Die RSB Thuringia Bulls stehen dicht vor ihrem achten Deutschen Meistertitel im Rollstuhlbasketball. Die Elxlebener gewannen das erste Bundesliga-Finalspiel am Pfingstsonntag beim großen nationalen Rivalen RSV Lahn-Dill mit 68:55.

Nur einmal im gesamten Spiel lag der Rekordmeister aus Wetzlar in Führung (6:4). Jedoch hielt er das Spiel mit starker Defense, mit der er schon die Halbfinalserie gegen Wiesbaden etwas überraschend gewann, lange Zeit offen. Als die Bulls sich ihre bis dahin höchste Führung erarbeitet hatten, versenkte Lahn-Dills Routinier Tommi Böhme, der wie Quinten Zantinge die kompletten 40 Minuten durchspielen musste, einen Dreier zum 23:28-Halbzeitstand aus Sicht der Gastgeber.

Lahn-Dill lässt starken Center nur kurz spielen

Mit einem 7:0-Lauf dank fünf Punkten von Alex Halouski und zweien von Joke Linden zogen die Gäste in den ersten vier Minuten des dritten Viertels erstmals zweistellig davon (37:26). „Lahn-Dill hat vor allem defensiv stark gespielt, aber wir konnten unsere Offense etwas besser durchdrücken und immer wieder kleine Runs starten“, analysierte Bulls-Coach André Bienek.

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Vor allem sein „eiskalter Alex“ sorgte mit seiner Effizienz dafür, dass der Titelverteidiger aus Thüringen nach dem dritten Viertel mit 50:38 führte. Zwölf seiner insgesamt 24 Punkte gelangen Topscorer Halouski in diesem Abschnitt.

Zudem verwunderte Lahn-Dills Spielertrainer Michael Paye mit einer taktisch fragwürdigen Entscheidung: Obwohl er mit Vanessa Erskine kurzfristig eine Ersatzfrau für den verletzten Jannik Blair verpflichtet hatte, damit er seinen starken 4,5-Punkte-Center Matthias Güntner anders als im dritten Halbfinalspiel wieder einsetzen konnte, nutzte er diese Möglichkeit nur für 13:39 Minuten. „Dabei hat das Line-Up mit Vanessa und Matze eigentlich gut funktioniert“, wunderte sich auch Bienek darüber.

Bulls könnten erneut das nationale Double gewinnen

Nachdem Güntner mit vier Punkten zum Beginn des Schlussviertels noch einmal verkürzt hatte, behielten die cleveren Gäste die Nerven. Näher als auf sieben Punkte ließen sie Lahn-Dill nicht mehr heran. Natürlich war es Alex Halouski, der mit zwei erfolgreichen Würfen zum 63:51 das Spiel für den Pokalsieger, der wie im Vorjahr das nationale Double gewinnen will, zwei Minuten vor Schluss entschied.

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„Das war eine sehr gute Leistung von meiner Mannschaft. Dennoch werden wir analysieren, was wir nächstes Wochenende besser machen können“, blickte der ehrgeizige Trainer Bienek voraus. Beim Heimspiel am Freitag (19.30 Uhr) könnten die Bulls den Titel perfekt machen, bei einer Niederlage gäbe es ein Entscheidungsspiel am Sonntag.