Der Mann in blau: Kay Seifarth ist Sprecher des Bambini-Cups in Gera

Teltow/Gera.  Stimme des Sports: Kay Seifarth erzählt, wie er zu seinem Jackett gekommen ist und warum der 22. Bambini-Cup ein ganz besonderer ist

Auf Augenhöhe: Kay Seifarth als Sprecher des Bambini-Cups. 

Auf Augenhöhe: Kay Seifarth als Sprecher des Bambini-Cups. 

Foto: Beate Pauli

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Seit 15 Jahren ist Kay Seifarth die Stimme des Bambini-Cups. Und da sein Sohn Elias im Bambini-Alter ist, wurde mit den Geraern verabredet, dass der RSV Eintracht 1949 heute erstmals beim Turnier in der Panndorfhalle aufläuft.

Nicht nur der Siebenjährige, auch der Papa ist aufgeregt. Zum einen freut er sich, dass es mal wieder in die alte Heimat geht, zum anderen hofft er, dass der Sohnemann ein gutes Turnier spielt und der Verein gut abschneidet. „Ich möchte das gar nicht an die große Glocke hängen, dass mein Sohn mitspielt“, sagt der 37-Jährige. Im Bambini-Alter komme es darauf an, „dass die Kids Spaß am Fußball haben“. Kay Seifarth möchte als Moderator keinen hervorheben, den Kids vermitteln, „dass jeder für sich etwas Besonderes ist, eine gute Leistung gebracht hat. Die Besten setzen sich früher oder später eh durch – und dann sollen sie gefeiert werden, erst dann.“

Obwohl er in Teltow wohnt, ist der Bambini-Cup für ihn ein Heimspiel. Kay Seifarth spielte bei OTG 1902 Gera Tischtennis und Fußball, wurde als 17-Jähriger Fußball-Schiedsrichter. Als eines Tages ein Sprecher für den Bambini-Cup gesucht wurde, ließ er sich nicht lange bitten. „Der Bambini-Cup ist ein tolles Turnier. Die einzigartige Stimmung auf dem Parkett überträgt sich auf die Tribüne.“ Und wenn eines der Kids mal gefoult wird, dann muntert er den kleinen Kicker auf, ein Beifall von den Rängen lässt die Schmerzen schnell vergessen.

Als Moderator und Organisator hat er sich längst einen Namen gemacht. In Berlin bei Hertha BSC buchte man den Ostthüringer als Hallensprecher, im Stadion der Freundschaft war seine Stimme zu hören, als Schalke 04 und Erzgebirge Aue aufliefen.

Als Zollbeamter in der Generalzolldirektion in Potsdam ist er unter anderem verantwortlich für das Zollhundewesen, organisiert und moderiert auch die Zollhunde-Meisterschaften. Als 2017 bei den Titelkämpfen in Salem am Bodensee der für das Event vorgesehene Moderator nicht zurechtkam, wurde Kay Seifarth per Befehl von ganz oben zum Sprecher dienstverpflichtet. „Ich war gar nicht drauf vorbereitet, musste aber einspringen.“

Für diesen Anlass hatte er gar keine Kleidung eingepackt. Er machte sich zum örtlichen Herrenausstatter auf und erstand ein blaues Jackett – und seither ist das gute Stück so etwas wie sein Markenzeichen.

Vor der Fahrt nach Gera ging die Jacke noch einmal in die Reinigung – sicher ist sicher.

Die Serie

In unserer Reihe „Stimme des Sports“ stellen wir in loser Folge Hallen- und Stadionsprecher aus allen Region vor

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