FC Carl Zeiss Jena: Matti Langer kennt das Aufstiegsrezept

Jena.  Beim FC Rot-Weiß Erfurt lernte er das Fußballspielen – nun will er dem FC Carl Zeiss Jena in der Regionalliga helfen: ein Interview mit Matti Langer.

Matti Langer (30) ist vom Chemnitzer FC zum FC Carl Zeiss Jena gewechselt.

Matti Langer (30) ist vom Chemnitzer FC zum FC Carl Zeiss Jena gewechselt.

Foto: Tino Zippel

Mit Matti Langer (30) ist ein Spieler mit Erfurter Wurzeln beim FC Carl Zeiss Jena in die Vorbereitung eingestiegen. Im Interview spricht er über die Beweg­gründe für seine Entscheidung, in die Regionalliga zu wechseln, und ob er Ärger mit Rot-Weiß-Fans befürchtet.

Warum haben Sie sich für den FC Carl Zeiss Jena entschieden?

Ich hatte beim Chemnitzer FC eine gute Zeit mit dem Aufstieg. Leider stand zum Ende auch das negative Erlebnis mit dem Abstieg. Jena hat sich frühzeitig um mich bemüht, wir hatten sehr gute Gespräche. Ich bin schon 30 Jahre alt, man hat mir eine gute Perspektive aufgezeigt. Und der Weg zur Familie in Erfurt ist nicht mehr so weit.

„Ich bin nicht so der Bratwurst-Esser“

Und hier in Thüringen gibt es auch bessere Bratwürste.

Ich bin nicht so ein Bratwurst-Esser. Aber wenn ich eine esse, dann zuhause.

Apropos Erfurt: Sie haben das Nachwuchsleistungszentrum des Erzrivalen FC Rot-Weiß Erfurt durchlaufen. Hat es Überwindung gekostet, nach Jena zu wechseln?

Solche Konstellationen gehören doch im Fußball dazu. In der Jugend hatte ich viele schöne Jahre in Erfurt, aber da liegt nun viel Zeit dazwischen, so dass mein Wechsel nicht so viele stören sollte.

Die Freundin spielt in Ungarn

Sie sind mit Chemnitz am letzten Spieltag abgestiegen. Nur zwei Tore fehlten zum Klassenerhalt. Haben Sie das inzwischen verdaut?

Wir haben es nicht im letzten Spiel vergeigt, sondern in den Partien zuvor. Wir hatten die Punkte liegengelassen durch Pech und schlechte Chancenverwertung. Ich war im Urlaub bei meiner Freundin in Ungarn, die dort Handball spielt (Anmerkung der Redaktion: Alicia Stolle, einst beim Thüringer HC). Dort konnte ich gut abschalten vom traurigen Erlebnis mit dem knappen Abstieg. Aber das ist nun abgehakt. Ich möchte mit Jena erfolgreich sein.

In diesem Jahr gibt es einen direkten Aufstiegsplatz in der Regionalliga Nordost, viele Teams rüsten auf. Was ist entscheidend?

Ein guter Start ist wichtig, um Selbstbewusstsein zu tanken. Mit Chemnitz waren wir damals auch ein bunt zusammengewürfelter Haufen. Uns ist eine Serie von 15 Siegen in Folge gelungen. Das wäre schön, wenn es mit Jena auch gelingt. Realistisch planen kann man damit natürlich nicht.

Wegen der besonders kurzen Vorbereitungszeit?

Da kann ich nur für mich sprechen. Ich stehe noch voll im Saft, hatte nur zweieinhalb Wochen Pause. Die Fitness habe ich in dieser Zeit nicht verloren. Ich freue mich, endlich wieder auf dem Platz zu stehen.

Was unterscheidet die dritte Liga von der Regionalliga?

Sie hatten 2019 mit dem Chemnitzer FC den Aufstieg aus der Regionalliga geschafft. Worin liegt der größte Unterschied zur dritten Liga?

Im Gegensatz zur dritten Liga haben wir in der Regionalliga häufiger den Ball, müssen uns auf tiefstehende Gegner einrichten und im Ballbesitz Lösungen finden. In der dritten Liga war es gerade gegen die Spitzenmannschaften wie den MSV Duisburg oder Bayern München II oft andersherum.

Jena geht mit einem jungen Team an den Start. Was können Sie als erfahrener Spieler einbringen?

Ich bin ein ruhiger Typ, gerade außerhalb des Platzes. Wenn es mal hektisch wird, kann ich Ruhe reinbringen und Hinweise geben. Ich habe schließlich fußballerisch schon einiges erlebt.

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