FC Carl Zeiss Jena: Gremien diskutieren über Aus für Trainer Rico Schmitt

Jena.  Hinter den Kulissen brodelt es beim Fußball-Drittligisten FC Carl Zeiss Jena: Noch beraten die Entscheidungsträger.

Rico Schmitt, Trainer des FC Carl Zeiss Jena.

Rico Schmitt, Trainer des FC Carl Zeiss Jena.

Foto: Tino Zippel

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Die Stimmung beim FC Carl Zeiss Jena ist angespannt. Trainer Rico Schmitt steht nicht nur wegen des öffentlich gewordenen, unsachlichen Wut­anfalls in der Kabine in der Kritik. Das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft gilt als belastet. Doch noch haben die Verantwortlichen keine gemeinsame Linie gefunden, wie sie damit umgehen – und schweigen auf Anfragen.

Am Dienstag stand Schmitt normal auf dem Trainingsplatz, war schlecht auf die Medien zu sprechen. „Sie treibt wohl die Sensationsgier her“, rief er dem Reporter dieser Zeitung zu, der er am Tag zuvor eine Antwort auf die Frage, wie er den Kabinenvorfall sah, schuldig geblieben war. Auch Fotos der öffentlichen Einheit untersagte er wenig später. Auf dem Programm standen Hindernisläufe in Verbindung mit Torabschluss. Nachverpflichtung Joy-Lance Mickels von Wacker Nordhausen war mit am Ball. Schmitt feuerte alle Spieler bei ihren Übungen an – auch Marius Grösch, den er vorigen Freitag in der Kabine im Beisein anderer aufs Gröbste angegangen war.

Schmitt eckte in der Vergangenheit bereits an

Am Dienstagabend auf dem FCC-Neujahrsempfang sagte Schmitt: „Es fällt im Fußball auch mal das eine oder andere harte Wort.“ Er habe das Thema anderthalb Stunden später ausgeräumt. In Braunschweig sei Grösch einer der besten gewesen, lobte Schmitt.

Der selbstbewusste Fußballlehrer pflegt einen akribischen, bisweilen aber sehr speziellen Stil. In der Vergangenheit eckte er bereits an. So eskalierte laut einem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung der Streit mit Torwarttrainer Bernd Jayme beim Halleschen FC; Jayme musste schließlich gehen. Doch am Saisonende folgte ihm auch Schmitt.

Seit Oktober trainiert der 51-Jährige den FC Carl Zeiss, holte in elf Spielen zwölf Punkte mit dem Team, das zuvor nach elf Spielen nur einen Zähler auf dem Konto hatte. Der Abstand auf die Nichtabstiegsplätze beträgt damals wie heute zwölf Punkte. Schmitts Schnitt fortgesetzt, landet die Mannschaft bei 30 Zählern – der Abstieg ist bei dieser Punktzahl nur im Fall mehrerer Lizenzentzüge zu verhindern.

Co-Trainer René Klingbeil soll an Bord bleiben

Als sicher gilt bereits, dass die Jenaer keine Zusammenarbeit mit Schmitt in der Regionalliga anstreben. Die Verantwortlichen überlegen deshalb, den Weg für die Zukunftslösung zu ebnen, um einen neuen Mann aktiv in die Kader­planung einzubeziehen. Auf jeden Fall soll Co-Trainer René Klingbeil an Bord bleiben.

Am Mittwoch um 11 Uhr ist ein Trainingsspiel gegen den ZFC Meuselwitz angesetzt.

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