Kreistag

Keine Einigung im Sporthallenstreit in Tanna

Tanna.  Der Landkreis möchte der Stadt Tanna deutlich weniger für die Nutzung der Sporthalle zahlen, als diese verlangt.

Die Sporthalle der Stadt Tanna.

Die Sporthalle der Stadt Tanna.

Foto: Stadt Tanna/Michael Groth

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Keine Einigung konnte am Montagnachmittag der Kreistag des Saale-Orla-Kreises erzielen, als es um die Zukunft der Sporthalle in Tanna ging.

Der Landkreisverwaltung hatte einen Beschlussvorschlag erarbeitet, wonach der Landrat der Stadt Tanna einen Vertrag zur Nutzung der Sporthalle im Schulsport unterbreitet werden soll. Dieses Angebot jedoch empfanden die meisten Abgeordneten als zu knapp bemessen.

Notwendig wird dieser Vertrag, weil die Novellierung des Thüringer Sportfördergesetzes unter anderem eine unentgeltliche Nutzung der Sporthalle für den Schulsport mit sich bringen wird. Die Stadt Tanna müsse somit die Unterhaltungskosten selbst stemmen. Doch bevor es zu einer Einigung für die künftige Nutzung kommen kann, wollen Landkreis und Stadt erst eine alte Rechnung begleichen, was sie schon seit vielen Jahren versuchen. Es geht um einen Anteil an den Sanierungskosten der Sporthalle und einen Anteil über laufende Kosten.

Nun hat die Landkreisverwaltung in dem Beschlussvorschlag ein Angebot über etwas mehr als 400.000 Euro vorgesehen gehabt. Und zwar für die Zeit zwischen August 2013 und Dezember 2019. Der Landkreis würde demnach 120.000 Euro für die vergangenen Sanierung zahlen und knapp 285.000 Euro als Anteil für die laufenden Kosten in diesem Zeitraum.

Zwei unterschiedliche Rechnungen

Der Landkreis geht in seiner Kostenberechnung davon aus, dass die Sportanlagen maximal sieben Stunden am Tag vom Schulsport genutzt werden, an 260 Tagen im Jahr. Die Sporthalle stehe aber allgemein montags bis sonntags von 7 Uhr bis 22 Uhr offen. Daraus ergebe sich ein Nutzungsanteil von 33 Prozent, da sich die jährlichen Gesamtstunden der Sporthalle auf 5460 Stunden addieren.

Die Stadt Tanna wiederum berechnet einen Nutzungsanteil durch den Schulsport von 67 Prozent, die sie ihre Rechnung auf die tatsächliche Belegung der Sportanlage stützt. Demnach wird eine Nutzung wochentags von 7 Uhr bis 15 Uhr berechnet, unter Ausschluss von Ferien, Feiertagen, Wochenenden und der Faschingszeit. Somit kommt die Stadt auf eine jährliche Gesamtnutzungsdauer von 2013,5 Stunden.

In der anschließenden Diskussion merkte der Tannaer Bürgermeister Marco Seidel (FDP) an, dass der Landkreis sich die Nutzungszeit im Schulsport „schöngerechnet“ habe. Tatsächlich werde die Sporthalle an Schultagen sogar von 7 Uhr bis 15.30 Uhr genutzt. Der Landkreis stehle sich mit seiner Berechnung „leise weinend davon“, zumal er von einer Nutzungsdauer von 40 Jahren ausgehe, die Halle jedoch nur 34,5 Jahre genutzt werden könne. Durch die Nutzung im Schulsport nutze sich der Boden noch deutlich schneller ab, so dass dort auch Investitionen anfallen werden. Sollte sich der Landkreis auf die Konditionen mit der Stadt nicht einigen, werde er das schuldige Geld mit der Kreisumlage verrechnen, erklärte Seidel. Landrat Thomas Fügmann (CDU) hielt die hohen Kosten entgegen und, dass eine Entscheidung in dieser Frage auch grundlegend für die Nutzung anderer gemeindeeigener Sportstätten wie zum Beispiel in der Gemeinde Remptendorf Gewicht haben würde.

Letztlich sprachen sich zehn Abgeordnete für den Beschlussvorschlag der Landkreisverwaltung aus, 16 Abgeordnete stimmten dagegen und sich 15 enthielten.

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