Wiedersehen in Eisenberg

Eisenberg.  Volkmer Wolf gelang 1976 mit der BSG Stahl Eisenberg der Sprung in die Bezirksliga. Am Wochenende kehrt er für ein Trainingslager mit dem FSV Lenkersheim in seine alte Fußball-Heimat zurück.

Volkmar Wolf (hinten, zweiter von rechts) beim Wiedersehen der Aufstiegskicker-Kicker der BSG Stahl Eisenberg im Schortental 2016.

Volkmar Wolf (hinten, zweiter von rechts) beim Wiedersehen der Aufstiegskicker-Kicker der BSG Stahl Eisenberg im Schortental 2016.

Foto: Foto: Jens Henning / OTZ

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Für Volkmar Wolf (63) wird das Wochenende ein Heimspiel. Er absolviert mit seiner Mannschaft vom FSV Lenkersheim ein Trainingslager in Eisenberg. Der FSV ist in der A-Klasse Nürnberg/Frankenhöhe aktiv. Er belegt Rang vier, mit Kontakt zu den Podestplätzen. Das Niveau in der A-Klasse bezeichnete Wolf als sehr gut.

Volkmar Wolf spielte viele Jahre in Eisenberg Fußball. Er gehörte 1976 zur Aufstiegsmannschaft von der BSG Stahl Eisenberg, die damals den Sprung in die Bezirksliga schaffte. Die Bezirksliga war damals die dritthöchste Spielklasse der DDR. Im Sommer 2016, 40 Jahre nach dem großen Triumph, gab es das große Wiedersehen der Helden von damals – mit Volkmar Wolf. „Ich denke sehr gern an meine Zeit in Eisenberg zurück. Es war meine schönste als Fußballer“, sagte Wolf.

1966 fing alles an. Sein erster Trainer war Dieter Leger. Mit 18 spielte er in der ersten Mannschaft. Nach der Armeezeit trug er kurzzeitig das Trikot von Fortschritt Weida, ehe er wieder nach Eisenberg ging. Ende der 1980er Jahre stellte er einen Ausreiseantrag in den BRD. Der wurde nach zwei Jahren genehmigt. Am 10. November 1989 brachte ihn sein Kumpel Uwe Vogel zum Grenzbahnhof nach Probstzella. Von dort ging es für ihn mit dem Zug weiter nach Fürth. Sein Großcousin nahm ihn über zwei Jahre auf. „Dann hatte ich endlich Fuß gefasst, dann konnte ich mir eine eigene Wohnung leisten“, sagte Wolf.

Gut 30 Jahre arbeitete er bei der Firma Franken Brunnen in der Kfz-Werkstatt. Vor zehn Jahren zog er von Bad Windsheim nach Diespeck, eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Neustadt an der Aisch. „Hier gefällt es mir auch ganz gut. Wenn ich Rentner bin, werde ich aber wieder nach Bad Windsheim umziehen.“

Noch im zarten Alter von 59 Jahren stand er als aktiver Fußballer auf dem Fußballplatz. Mittlerweile meldet sich sein Körper, vor allem seine Knie. „Das hatte vor einem halben Jahr angefangen. Jetzt fahre ich am Morgen täglich Rad. Für mich ist das die beste Medizin.“ Parallel stand er schon an der Außenlinie als Trainer. Seit 1998 ist er Inhaber der B-Lizenz. In Lenkersheim ist Wolf bereits zum vierten Mal Cheftrainer – und das in den letzten zehn Jahren. Zwischenzeitlich legte Wolf Pausen ein. Er wollte eigentlich längst aufhören. Doch er wurde ständig umworben von den Vereinen aus der Region, auch im Sommer 2019. Zuerst wollte ihn der SV Ergersheim holen. Wolf sagte ab. Dann klingelte Lenkersheim an. „Sie ließen nicht locker. Ich konnte irgendwann nicht mehr Nein sagen.“

In seiner Heimat Eisenberg ist er schon zum dritten Mal mit einem Team im Trainingslager. „Die Bedingungen im Schortental sind einfach überragend. Ich kenne ja auch den Präsidenten Mike Weber sehr gut. Wir haben ja noch zusammen gespielt, wobei Mike damals zur deutlich jüngeren Generation gehörte.“

Das Programm für das Trainingsprogramm ist vollgepackt. Heute Abend geht es gegen die Zweite der Eintracht. Am Sonnabend wird zweimal trainiert. Am Sonntag stehen gleich zwei Spiele an – ab 13 Uhr gegen die SG Silbitz/Könighofen II und ab 15 Uhr gegen den SV Klengel-Serba 09. Personell gab es bis zum Mittwoch einige Hiobsbotschaften. Vier Spieler sagten ab. Wolf reist nur mit 20 Fußballern nach Eisenberg. Zur Reisegruppe gehören auch Fans und Mitglieder des Vorstandes, die alle in drei verschiedenen Hotels in Eisenberg übernachten.

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