Temperatur gemessen. Zudem erhält er einen Mundschutz sowie Händedesinfektion und nimmt anschließend in einem separaten Wartezimmer Platz.

Im Anschluss wird wie üblich die Krankenvorgeschichte aufgenommen. Danach folgt die Untersuchung durch den Arzt. Ergibt sich daraus ein begründeter Verdacht, dass es sich um eine Corona-Infektion handeln könnte, wird der Mediziner über einen Abstrich entscheiden, der vor Ort vorgenommen werden kann. Aus Gründen der Vorsorge sind den Patienten, die sich einem solchen Test zu unterziehen haben, separate Behandlungsräume und ein separater Hallenausgang vorbehalten. Wird eine andere Infektion, etwa eine Grippe, diagnostiziert, wird der Patient natürlich auch daraufhin behandelt, erhält, falls erforderlich, ein Rezept und Genesungshinweise.

„Wer unter Infektionssymptomen leidet, sollte sich dennoch weiterhin zuerst an seine Hausarztpraxis wenden, am besten zuerst telefonisch“, sagte Lisa Schiffer, die für die Kassenärztliche Vereinigung das Infektionszentrum betreut. Erst wenn der Hausarzt die Behandlung aktuell nicht gewährleisten könne, etwa, weil der entsprechende Infektionsschutz nicht vorhanden sei oder er selbst von Quarantänemaßnahmen betroffen ist, sei der Weg zum Infektionszentrum der richtige.

Darüber hinaus haben die weiteren Anlaufstellen für Patienten in Weimar Bestand: Die Telefon-Hotlines des städtischen Gesundheitsamtes und der Kassenärztlichen Vereinigung richten sich insbesondere an jene, die als Kontaktpersonen von Corona-Patienten gelten beziehungsweise an Urlaubsrückkehrer mit Symptomen. Für entsprechende Tests werden auf diesem Wege Termine für Abstriche vereinbart.

Für diejenigen, denen es so schlecht geht, dass sie glauben, sich in stationäre Krankenhaus-Behandlung begeben zu müssen, hat Weimars Klinikum überdies die Fieberambulanz eingerichtet (unsere Zeitung berichtete gestern).

Auch im Weimarer Land haben die Kassenärztliche Vereinigung und der Landkreis inzwischen weitere konkrete Maßnahmen zur Infektionsdiagnose ergriffen. Ab Donnerstag, 26. März, ist in Apoldas Dreifelderhalle die erste Abstrichstelle für Corona-Tests im Kreisgebiet tätig. Deren Dienste können Bürger allerdings nur dann in Anspruch nehmen, wenn sie vom Gesundheitsamt des Kreises, von der Kassenärztlichen Vereinigung oder von ihrem Hausarzt zum Testen dorthin geschickt werden. In der kommenden Woche soll eine weitere Abstrichstelle in Bad Berka eingerichtet werden.

Die Zahlen in der Region entwickeln sich unterschiedlich: Im Weimarer Land stieg die Zahl der bekannten Erkrankten von 14 auf 15 (Stand Dienstag 16 Uhr) wiederum leicht an. In Weimar indes kamen 7 Fälle hinzu, am Dienstag um 19 Uhr waren damit 20 bestätigt.

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