Nikita Schubert vom ESV Gera: „Wir wollen eine Medaille“

Bad Blankenburg  Schach: Der Geraer Nikita Schubert erwischt bei der Mannschafts-EM der U 12 in Bad Blankenburg einen Start nach Maß.

Der zwölfjährige Nikita Schubert vom ESV Gera spielt bei der U 12-Mannschafts-EM.

Der zwölfjährige Nikita Schubert vom ESV Gera spielt bei der U 12-Mannschafts-EM.

Foto: Jens Lohse

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Viel vorgenommen hat sich der zwölfjährige Nikita Schubert vom ESV Gera für die Mannschaftseuropameisterschaften der U 12 im Schach, die seit Mittwoch in der Landessportschule in Bad Blankenburg stattfinden. Als Zweiter der deutschen U 12-Meisterschaften von Willingen hatte sich der Sechstklässler vom Liebegymnasium für das deutsche Aufgebot qualifiziert.

Mit vier Jahren hatte sich der Untermhäuser das Schachspielen selbst am Laptop beigebracht. In seiner Geraer Kindertagesstätte zog man extra wegen ihm den Schachunterricht um ein Jahr vor. Mit dem Schulbeginn trat er der Schachabteilung des ESV Gera bei, übte fortan auch in der Untermhäuser Otto-Dix-Grundschule bei Klaus Amling und Frank Wach. Im Verein kümmerte sich Dieter Hilbig um das Talent und steckte Herzblut in dessen Entwicklung.

Großen Anteil am fachlichen Fortschritt gerade in den letzten drei Jahren hatte auch Landestrainer Tom George, der sich via Skype viel mit dem Zwölfjährigen speziell beschäftigte. Die vielen Ausfallzeiten in der Schule steckt Nikita Schubert gut weg. Manchmal spielt er auch schon bei den Thüringenliga-Männern des ESV mit, mit denen in dieser Saison fast der Aufstieg in die Oberliga gelungen wäre.

Nun jagt ein Höhepunkt den anderen. Zum Ausruhen kommt Nikita Schubert trotz Sommerferien derzeit nicht. Gemeinsam mit Jonas Eilenberg, Bao Anh Le Bui (beide Berlin) und Dominik Laux (Offenbach) sitzt er seit gestern in Bad Blankenburg an den Brettern. Das Quartett bildet eines von drei Teams des Deutschen Schachbundes. Kontrahenten sind Weißrussland, Un-garn, Frankreich, Israel, die Türkei und Tschechien.

Auf einem letzten Lehrgang Ende Juni in Lauenburg an der Elbe haben sich alle nochmals gemeinsam speziell auf das Turnier vorbereitet. Spielpraktische Übungen standen auf dem Programm. Hierbei wurden komplizierte Stellungen analysiert, besprochen, gelöst und gegeneinander ausgespielt.

Gestern Nachmittag wurde es für Nikita Schubert erstmals ernst. „Ich sitze an Brett vier und soll dort die Punkte holen, hat Trainer Tom George gesagt. Ich fühle mich gut vorbereitet, habe an meinen Eröffnungen gearbeitet und schon einmal geschaut, gegen wen ich spielen könnte.“

Die Bedenkzeit pro Partie beträgt 90 Minuten für 40 Züge und 30 Minuten für den Rest. Die Aufregung wächst bei Nikita Schubert, der nominell dem stärksten deutschen Team angehört. „Wir wollen eine Medaille holen. Das ist unser Ziel. Mal schauen, ob es gelingt“, gibt sich der Geraer zuversichtlich. Laut den Fide-Rating-Zahlen der einzelnen Spieler rangieren die Deutschen nur auf Platz fünf. Deutschland II mit Nikita Schubert erwischte einen Start nach Maß und bezwang im ersten Spiel Deutschland III glatt 4:0. Israel und Deutschland I trennten sich 2:2-unentschieden.

Am heutigen Freitag muss Nikita Schubert gleich doppelt ran. Schon morgens um acht Uhr wartet Deutschland I, um 14 Uhr misst sein Team die Kräfte mit der Türkei. Andauern wird die Europameisterschaft noch bis zum kommenden Mittwoch.

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