FC Carl Zeiss Jena will Deutschen Fußball-Bund verklagen

Jena.  Der Fußball-Drittligist wehrt sich gegen Strafen wegen Pyrotechnik-Einsatz der Fans. Selbst der Zweitligist Hamburger SV zeigt Interesse an der Klage.

Pyrotechnik setzten die Jenaer Anhänger in der Südkurve auch im DFB-Pokal gegen Union Berlin ein.

Pyrotechnik setzten die Jenaer Anhänger in der Südkurve auch im DFB-Pokal gegen Union Berlin ein.

Foto: Tino Zippel / OTZ

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Der FC Carl Zeiss Jena zieht gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) vor ein ordentliches Gericht. Der Fußball-Drittligist will sich mit diesem Schritt gegen die Strafen für Pyro-Zündeleien zur Wehr setzen. Der Club hatte bereits erfolglos durch alle Sportgerichtsinstanzen des DFB geklagt und will nun vor einem unabhängigen Gericht seine Auffassung durchsetzen. Doch wieviel kostet eine solche Klage?

„Wir haben in den Gremien entschieden, diesen Weg zu gehen“, sagt der Geschäftsführer der Spielbetriebsgesellschaft, Chris Förster. Von Beginn an habe der FC Carl Zeiss damit gerechnet, vor ein ordentliches Gericht ziehen zu müssen. „Wir hatten nicht erwartet, dass der DFB uns vorher Recht einräumt. Wir mussten aber alle Instanzen durchschreiten, um nun diesen Schritt gehen zu können“, erläutert Förster. Aus seiner Sicht haben die Verfahren keine Erkenntnisse gebracht.

Rechtsgrundsatz „Keine Strafe ohne Schuld“ verletzt?

Die Jenaer berufen sich auf den Rechtsgrundsatz „Keine Strafe ohne Schuld“. Demnach haben sie aus ihrer Sicht alle Maßnahmen getroffen, um Pyrotechnik bei Spielen zu verhindern. Förster glaubt, dass selbst beste Kontrollen das Abbrennen nicht verhindern können. Er verweist darauf, dass selbst bei Spielen unter Aufsicht des DFB, wie beispielsweise beim Pokalfinale in Berlin, Bengalo brannten.

Im Ursprungsverfahren ging es um Strafen von 24.900 Euro. Doch im Laufe der vergangenen Saison und dieser Spielzeit sind weitere Urteile dazugekommen. Der DFB hat bereits 70.000 Euro aus den Fernsehgeldern einbehalten. Weitere Strafen fürs Fehlverhalten der Anhänger in den Spielen beim KFC Uerdingen und gegen den Halleschen FC sind noch nicht berücksichtigt.

Kosten im mittleren vierstelligen Bereich

Förster rechnet in der ersten Instanz vor dem Zivilgericht mit Kosten im mittleren vierstelligen Bereich. Allerdings ist davon auszugehen, dass der Verlierer den weiteren Rechtsweg bestreitet und damit weitere Gerichtskosten anfallen.

Der FCC-Geschäftsführer steht in Kontakt mit dem Hamburger SV, der ebenfalls eine Klage vor einem Zivilgericht gegen die Pyrostrafen erwogen hat. Möglicherweise wollen auch andere Clubs die Jenaer beim Musterprozess unterstützen. Der HSV hat laut „Hamburger Abendblatt“ seit 2011 eine Gesamtstrafe von 1,2 Millionen Euro an den DFB gezahlt.

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