Trainersuche beim HBV Jena geht weiter

Jena.  Ein Kandidat aus Rumänien sagt dem Handball-Oberligisten kurzfristig ab. Ende September soll die Liga wieder neu beginnen.

Wenn es nach Manager Casanova geht, soll künftig Kevin Elsässer das Amt des Kapitäns innehaben.

Wenn es nach Manager Casanova geht, soll künftig Kevin Elsässer das Amt des Kapitäns innehaben.

Foto: Peter Poser

Sergio Casanova ist weiterhin auf der Suche nach einem Trainer für den HBV Jena 90. Dabei sah es vor gut zwei Wochen noch danach aus, dass die vakante Stelle besetzt werden könnte. Der Manager verhandelte mit Marius Ion Novanc. Der 39-jährige Rumäne, der 140 Länderspiele absolvierte, sollte die Geschicke der „Gang von der Saale“ leiten, allein seine Unterschrift fehlte noch auf dem Papier. Anfang der Woche teilte Casanova nun mit, dass Marius Ion Novanc nicht nach Jena kommen wird. Der ehemalige Kreisläufer, der unter anderem für CSM Bukarest, HCM Constanta, Stinta Dedeman Bacau und CSA Steaua Bucuresti spielte und Erfahrungen an der Außenlinie als Co-Trainer beim Frauenteam von CSM Corona Brasov sammelte, hat laut Casanova ein Angebot in Rumänien angenommen.

„Das ist sehr schade, es sah sehr vielversprechend aus“, betonte Casanova, der auch darauf verwies, dass er definitiv nicht noch einmal das Amt des Trainers übernehmen werde. Zweimal gab der gebürtige Spanier bereits den Feuerwehrmann beim HBV Jena, zuletzt im Januar 2020, als Pierre Liebelt-Passarge seinen Stuhl räumen musste. Die sportliche Talfahrt in der Mitteldeutsche Oberliga konnte aber auch der ehemalige Handball-Profi Casanova nicht beenden.

Trainersuche gestaltet sich schwierig

Generell habe sich die Suche nach einem Nachfolger für Liebelt-Passarge sehr schwierig gestaltet – und wird es nun auch weiterhin sein, berichtet der HBV-Manager. „Ich hätte gerne einen Trainer aus Thüringen bekommen, doch es gibt nicht so viele.“ Doch damit nicht genug, seien die Übungsleiter aus dem Freistaat oftmals auch auf eine gewisse Art vorbelastet, da es in jedem Thüringer Team Akteure geben würde, die unter dem einen oder anderen bereits gespielt haben. „Wenn sie dann schlechte Erfahrungen mit einem Trainer gemacht haben, hält sich die Begeisterung sehr in Grenzen. Wenn man dann einen solchen ins Gespräch bringt, gibt es sehr schnell Vorbehalte.“

Neuer Torhüter von der HSG Werratal

Während die Trainer-Frage also weiterhin unbeantwortet bleibt, hat sich in Sachen Kaderplanung bei den Handballern aus der Universitätsstadt zumindest einiges getan. Für die Position des Torhüters konnte man Istvan Lengyel von der HSG Werratal verpflichten, da die Torhüter Damian Kowalczyk und Ben Horna nicht mehr an Bord sind. Während Kowalczyk künftig für den SV Hermsdorf in der Thüringenliga spielen wird, hat sich Talent Horna wieder gen Freiberger Heimat begeben. Des Weiteren haben die Jenaer mit Max Schelenz einen jungen Rückraumakteur für die kommende Spielzeit verpflichtet, der aus dem Nachwuchs des SC DHfK Leipzig stammt. Mit Georg Missale wird in der kommenden Spielzeit zudem ein Eigengewächs zu den Männern stoßen. Die Kaderplanung ist damit jedoch noch nicht abgeschlossen, sind die Jenaer doch noch auf der Suche nach einem weiteren Torhüter sowie zusätzlichen Rückraumspielern.

17 statt ursprünglich 14 Mannschaften

Ende September soll es nun auch wieder in der Mitteldeutschen Oberliga losgehen. Dafür sollen in der kommenden Saison 17 – anstatt ursprünglich 14 Teams – in das Geschehen in der Liga eingreifen. Bei jenen Mannschaften, die künftig in der Mitteldeutschen Oberliga spielen werden, handelt es sich um jene Teams, die nach den Abbrüchen in den Landesligen von Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt als Meister gehandelt worden. Aufgrund der vielen Teams hat sich die Ligaleitung für Doppelspieltage ausgesprochen. „Das ist natürlich nicht ideal, stellt eine enorme Belastung für die Spieler dar, aber es ist gibt schlichtweg keine andere Alternative“, sagt Casanova, der hofft, dass sein Team eine sehr gute Saison spielt. „Es wird interessante Spiele geben, und ich hoffe, dass wir unsere Fans endlich einmal begeistern können, dass wir gut spielen“, führt der Manager weiter aus.

Sind solche Erwartungen womöglich nicht eine Idee zu groß, immerhin dümpelte der HBV Jena auf dem letzten Tabellenplatz in der Mitteldeutschen Oberliga vor dem Abbruch der Saison herum? „Man muss positiv denken, ansonsten kann es ja nichts werden. Natürlich besteht immer das Risiko, dass man scheitert, doch man muss einfach positiv an die Sachen herangehen“, betont Casanova.

Elsässer soll Kapitän werden

Das Kapitänsamt soll künftig Kevin Elsässer innehaben – zumindest wenn es nach Casanova geht. Er beerbt damit Malte Hansemann, der zum HSV Apolda wechseln wird. Doch die anderen Spieler hätten in der Kapitäns-Frage auch ein Wörtchen mitzureden, wirft Casanova ein. Der Linksaußen, der mitunter kaum zu stoppen ist, stieß zur Aufstiegssaison 2017/18 zum HBV Jena. Zuvor spielte Elsässer für den SC Freiberg in der Mitteldeutschen Oberliga. Elsässer stammt ursprünglich aus dem Saale-Holzland-Kreis und lernte das Handball-Einmaleins beim SV Hermsdorf. „Ich denke, dass Kevin eine gute Option für alle ist.“