Tumulte im Jenaer Stadion haben Nachspiel – Kritik von Fans an Polizei

Jena.  Nach dem Spiel zwischen dem FC Carl Zeiss Jena und dem FSV Zwickau kam es zu Auseinandersetzungen. Fans aus der Südkurve beklagen das Vorgehen der Polizei.

Tumulte nach dem Schlusspfiff: Jenaer und Zwickauer Anhänger waren in den Innenraum geklettert.

Tumulte nach dem Schlusspfiff: Jenaer und Zwickauer Anhänger waren in den Innenraum geklettert.

Foto: Tino Zippel

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Nach den Tumulten nach Abpfiff des Spieles zwischen dem FC Carl Zeiss Jena und dem FSV Zwickau rechnen die Verantwortlichen des Fußballclubs mit Stadionverbotsanträgen der Polizei gegen einzelne Anhänger. Über jene werde die vereinseigene Stadionverbotskommission entscheiden, sagt Clubsprecher Andreas Trautmann. Unterdessen beklagen Fans aus der Südkurve „das überharte Einschreiten“ der Polizei.

Warum die Lage nach dem Schlusspfiff eskalierte, lässt sich nicht nachvollziehen. Zeiss-Fans in der Südkurve hatten während der Partie ein Banner gegen die verfeindeten Zwickauer Ultras der Gruppierung „Red Kaos“ gezeigt. Darauf schrieben sie, dass diese mit größerer Zahl Dynamo Dresden zum Spiel bei Hertha begleitet hatten, als das eigene Team nach Meppen.

Leuchtrakete aus Zwickau-Block der Auslöser?

Offenbar provozierte das Zwickauer dazu, eine Leuchtrakete in den Jenaer Teil der Südkurve zu schießen und über den Zaun zu steigen. Daraufhin kletterten auch Zuschauer aus der Südkurve und der Haupttribüne in den Innenraum und versuchten, eine Fahne zu erlangen. Der Ordnungsdienst stellte sich zwischen die rivalisierenden Gruppen. Nach einigen Minuten schritt die Polizei ein. Die Einsatzkräfte nahmen nach Angaben einer Sprecherin der Jenaer Polizei einen Anhänger in Gewahrsam. Sechs Fans und ein Ordner seien verletzt worden.

Diese Verletzungen, so kritisiert ein Fanvertreter aus der Südkurve, beruhten aber auf dem Polizei­einsatz: „Die Fans befanden sich schon auf dem freiwilligen Rückzug. Die Einsatzkräfte haben mit dem Stock auf Kopf und Oberkörper geschlagen.“ Entsprechende Anzeigen gegen die Polizei seien erstattet worden. Die Zahl der Verletzten, teils in Privatfahrzeugen zur Notaufnahme gebracht, sei höher gewesen. Die Polizeisprecherin hingegen sagt: „Wir gehen davon aus, dass die Verletzungen auf die körperliche Auseinandersetzung der Fangruppen zurückgehen.“

Höhere Zahl von Ordnern im Einsatz

Vereinssprecher Trautmann kritisiert das Betreten des Innenraumes durch Zuschauer, was in dieser Saison zum ersten Mal vorgekommen sei. „Die Geschehnisse nach Spielende schaden den Clubs, deren Fans und generell dem Fußball“, sagt er. Dabei hätten die Verantwortlichen beider Vereine im Vorfeld alles dafür getan, um einen reibungslosen Ablauf zu organisieren.

Die gemeinsame Sicherheitsberatung fand am 3. Februar statt. Festgelegt worden sei eine mit 149 Ordnern größere Besetzung als bei Spielen vergleichbarer Kategorie. Zudem seien die Einlasskontrollen verschärft worden. All das habe die Tumulte nicht verhindern können. Trautmann verwies auf die besonders sensible bauliche Situation mit dem Gästeblock zwischen zwei aktiven Jenaer Fanblocks. „Dies ist jedoch keine Entschuldigung für Fehlverhalten“, sagt der Sprecher. Der FCC werde die Vorkommnisse intern aufarbeiten und das Gespräch mit der Fanszene suchen.

Neue Strafe vom Deutschen Fußball-Bund

Der Deutsche Fußball-Bund ahndet das Betreten des Innenraums mit Strafen. Erst am Mittwoch traf das Urteils fürs Abbrennen von Pyrotechnik in den Spielen gegen Uerdingen und Ingolstadt ein. Die Strafe beträgt 14.700 Euro.

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