DFB fordert Drittligisten auf, Druck auf Landesregierungen auszuüben

Jena.  Der Deutsche Fußball-Bund informiert schon die Fernsehsender über den Spielplan, obwohl die politische Freigabe nicht vorliegen. Zur Not sollen die Vereine andere Stadien suchen.

Der Deutsche Fußball-Bund hat gegenüber den Fußball-Drittligisten angekündigt, die Saison nach der Corona-Zwangspause ab dem 30. Mai fortzusetzen. Und das ungeachtet der politischen Verfügungslagen im jeweiligen Bundesland. Zugleich erging die Aufforderung des DFB an die Vereine, von den Bundesländern die Freigabe der dritten Liga zu verlangen. Die entsprechenden Pläne lässt der DFB von seinem Präsidium in einem Umlaufbeschluss absegnen, der bis Himmelfahrt-Mittag vorliegen soll.

„Umgehend auf politische Verantwortungsträger zugehen“

In dem Schreiben an alle Vereine heißt es: „Darüber hinaus möchten wir die Klubs in den Bundesländern, welche bisher keine Öffnung für das Mannschaftstraining und/oder den Spielbetrieb zulassen, dringend dazu auffordern, im eigenen, aber auch im Interesse der übrigen Teilnehmer und der gesamten 3. Liga umgehend auf die politischen Verantwortungsträger zuzugehen, um auf eine Öffnung im Sinne einer Wettbewerbssicherung hinzuwirken.“ Entsprechende Anträge und Genehmigungen seien in Kopie an den DFB zu reichen, heißt es in der internen Mail, über die bereits die Bild-Zeitung und die Deutsche Presse-Agentur berichtet hatten.

Vereine, die keine Freigabe erreichen, müssen dem DFB eine Ersatzspielstätte melden. Der Verband bietet seine Unterstützung bei der Suche an, weist aber darauf hin, dass die Verantwortung bei den Vereinen liegt – und damit auch die Kosten für die Ersatzspielstätte.

Fernsehsendern lag Spielplan vor, als die Vereine noch nicht informiert waren

Bevor die Mail an die Vereine herausgegangen war, hatte der DFB nach Informationen unserer Zeitung schon den zeitgenauen Spielplan für den ersten Spieltag an die Fernsehsender weitergereicht. Die ersten Spiele sind demnach am Samstag, 30. Mai, geplant. Um diesen Termin zu realisieren, müssten die Vereine bereits an diesem Wochenende ihr siebentägiges Hygienetrainingslager beziehen. Dabei steht bislang nur ein Teil der Klubs im Mannschaftstraining. Voraussetzung sind auch zwei Negative Corona-Testreihen.

In Thüringen bleiben Mannschaftstraining und Spiele bis mindestens 5. Juni verboten. Der Tabellenletzte FC Carl Zeiss wäre deshalb gezwungen, ohne vorheriges Mannschaftstraining elf Spiele in einem Monat zu absolvieren – und zunächst auch nur in fremden Stadien. Der Mannschaftsarzt warnt vor Pflichtspielen ohne Mannschaftstraining, weil er eine erhebliche Verletzungsgefahr sieht.

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