RWE-Trainer Alois Schwartz: Nicht locken lassen

Der Trainer vom Fußball-Drittligisten FC Rot-Weiß Erfurt, Alois Schwartz, setzt im Nachholspiel gegen den SV Babelsberg 03 auf Disziplin - und wohl wieder auf Andreas Sponsel im Tor. Im Gespräch mit Marco Alles äußert er sich zu Dominick Drexler, Rafael Czichos und einer Übungseinheit unter Flutlicht.

Alois Schwartz treibt seine Mannschaft an. Gegen Babelsberg 03 soll der zweite Heimsieg in Folge für Rot-Weiß Erfurt her. Foto: Sascha Fromm

Alois Schwartz treibt seine Mannschaft an. Gegen Babelsberg 03 soll der zweite Heimsieg in Folge für Rot-Weiß Erfurt her. Foto: Sascha Fromm

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Am heutigen Dienstag, 19 Uhr, empfängt Ihre Mannschaft den SV Babelsberg 03. Folgt dem 3:2 über Chemnitz ein weiterer Sieg?

Wir hoffen natürlich alle, dass wir den Schwung mitnehmen können. Aber die Babelsberger sind eine harte Nuss. Ich habe sie am Freitag beim 1:0 in Unterhaching gesehen: Sie spielen diszipliniert, sind kompakt und lauern auf ihre Chance. Wir dürfen uns nicht locken lassen.

Klingt wie ein Geduldsspiel?

Für uns wird die ganze Saison ein Geduldsspiel. Wir haben zwar jetzt einen wichtigen Sieg eingefahren, aber es muss weitergehen. Gegen Babelsberg gilt es, die gleichen Tugenden wie am Samstag zu zeigen; nämlich um jeden Zentimeter kämpfen, auch mal umsonst laufen und keinen Ball verloren geben.

Wird Andreas Sponsel erneut zwischen den Pfosten stehen?

Das werde ich erst am Spieltag entscheiden. Andi hat seine Sache gegen Chemnitz gut gehalten. Aber auch Marcus Rickert hatte vorher nichts verkehrt gemacht. Dieser Wechsel war eine Bauchentscheidung, nachdem er fast die ganze Woche nicht trainiert hatte. Fest steht aber auch: Ständige Wechsel sind auf dieser Position nicht sinnvoll.

Also bleibt Sponsel im Tor?

Das haben Sie gesagt.

Tut Ihnen die Auswechslung von Dominick Drexler leid?

Was heißt leidtun? Es geht hier ums nackte Überleben. In erster Linie ging es darum, den Sieg nach Hause zu bringen. Natürlich habe ich Verständnis für seine Enttäuschung, dass er ein- und ausgewechselt wurde. Das wäre ich ja auch. Er hatte sicher gute Aktionen nach vorn, offenbar aber nicht genug Luft in der Rückwärtsbewegung. Vielleicht war es ein Fehler von mir, ihn nach seiner Krankheit schon weiter zu sehen, als er tatsächlich war. Aber das werden wir unter vier Augen besprechen.

Ist Rafael Czichos nach abgesessener Sperre wieder dabei?

Ihn hatte letzte Woche auch ein Infekt außer Gefecht gesetzt. Wir müssen sehen, ob er kräftemäßig schon wieder so weit ist.

Hat er - wie von Präsident Rolf Rombach erwogen - eine interne Geldstrafe bekommen?

Wir haben darüber gesprochen, uns aber dagegen entschieden. Er hat zwei dumme Fouls begangen - und nicht gemeckert oder den Ball weggeschlagen. Solche Disziplinlosigkeiten können wir uns nicht mehr erlauben und werden sie auch bestrafen.

Der Klubchef fordert bis zum Jahresende 20 Punkte. Geht das mit Ihrer Rechnung konform?

Ich halte nichts vom Punktezählen, ich will immer das Maximum. Das Wichtigste ist, in der Winterpause auf Tuchfühlung zur Konkurrenz zu sein.

Dazu gehören Babelsberg und auch Darmstadt. Was ist in der "Woche der Wahrheit" für Ihre Mannschaft möglich?

Das werden Spiele auf Augenhöhe. Jeder weiß, um was es geht. Es wäre toll, wenn wir mit sechs Punkte herausgingen.

Wie wollen Sie die Flut an Gegentoren stoppen? Mit 32 kassierte Rot-Weiß Erfurt so viele wie kein anderes Team in der Liga.

Das ärgert uns alle, nicht nur die Abwehrspieler. Und wir arbeiten auch hart daran, kompakt und diszipliniert zu stehen. Allerdings lassen wir noch zu viele Chancen des Gegners zu.

Am Montagabend baten Sie 19 Uhr unter Flutlicht im Stadion zum Training. Um Ihre Spieler richtig vorzubereiten?

Einerseits sollten sie sich auf die Spielzeit und die Rahmenbedingungen einstimmen. Abends ist der Rasen etwas feucht, dadurch wird der Ball schneller. Und die Lichtverhältnisse sind auch andere. Andererseits war die Regenerationszeit ein paar Stunden länger. Das Chemnitz-Spiel hat schon sehr viel Kraft gekostet.

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