Per Parteiauftrag zum Schleizer Rennleiter

Schleiz.  Geschichten vom Schleizer Dreieck: Als Kurt Uibel 1961 das Amt übernahm, stand die Veranstaltung vor dem Aus

Kurt Uibel war Rennleiter am Schleizer Dreieck von 1961 bis 1972. (Archiv-Foto)

Kurt Uibel war Rennleiter am Schleizer Dreieck von 1961 bis 1972. (Archiv-Foto)

Foto: Jürgen Müller

Sicherlich haben zahlreiche Sportfreunde in der fast 100-jährigen Geschichte des Schleizer Dreiecks in irgendeiner Form einen Verdienst daran, dass es die Rennstrecke heute noch gibt. Nur wenige werden sich jedoch daran erinnern, zu was für einer schweren Zeit Kurt Uibel mit einem Parteiauftrag das Amt des Rennleiters im Jahre 1961 übernehmen musste.

Zum ersten Mal gab es ein Startverbot für die großen Motorradklassen 350 ccm und 500 ccm, die stets der Publikumsmagnet waren. Mit viel Mühe gelang es der Rennleitung, dem ADMV-Präsidium eine Genehmigung für Wagenrennen abzuringen, um wenigsten etwas für Ersatz zu sorgen. Doch der Wettergott war den Schleizern 1961 nicht holt. Die Formel-Junior-Rennwagen konnten wegen dichtem Nebel nicht starten.

Wenig Zuschauer und Kassenminus

Die Quittung gab es im Jahr darauf: nur 12.000 kassierte Zuschauer und 60.000 Mark minus in der Kasse. Schleiz sollte daraufhin als Bezirksveranstaltung degradiert werden. Doch soweit sollte es zum Glück unter der Leitung von Kurt Uibel nicht kommen. Dies war das Erbe, das er damals antrat.

Dank der perfekten Planung und Durchführung durch das neu gebildete Rennkollektiv, bekam das Schleizer Dreieckrennen Schritt für Schritt wieder mehr internationales Ansehen. Um die Rentabilität erneut herzustellen, wurden unter anderem folgende Maßnahmen ergriffen: Der Veranstaltungsdienst Halle, der bislang den gesamten Strecken-Aufbau durchführte, wurde durch eigene Kräfte ersetzt. Die Kassierung wurde von Schleizer Bürgern übernommen und die Werbung intensiviert.

Dies waren einige Eckpunkte, die das Rennen auf solide Beine stellte. Auch an der Rennstrecke begann eine umfassende Rekonstruktion, um die Sicherheit für die Fahrer zu erhöhen. Noch 1961 gab es eine Lindenallee von der Haarnadelkurve bis Heinrichsruh.

Europas Beachtung stieg mehr und mehr

Viele weitere Bäume entlang der Rennstrecke mussten fallen, um die Rennstrecke automobiltauglich zu machen. Das Start-Ziel-Gebäude sowie Naturtribünen entlang der Strecke entstanden. Unter der Ära Uibel entwickelte sich das Schleizer Dreieck zu einer angesehenen Automobilrennstrecke, die in Europa Beachtung fand. Nach zwölf Jahren war Kurt Uibel müde geworden. Kein Wunder, das ständige Ringen mit den Genossen der Obrigkeit hinterließ bei ihm Spuren.

Der Kampf um die Verpflichtung westeuropäischer Wagenrennfahrer stieß oftmals auf Missfallen bei den ADMV-Oberen.

Im Alter von 57 Jahren warf Uibel das Handtuch.