Heimpremiere für SV Pöllwitz in der Champions League

Zeulenroda.  Die Keglerinnen des SV Pöllwitz müssen im Rückspiel der Champions League gegen Targu Mures ein 2:6 aufholen. Zu schaffen ist das.

Der SV Pöllwitz holte im Kegel-Europapokal Silber und fuhr damit den größten Erfolg in der Geschichte des Thüringer Kegler-Verbands ein. Hinten von links: Trainer Ronny Hahn, Celine Dannehl, Maria Dix, Sarah Conrad, Friederike Pfeffer und Co-Trainer Manuel Hopfe. Vorn von links: Anna Müller, Pia Köhler, Diana Langhammer und Marie-Christin Illert.

Der SV Pöllwitz holte im Kegel-Europapokal Silber und fuhr damit den größten Erfolg in der Geschichte des Thüringer Kegler-Verbands ein. Hinten von links: Trainer Ronny Hahn, Celine Dannehl, Maria Dix, Sarah Conrad, Friederike Pfeffer und Co-Trainer Manuel Hopfe. Vorn von links: Anna Müller, Pia Köhler, Diana Langhammer und Marie-Christin Illert.

Foto: Alexander Hebenstreit

Wer hätte das gedacht. Die Keglerinnen des SV Pöllwitz bestreiten am Sonnabend ein Spiel in der Champions League. „Das ist auch für uns Neuland, entsprechend groß ist die Vorfreude“, sagt Trainer Ronny Hahn. Doch der 33-Jährige versucht, seinen Spielerinnen einzuimpfen: „Das ist ein ganz normales Spiel. Ihr müsst eure Leistung abrufen. Zu Hause sind wir eine Macht.“

Erst das zweite Jahr kegeln die Pöllwitzerinnen in der Bundesliga, sie wurden als Aufsteiger Vizemeister und qualifizierten sich damit für das Europapokalturnier. In Kroatien stieß die Überraschungsmannschaft des Vorjahres bis ins Finale vor, qualifizierte sich als EC-Finalist für die Champions League. Am Sonnabend empfangen die „Mücken“, der Kampfname kommt vom Sportlerheim in Pöllwitz, die rumänische Mannschaft CS El Romgaz Targu Mures.

Das Hinspiel vor zwei Wochen in Rumänien ging mit 2:6 Punkten verloren, was nichts anderes bedeutet, als dass die Ostthüringerinnen mindestens mit 6:2 gewinnen müssen und nicht mehr als neun Bahn abgeben dürfen, um doch noch in die nächste Runde einziehen zu können. „Wir lassen die Köpfe nicht hängen. Im Gegenteil“, sagt Trainer Ronny Hahn. „Wir können das umbiegen, vor allem weil unser Anhang von der ersten Kugel an Druck machen wird.“

In welcher Besetzung das Team aus Targu Mures anreisen wird, sei offen. Fest stehe, dass die Mannschaft schon am Mittwoch in Nürnberg mit dem Flieger ankommt. „Spione entsenden wir keine. Wir lassen uns überraschen, wer bei uns spielen wird. Wir schauen auf uns.“

Der 6:2-Sieg in der Bundesliga am Sonntag gegen den ESV Pirmasens hat der Mannschaft noch einmal Schwung verliehen. „Alle sind gut drauf, freuen sich auf das Champions League-Spiel.“

Der Trainer rechnet auch wieder mit Maria Dix, die das Spiel gegen Pirmasens wegen Rückenbeschwerden auslassen musste. Ob Diana Langhammer noch zur Mannschaft stößt, wisse nur die Fluggesellschaft. Die Kapitänin hatte langfristig einen Urlaub in Südafrika geplant, wollte eigentlich noch das Auswärtsspiel in Bamberg bestreiten, doch ihr Flug wurde vorverlegt.

„Vielleicht gibt es ja wieder Änderungen“, sagt Ronny Hahn. Neben Diana Langhammer fehlt in der Champions League mit Sarah Conrad, die schwanger ist, eine weitere wichtige Spielerin aus der Vizemeister-Mannschaft des Vorjahres in Rumänien.

„Wir sind zusammengerückt, haben bewiesen, dass wir trotzdem in Europa mithalten können.“ Heute wird der Trainer seine Spielerinnen noch einmal zum Training bitten, ein paar „Problembilder“ spielen lassen. Am Freitag soll es noch einmal lockere 50 Wurf geben. Der Coach wird an alle Spielerinnen appellieren: „Jede Bahn ist wichtig. Jede Bahn kann entscheiden.“

Der Coach, selbst noch aktiv beim KTV Zeulenroda in der zweiten Bundesliga, hat die Bahn schon einmal frisch gewachst, wird das am Freitag auch noch einmal tun. Die Kegelbahn wird für das Champions League-Spiel extra herausgeputzt, die Nationalfahnen aufgehängt, nur 20 Stühle bleiben stehen, alle anderen Zuschauer werden dicht an dicht stehen und das Spiel über 120 Wurf verfolgen. Und wie schon in Targu Mures wird es nach dem Spiel ein gemeinsames Abendessen geben. „Wir haben uns für Thüringer Klöße und Gänsebraten entschieden“, sagt der Trainer. Bleibt abzuwarten, wer den besseren Appetit mitbringt und in Feierlaune ist.

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