12-jähriger Geraer bei der Schach-Europameisterschaft in Riga

Gera  Nikita Schubert belegt bei der U 12-Europameisterschaft in Lettland Platz 35

Nikita Schubert vom ESV Gera belegt bei der U 12-Europameisterschaft in Lettland Platz 35.

Nikita Schubert vom ESV Gera belegt bei der U 12-Europameisterschaft in Lettland Platz 35.

Foto: Jens Lohse

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Mit fünfeinhalb Punkten aus neun Runden war die persönliche Ausbeute durchaus erfreulich, auch wenn sich Nikita Schubert noch den einen oder anderen Zähler mehr erhofft hatte. Der 12-jährige Geraer belegte damit bei der U 12-Schach-Europameisterschaft im lettischen Riga Rang 35 unter 125 Teilnehmern. Damit erreichte er genau die Platzierung, die vor dem Championat seiner Elo-Zahl entsprochen hatte, nach der die einzelnen Starter eingeordnet wurden.

„Ich bin mit meinem Abschneiden insgesamt zufrieden, habe viele Erfahrungen sammeln können. In einer riesigen Halle zeitgleich mit tausend Schachspielern von der U 8 bis zur U 18 am Brett zu sitzen, vermittelt schon eine besondere Atmosphäre“, verriet Nikita Schubert. In Riga hatte er einen fast perfekten Auftakt erwischt. Aus den ersten drei Begegnungen holte er zweieinhalb Punkte, gewann zweimal und spielte einmal unentschieden. „Ich hatte etwas Glück mit der Auslosung, traf zunächst auf nicht ganz so spielstarke Gegner, deren Fehler ich zweimal bestrafen konnte“, erzählte der Untermhäuser, der zweimal im Turnier auch die schottische Verteidigung zur Anwendung brachte. „Du musst auf jede Spieleröffnung des Gegners eine Antwort wissen“, so der Zwölfjährige. Wobei es schwer war, sich auf den nächsten Kontrahenten einzustellen, weil von vielen europäischen Schachspielern in diesem Altersbereich keine Vergleichspartien im Internet zu finden waren. Zur Schlüsselbegegnung wurde die Viertrundenpartie gegen den starken Serben Vuk Damjanovic, in der sich Nikita Schubert nach einer mehr als fünfeinhalbstündigen Partie geschlagen geben musste. Sein Kontrahent wurde am Ende EM-Elfter. „Da habe ich eine Stellung falsch eingeschätzt, obwohl sie gar nicht so schwer war. Da habe ich mich im Nachhinein etwas geärgert“, haderte der Siebtklässler vom Geraer Liebegymnasium über die verpasste Chance. Mit Trainer Tom George wurden die wichtigsten Passagen jeder Partie im Nachhinein noch analysiert.

In der Mitte des Turniers hatte Nikita Schubert so seine Probleme. Die Spannung ließ etwas nach. Da wurde aus manch gewinnbarer Partie nur ein halber Punkt geholt. Gegen den Polen Jeda Maciej hatte der Untermhäuser in der siebenten Runde dann einen Blackout und verlor. „Fünf Stunden pro Tag am Schachbrett zu sitzen, strengt mich eigentlich nicht sonderlich an. Das habe ich schon öfter erlebt. Der Vormittag war ja immer frei und ich konnte mich auf den nächsten Gegner vorbereiten“, meinte der Geraer. Um seinen Sohn zu begleiten, hatte Vater Andreas Schubert extra Urlaub genommen. „Riga ist eine wunderschöne Stadt. Die Europameisterschaft war perfekt organisiert“, berichtete er. Auf Nikita musste der Papa immer lange warten. Fünf Minuten vor Spielbeginn mussten alle Betreuer aus der Halle raus. Nur noch die Delegationsleiter hatten ihren Platz auf dem Podium. „Die Live-Bretter hat Nikita leider nicht erreicht. So blieb ich immer fünf Stunden lang über den Stand der Partie im Ungewissen. Er war fast immer der Letzte, der aus der Halle kam“, erzählte Andreas Schubert. In den beiden Schlusspartien siegte sein Sohn noch zweimal und schob sich im Gesamtklassement noch nach vorn.

Insgesamt wurde die EM von Russland dominiert. Sieben von 12 Europameistern kamen von dort. U 12-Champion Volodar Marzin, der sich mit acht Punkten den Titel holte, war mit zehn Jahren aufgrund seines Talents samt seiner Familie aus Sibirien nach Moskau gezogen, wird dort an einer staatlichen Schachschule betreut. Deutschland nahm eine Silbermedaille bei den U 12-Mädchen durch die Solingerin Luisa Bashylina mit nach Hause.

Für Nikita Schubert ist das Wettkampfjahr noch längst nicht beendet. Noch im September stehen in Saarbrücken die Mitteldeutschen U 14-Meisterschaften auf dem Programm, bei denen der ESV Gera zu den Favoriten gehört. Der Sieger qualifiziert sich für die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften. Vom 23. bis 26. September geht Nikita Schubert seiner zweiten Leidenschaft nach, dem Fußball. Dann nimmt er mit dem Liebegymnasium zum zweiten Mal am Bundesfinale „Jugend trainiert für Olympia“ in Bad Blankenburg teil.

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