FC Carl Zeiss Jena: Spielbetrieb in Regionalliga unrealistisch

Jena/Meuselwitz.  Vor der Bund-Länder-Entscheidung zu weiteren Corona-Maßnahmen zeigen sich der FC Carl Zeiss Jena und der ZFC Meuselwitz skeptisch in Sachen Wiederaufnahme des Spielbetriebes.

Leere Ränge im Ernst-Abbe-Sportfeld.

Leere Ränge im Ernst-Abbe-Sportfeld.

Foto: Tino Zippel

Sowohl der FC Carl Zeiss Jena als auch der ZFC Meuselwitz rechnen nicht damit, dass die Regionalliga Nordost in diesem Kalenderjahr noch ein Spiel absolviert. Am Freitag wird der Fortgang des Spielbetriebes ein Thema auf der Präsidiumssitzung des Nordostdeutschen Fußballverbandes.

Vier Spieler beim ZFC Meuselwitz an Corona erkrankt

An der Sitzung nimmt mit Hubert Wolf der Präsident des ZFC Meuselwitz teil. Er sieht nur eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Die Infektionszahlen seien nicht signifikant zurückgegangen. „Wer den Lebensunterhalt mit dem Sport bestreitet, sollte eine besondere Behandlung bekommen, aber nur im Rahmen dessen, was die gesellschaftliche Situation hergibt“, sagt Wolf. So gebe es Zeichen, dass regelmäßige Corona-Tests eine Bedingung für den Spielbetrieb werden könnten. „Doch monatliche Kosten von 30.000 Euro wären für Vereine, die einen Etat von 700.000 bis eine Millionen Euro haben, nicht zu stemmen“, sagt Wolf, in dessen Team vier Spieler am Coronavirus erkrankt waren – teils mit starken Symptomen wie Schüttelfrost und hohem Fieber.

Corona-Testreihen für Vereine zu teuer

„Von den Vereinen getragene Testreihen sind in der Regionalliga aus finanziellen Gründen nicht möglich“, sagt der Geschäftsführer des FC Carl Zeiss Jena, Chris Förster, und hofft auf schnelle Planungs­sicherheit. „Aus unserer Sicht wäre es vernünftig, sich zwischen Weihnachten und Neujahr erneut über die Lage auszutauschen und dann zu beschließen, wie es im neuen Jahr weitergehen soll.“

Der Spielausschuss des Nordostdeutschen Fußballverbandes hatte entschieden, ab 4. Dezember den Spielbetrieb in der Regionalliga wieder aufzunehmen. Einen früheren Start verhinderte die fehlende Freigabe für den Spielbetrieb aus Berlin und Sachsen-Anhalt. Allerdings zeichnet sich ab, dass die Bundesländer am Mittwoch eine Verlängerung der Lockdown-Maßnahmen vereinbaren. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die beiden Bundesländern den Spielbetrieb in der vierten Liga erlauben.