Keine Freigabe für 3. Fußballliga: DFB muss tragfähiges Konzept nachweisen

Jena.  Am Mittwoch hat sich die Bund-Länder-Runde auf eine Wiederaufnahme des Spielbetriebes in der 1. und 2. Bundesliga ab Mitte Mai verständigt. Für den FC Carl Zeiss Jena bleibt die Lage in der 3. Liga ungewiss.

Die Fußball-Bundesliga soll ab der zweiten Maihälfte wieder spielen dürfen. Darüber verständigen sich die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten am Dienstag auf der Bund-Länder-Videokonferenz zur Corona-Krise. Die Freigabe erfolgt aber nur für die erste und zweite Bundesliga, nicht für die dritte Liga. So hat sich Thüringen in der Abstimmung verhalten.

Politik hält Fortsetzung der 1. und 2. Bundesliga auf deren Kosten für vertretbar

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder halten die Fortsetzung des Spielbetriebes in der 1. und 2. Bundesliga für die 36 Vereine auf deren Kosten für vertretbar. Die Deutsche Fußball Liga soll die konkreten Spieldaten festlegen. Berücksichtigen müssen die Bundesligisten dabei die Vorgaben der Sportministerkonferenz, aber auch der Bundesministerien. Demnach ist Quarantäne notwendig, wenn Corona-Fälle in einer Mannschaft auftreten.

Die Diskussion zur Bundesliga in der Videokonferenz dauerte eine Stunde. Thüringen und Sachsen-Anhalt enthielten sich beim Thema, weil in ihren Bundesländern keine Erst- oder Zweitligisten spielen. Sie merkten an, dass die Risiken einer Saisonfortsetzung in der dritten Liga unkalkulierbar seien.

Tragfähiges Konzept für Geisterspiele in der 3. Liga nötig

Allerdings sind Geisterspiele in der dritten Liga nicht völlig ausgeschlossen. Wie andere Berufssportarten, unter anderem Basketball, können die Verbände Konzepte zur Fortsetzung einreichen. Diese werden gesondert auf ihre Tragfähigkeit geprüft.

Bislang hatten die Deutsche Fußball Liga und der Deutsche Fußball-Bund dasselbe Hygienekonzept vorgelegt. Zahlreiche Drittligisten haben aber bereits erklärt, dass sie die darin enthaltenen Forderungen nicht erfüllen können. Im Jenaer Stadion fehlen Räume, um allen Punkten gerecht zu werden. Die finanziellen Belastungen durch die Umsetzungen des Konzeptes seien nicht zu stemmen, hieß es im Vorfeld der Sitzung. Der DFB hatte angekündigt, auf einem Außerordentlichen Bundestag am 25. Mai über einen möglichen Abbruch der Spielzeit zu entscheiden.

DFB-Präsident Fritz Keller sagt: „Wir gehen davon aus, dass diese Öffnung neben der Bundesliga und 2. Bundesliga auch unter dem Aspekt der Gleichbehandlung von Berufsfußballerinnen und -Fußballern ebenso die unter dem Dach des DFB organisierten Profispielklassen der 3. Liga und Frauen-Bundesliga sowie der DFB-Pokalwettbewerb grundsätzlich eingeschlossen sind, zumal das gemeinsam von DFB und DFL erarbeitete Hygienekonzept selbstverständlich auch dort voll umfänglich umgesetzt wird.“