„Ja!“ schallte durch die sonst eher ruhigen Räume des Museums für Ur- und Frühgeschichte Thüringens. In den Herbstferien begleitete das Museumsmaskottchen Archie, eine Maulwurfspuppe, 18 Kinder mit und ohne Behinderung auf einer Reise durch die Steinzeit. Das Abenteuer wurde möglich durch finanzielle Unterstützung der Aktion Mensch und eine Kooperation des Museums mit dem Lebenshilfe-Werk Weimar-Apolda.
Ein Schwerpunkt war das mehrsinnliche Erfassen der Umwelt und Geschichte. Wie kalt war es in der Eiszeit? Wie roch es in einem jungsteinzeitlichen Haus? All diesen Fragen konnten die Kinder auf ihrer Entdeckungstour nachgehen. Fünf Tage tauchten sie mit allen Sinnen in das damalige Leben ein.
Bei einem Rundgang im Museum erklärte Archie, geführt von Museumspädagogin Manuela Tiersch, wie es früher hier aussah, welche Tiere und Pflanzen es gab und dass warme und kalte Phasen herrschten. Danach lauschten die Kinder am Lagerfeuer der Geschichte des kleinen Mammuts und seinen Abenteuern in der Eiszeit.
Doch wie überlebten die Menschen, ehe sie sesshaft wurden? Das konnten alle im archäologischen Freigelände Ehringsdorf erforschen: Mit Museumsmitarbeiter Christian Kögler übten sich die Kinder im Jagen mit Speerschleuder, Pfeil und Bogen, durch das gemeinsame Sammeln wurde der altsteinzeitliche Speiseplan mit Haselnüssen und Beeren verfeinert. An einem anderen Tag entstanden unter der geübten Hand von Rudolf Wendling Werkzeuge aus Feuerstein, die die Kinder einsetzten, um ihre gesammelten Schätze etwa zu Schäften für Pfeile oder kleinen Schmuckstücken zu verwandeln. Ganz ruhig wurde es, als er mit Pyrit und Feuerstein ein Feuer entfachte.
Der Rest der Woche wurde den Errungenschaften der Jungsteinzeit gewidmet. Beim kräftezehrenden Mahlen des Mehls, beim Handspinnen und Töpfern erfuhren alle, wie viel Zeit und Energie der Alltag erforderte.
Das Projekt wird 2020 fortgesetzt. Am 28. April startet zudem ein sechstägiges inklusives Steinzeit-Projekt für Erwachsene. Anmeldungen über das Lebenshilfe-Werk Weimar-Apolda.
TA


