FC Carl Zeiss Jena: Zu müde fürs Spaßprogramm in Bad Blankenburg

Bad Blankenburg.  Wie Trainer Dirk Kunert die Spieler des FC Carl Zeiss Jena in Bad Blankenburg auf Trab hält und warum zwei Neue gleich aussetzen müssen.

Zugang Can Düzel (6. von links) ist beim Trainingscamp in Bad Blankenburg dabei.

Zugang Can Düzel (6. von links) ist beim Trainingscamp in Bad Blankenburg dabei.

Foto: Peter Scholz

Zeit zum Genießen der Umgebung bleibt keine: Mit zwei Trainingseinheiten pro Tag und einem morgendlichen Waldlauf obendrauf will Trainer Dirk Kunert die Mannschaft auf Touren bringen. Die Landessportschule in Bad Blankenburg (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) bietet die passenden Bedingungen für den Regionalligisten. Zwei Spieler müssen aber vorerst kürzer treten.

Entwarnung bei Schlüsselspieler

Matti Langer wird nach seinem unglücklichen Sturz im Testspiel gegen Weimar zunächst nur leicht trainieren. Zumindest atmen sie beim FC Carl Zeiss auf, dass er sich nichts gebrochen hat.

Auch Kevin Wolf muss sich gedulden. Der 24-Jährige wechselte aus der zweiten Mannschaft von Hannover 96 nach Thüringen. „Alle, die aus der Regionalliga kommen, haben sich darüber gefreut, dass es wieder losgeht“, sagt der Rechts­verteidiger. Er hatte sich mit Laufen, Krafttraining und Stabilisierungsübungen in den vergangenen Wochen und Monaten fitgehalten – Spiele waren seit März in den Ligen unterhalb der dritten Liga nicht möglich.

Nach der Belastung der ersten Woche plagen ihn muskuläre Probleme im Oberschenkel. „Ich hoffe, dass ich Mitte des Trainingslagers wieder einsteigen kann“, sagt Wolf, der von einem Kulturschock nach dem Wechsel aus Hannover nach Jena nicht sprechen mag. „Ich fühle mich nach kurzer Zeit schon wohl. Jena gefällt mir gut, vor allem die Berge, die es in Hannover nicht gibt“, sagt Wolf, der 14 Jahre lang im Nachwuchsleistungszentrum und in der zweiten Mannschaft der 96er gespielt hatte.

Wechselgrund: Zuschauerträchtige Spiele

Wolf trainierte zwar ab und an mit den Profis, für den Sprung nach oben habe aber das Quentchen Glück gefehlt, wie er sagt. Er freut sich, nach fünf Jahren die Liga zu wechseln, statt die bekannten Stadien der Regionalliga Nord jene im Nordosten kennenzulernen. „Mich haben die zuschauerträchtigen Spiele gereizt“, sagt Wolf und spricht voll Vorfreude über die Partien gegen den Chemnitzer FC oder Lok Leipzig.

Bachelorarbeit wird nebenbei geschrieben

Parallel zum Studium ist der Spieler auch an der Leibniz-Universität fleißig. Er schreibt gerade seine Bachelorarbeit. Thema: Disruptive Innovation, also Neuheiten, die in einer Branchennische entstehen und so Verbreitung finden. Nach Abgabe der Arbeit trennen ihn nur noch ein, zwei Klausuren von seinem Abschluss, den er spätestens im kommenden Sommer erreichen will. Mit dem Fußball in Jena sei der Studienabschluss in Hannover vereinbar, sagt der Sportler, der in Bad Blankenburg zunächst ein Spezialprogramm absolviert.

Im Camp will sich Probespieler Tobias Stoßberger empfehlen. Der 20-jährige Offensivmann durchlief den Nachwuchs bei der Spielvereinigung Unterhaching und gehörte zuletzt zum Kader der zweiten Mannschaft des 1. FC Nürnberg in der Regionalliga Bayern. Neben jenen U21-Spielern, die bereits zum Testspiel gegen Weimar Einsatz­zeiten bekamen, reisten auch die Talente Kevin Kratzsch, Leart Jasiqi und Max Leon Horack mit in die Landessportschule.

Das findet in Bad Blankenburg außer Training statt

Anders als im vergangenen Jahr unter Lukas Kwasniok plant Trainer Dirk Kunert keine übermäßigen Spaßveranstaltungen. Einen gemeinsamen Grillabend werde es geben, bei denen die Spieler selbst die Würste auflegen. Mehr ist vorerst nicht geplant: „Die meisten werden müde vom Tagesprogramm sein.“

Das könnte Sie auch interessieren: