Schach: Quartett des Geraer Liebe-Gymnasiums fährt nach Berlin

Gera  Vier Geraer Schulen qualifizieren sich für Deutsche Schulschach-Meisterschaften. Grundschüler fahren nach Friedrichroda.         

Aaron Liebold, Nikita Schubert, Hannes Kujau und Victor Ciuloi (von links) holen für das Karl-Theodor-Liebe-Gymnasium den Meistertitel in der Wettkampfklasse III. Anke Wicht (rechts) betreut das Team in Erfurt.

Aaron Liebold, Nikita Schubert, Hannes Kujau und Victor Ciuloi (von links) holen für das Karl-Theodor-Liebe-Gymnasium den Meistertitel in der Wettkampfklasse III. Anke Wicht (rechts) betreut das Team in Erfurt.

Foto: Jens Lohse

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Bei den Thüringer Schulschach-Meisterschaften in Erfurt hat das Karl-Theodor-Liebe-Gymnasium in der Wettkampfklasse III den Titel erobert.

Auf den Plätzen folgten das Albert-Schweizer-Gymnasium Erfurt und das Goethegymnasium Ilmenau. Sechster wurde die Untermhäuser Otto-Dix-Regelschule, Neunter die Integrierte Gesamtschule aus Lusan. Insgesamt 15 Schulen stritten um die Medaillen. In der Besetzung Aaron Liebold, Nikita Schubert, Hannes Kujau und Victor Ciuloi setzte sich das Team des Karl-Theodor-Liebe-Gymnasiums in souveräner Manier durch. Alle Vier sind im Verein aktiv. Aaron Liebold und Nikita Schubert sitzen für den ESV Gera an den Brettern, während Hannes Kujau und Victor Ciuloi in Liebschwitz die Köpfe rauchen lassen. Lediglich beim 2:2-Unentschieden gegen die später drittplatzierten Ilmenauer stand der Sieg auf des Messers Schneide. „Es stand 1,5:1,5 und Victor war zunächst in Gewinnstellung, die er zwischenzeitlich aber verspielte. Am Ende reichte es wenigstens zum Remis“, verriet Nikita Schubert. Der Siebtklässler hatte im letzten Jahr bei der U 12-Europameisterschaft in Riga internationale Erfahrungen sammeln können. Ansonsten gab das Quartett nacheinander der Regelschule Breitungen (4:0), der Arnoldischule Gotha (4:0), dem Albert-Schweizer-Gymnasium Erfurt (2,5:1,5), dem Gymnasium Meuselwitz (4:0), dem Albert-Schweizer-Gymnasium Sömmerda (2,5:1,5) und Gymnasium 10 Erfurt (4:0) das Nachsehen. Von sieben möglichen Punkten holten Aaron Liebold sechseinhalb, Nikita Schubert sechs, Hannes Kujau fünfeinhalb und Victor Ciuloi fünf. „Vor dem letzten Spiel hatten wir bereits zwei Mannschaftspunkte Vorsprung. Da hätten wir 0:4 verlieren und die Verfolger mit 4:0 gewinnen müssen. Praktisch standen wir schon als Meister fest“, verriet Nikita Schubert.

„Nachdem wir im Vorjahr Zweiter waren, wollten wir diesmal gewinnen. Dieses Vorhaben haben wir in die Tat umgesetzt“, so Hannes Kujau, der mit seinen Schulkameraden nun im Mai zur Deutschen Schulmeisterschaft nach Berlin fährt. „Auch dort wollen wir eine ordentliche Rolle spielen und uns beweisen. Allerdings sind wohl die Berliner Schulen die Favoriten. Die haben in der Hauptstadt ganz andere Möglichkeiten“, blickte Nikita Schubert schon einmal voraus.

Sehr stolz auf sein Schüler-Quartett war auch der Schulleiter des Karl-Theodor-Liebe-Gymnasiums, Ralf Zöller. „Das ist schon toll, vor allem wenn man bedenkt, dass sich die Schüler in ihrer Freizeit so engagieren. Nun drücken wir auch die Daumen für Berlin“, freute sich der Direktor. Ein Sonderlob sprach er an Anke Wicht aus. Die Mutter von Aaron Liebold hatte nicht nur die Anmeldung übernommen, sondern das Team auch am Wochenende in die Thüringer Landeshauptstadt begleitet. „Im letzten Jahr waren wir noch mit zwei Mannschaften am Start. Diesmal hat es nur zu einer gereicht. Dafür haben wir gewonnen. Einst haben wir mit der Otto-Dix-Grundschule die ersten Schritte bei Thüringer Schulschach-Meisterschaften gemacht. Das haben wir jetzt am Gymnasium fortgesetzt“, erklärte Anke Wicht ihr Engagement.

