Der große Moment rückt näher – und fühlt sich für Josie Hofmann noch immer ein wenig unwirklich an. Jahrelang hat die Eisschnellläuferin aus Gera auf diesen Augenblick hingearbeitet, nun steht die Reise zu den Olympischen Winterspielen Mailand–Cortina 2026 unmittelbar bevor. Zwischen Teamverfolgung, Massenstart und letzten organisatorischen Details spricht die 29-Jährige über ihren ungewöhnlichen Weg vom Inlinesport aufs Eis, mentale Herausforderungen, die Bedeutung ihres Teams – und darüber, warum Olympia für sie kein Traumurlaub, sondern harte Arbeit ist.
Wie fühlt man sich kurz vor der Abreise zu Olympia?
Vor ein paar Tagen war das alles noch sehr fern. Man trainiert so lange darauf hin, und es heißt immer: in zwei Jahren, in einem Jahr – und plötzlich geht es am Samstag los. Das ging jetzt schnell. Noch ist es ein wenig surreal, aber ich freue mich riesig. Gerade heute, bei der Verabschiedung im Verein, wird es langsam Realität. Auch all die organisatorischen Dinge im Hintergrund zeigen: Jetzt wird es wirklich, jetzt geht es los.

Seit wann wissen Sie offiziell, dass Sie dabei sind?
Erst seit dem 20. Januar. An dem Tag kam die offizielle Nominierung durch den DOSB. Unsere letzten Qualifikationsrennen waren zwar schon Ende 2025, aber man muss trotzdem abwarten, was am Ende entschieden wird.
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Wovon hing die Nominierung konkret ab?
Zum einen gibt es Startplätze vom Weltverband, die man sich erlaufen muss. Gleichzeitig hatte der deutsche Verband klare Normen ausgeschrieben: zweimal Top 15 und einmal Top 8. Diese Platzierungen mussten wir in vier Weltcuprennen im November und Dezember erreichen. Diese Rennen waren ausschließlich dafür da – sowohl für den Startplatz als auch für die Norm.

In welchen Disziplinen gehen Sie an den Start?
In der Teamverfolgung über drei Kilometer und im Massenstart.
„Ich fahre nicht zu Olympia, um einfach nur dabei zu sein.“
Josie Hofmann, Deutsche Eisschnellläuferin aus Gera.
Wo rechnen Sie sich die größten Chancen aus?
In der Teamverfolgung. Da spielen auf jeden Fall eine Rolle. Wir haben extrem viel dafür trainiert. Unser Fokus liegt darauf, am Tag X unsere beste Leistung zu zeigen. Ich reise nicht mit dem Gedanken an eine Medaille an – aber es ist möglich. Olympia hat seine eigenen Regeln. Wichtig ist, dass ich Freude an dem habe, was ich mache, mich auf mich konzentriere, und dann schauen wir, was herauskommt.
Mit wem teilen Sie im Olympischen Dorf das Zimmer?
Gute Frage. Das weiß ich bislang nicht. Wie die Zimmer aufgeteilt sind, entscheidet sich erst vor Ort.
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In einer Woche beginnen die Olympischen Spiele, wann geht es für Sie los?
Von Gera jetzt erst einmal wieder nach Berlin und von dort am Samstag dann gemeinsam mit allen Eisschnellläufern nach Mailand. Ich freue mich riesig!
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Steckbrief: Josie Hofmann
Geburtstag: 10. Dezember 1996
Geburtsort/Heimatort: Gera.
Verheiratet: seit Oktober 2022 mit dem ehemaligen Eisschnellläufer und Trainer Daniel Greig.
Sportart: Eisschnelllauf.
Verein: Crimmitschauer PSV, RSV Blau-Weiß Gera.
Trainingsstützpunkt: Berlin
Disziplinen: Teamverfolgung (3000 Meter), Massenstart
Trainer: Alexis Contin.
Sportlicher Hintergrund: Wechsel vom Inline-Speedskating zum Eisschnelllauf mit 18 Jahren.
Berufliches: Abgeschlossenes Studium, Weiterbildung zur Ernährungsberaterin.
Besonderheit: Erste Wintersport-Olympia-Teilnehmerin aus Gera.