„Schach ist mehr als ein Sport. Es ist eine Kunst, eine Wissenschaft – ja, eine echte Königsdisziplin“. So begrüßte der Schirmherr der Thüringer Schulschachmeisterschaft 2019, Helmut Holter (Linke), Minister für Bildung, Jugend und Sport, die über 350 Grundschüler der Meisterschaft, die nach Erfurt gekommen waren, um Thüringer Meister zu werden und sich für die bundesdeutschen Wettkämpfe zu qualifizieren.

Aus Gera nahmen traditionell die Grundschule Otto Dix, die Zwötzener Grundschule sowie die Kreativitäts-Grundschule der Grundig-Akademie teil. Mit wie viel Geschick, Erfahrung, Taktik und Talent die zwölf Geraer Teams zu Werke gingen, beweist die Qualifikation gleich dreier Mannschaften für die Deutsche Meisterschaft.

In der Erfurter Thüringenhalle wetteiferten 76 Mannschaften aus 46 Grundschulen Thüringens um die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft Ende Mai in Friedrichroda. Nebenher winkte auch noch der Mannschaftstitel „Thüringer Schulschachmeister“ oder eben die Silber- oder Bronzemedaille. Für die „Deutschen“ konnten sich die Erst- und Zweitklässler der Untermhäuser Schule ebenso qualifizieren wie die Mädchenmannschaft aus Zwötzen und überraschend auch die Kreativitätsschule bei den Jungen.

Alle drei Geraer Viererteams belegten Rang zwei, der die Teilnahme in Friedrichroda sichert. Noch Chancen dabeizusein, haben auch die Dix-Mädchen auf Platz drei, da sie, zweimal punktgleich mit Zwötzen, erst in der „Verlängerung“, der Buchwertung, unterlagen.

In der Gesamtwertung der 76 Teams, fünf davon aus der Dix-Schule, kamen die Untermhäuser auf Platz 15, wurden in der separaten Wertung der Erst- und Zweitklässler mit neun Siegen und fünf Niederlagen hinter der Fürnberg-Schule Weimar (10:4) knapp Zweiter. Tayler Engelhardt an Brett eins sowie Taim Altahan, dessen Brüder auch schon bei der DM spielten, Luis Zein (Brett 3) und Ole Zimmermann (4) sind Thüringer Vizemeister. Im geschlagenen Feld kamen die beiden anderen Geraer Schulen ein. Extrem spannend und knapp ging die Mädchenwertung zu Ende. Die Dix-Schule kam auf Platz 18 ein, hatte aber starke Mädchen, die Dritte wurden. Davor platzierten sich punktgleich die Zwötzener Mädchen. „Knapp war gar kein Ausdruck für den Ausgang“, urteilte Dix-AG-Leiter Klaus Amling. „Wie eine Tausendstelsekunde beim 100-m-Lauf“, meinte der erfahrene Schachlehrer. Beide Mädchenteams kamen auf 9:5 Punkte am Ende, sodass die Brettpunkte entscheiden sollten. Doch da hatten beide 17 zu Buche stehen. Nun wurde die letzte Alternative, die Buchwertung, herangezogen. Und da waren die Zwötzenerinnen mit 60:55 leicht besser und wurden Zweite.

„Gerechter wäre ein nochmaliges Duell gegeneinander gewesen“, meinte Amling. Mia Weiß (Brett 1), Tessa Kröller (2), Luise Rose (3) und Amelia Pelzel (4) spielten für Dix.

Kreativitäts-Grundschule wird Zweiter

In der Jungen-Wertung musste die Otto-Dix-Grundschule ohne Ersatz auskommen, gerade vier Spielers standen zur Verfügung. Es gelang Platz vier, wobei Erik Rieß alle seine sieben Partien gewann und so noch zum versöhnlichen Platz vier beitrug. Hinter der Fürnberg-Grundschule Weimar kam die Geraer Kreativitäts-Grundschule von Übungsleiter Rüdiger Kopczak überraschend auf Rang zwei.

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