Laura Illig vom SV Tröbnitz: Volleyball ist wie Mathematik

Jena/Tröbnitz.  Am Sonnabend trifft die Spielführerin des SV Tröbnitz Laura Illig in der Thüringenliga auf ihren ehemaligen Verein, den VSV Jena II.

Laura Illig, Spielführerin des SV Tröbnitz, trifft am Sonnabend auf ihren ehemaligen Verein aus Jena.

Laura Illig, Spielführerin des SV Tröbnitz, trifft am Sonnabend auf ihren ehemaligen Verein aus Jena.

Foto: Marcus Schulze / OTZ

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Turnen, Skilanglauf, Leichtathletik – es mangelt nicht an sportlichen Gebieten, auf denen sich Laura Illig im Laufe ihres noch recht jungen Lebens ausprobiert hat. „Ich habe schon so gut wie alles gemacht“, sagt die 23-Jährige, die einst in Pockau im Erzgebirge das Licht der Welt erblickte. Hie und da klingen ihre biografischen Wurzeln durch, wenn sie spricht. Und die angehende Pädagogin für Mathematik und Sport, die an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena studiert, galt auf dem einen oder andren Terrain als vielversprechendes Talent. Als sie sich in Kindheitstagen dem Turnen widmete, sollte sie nach Chemnitz auf die hiesige Sportschule wechseln. Doch die damals Zehnjährige sträubte sich, wollte die heimatlichen Gefilde nicht verlassen. Das Thema Sportschule kam dann während ihrer Skilanglauf-Phase erneut auf den Tisch, doch auch dieses Mal verwehrte sie sich. „Ich habe den Sport immer als Hobby betrachtet. Ich wollte nicht mein ganzes Leben einer einzigen Sache unterordnen“, sagt die Spielführerin SV Tröbnitz, die mit ihrem Team derzeit auf Platz zwei der Thüringenliga rangiert.

Irgendwann hatte Laura Illig die Einzeldisziplinen über, hatte schlichtweg den Spaß an ihrem solitären Dasein im Sport verloren. „Ich habe gemerkt, dass mich die Einzeldisziplinen nicht erfüllen. Ich wollte nicht die ganze Zeit nur für mich alleine kämpfen, wollte den Aufwand und auch den Ertrag mit anderen teilen.“ Ergo: Sie suchte sich eine Mannschaftssportart. Zur Wahl standen in ihrer Heimat Handball und eben Volleyball – und letztlich triumphierte jene Sportart, die frei von Körperkontakt ist. „Sportarten mit Körperkontakt mag ich einfach nicht. Ich mag es, vom Gegner getrennt zu sein. Außerdem ist das Verletzungsrisiko zu hoch.“

Der Verein, dem sie sich in jenen Tagen anschloss, war der VC Zschopau, eine Institution in Sachen Volleyball im Erzgebirge. „Ich fand es einfach nur cool, das Training war super und so nach und nach wurde ich an die Frauenmannschaft herangeführt“, berichtet Laura Illig, die regelrecht aufblüht, wen sie über die Zeit in Zschopau sinniert. Damals wurde die 1,71 m große Volleyballerin zur Außenangreiferin ausgebildet, agiert in Tröbnitz jedoch nunmehr als Annahme- und Außenspielerin.

Als sie für ihr Studium schließlich nach Jena zog, schloss sie sich zuerst dem VSV Jena an. Drei Jahre spielte sie für das Team aus der Universitätsstadt, bevor sie schließlich 2018 gen Tröbnitz wechselte. „Der Kader beim VSV war riesig, meine Einsatzzeiten recht überschaubar.“ Kurzum: Sie wollte mehr spielen. Da passte es, dass die Damen des SV Tröbnitz, die gerade in die Thüringenliga aufgestiegen waren, eine Zuspielerin suchten, zumal sie bereits Benita Ebersbach und Tina Kaßner aus dem Team kannte.

Den Schritt in Richtung Saale-Holzland-Kreis bereut sie nicht. „Das Wir-Gefühl in Tröbnitz ist enorm. Zwar kommen viele aus Jena, doch für diesen kleinen Dorfverein zu spielen, ist einfach nur geil. Außerdem unterstützen sich die Frauen und Männer des SV Tröbnitz untereinander sehr. Das macht alles sehr familiär“, schwärmt Laura Illig. Tröbnitz, das sei einfach dieses kleine gallische Volleyball-Dorf, das den Ligagrößen mitunter das Fürchten lehrt. In gewisser Weise sei der Verein auf dem Land der perfekte Gegenentwurf zum unruhigen Treiben in der Universitätsstadt. War sie anfangs noch skeptisch wegen der Fahrt gen Training nach Stadtroda, schätzt sie nun die kleinen Roadtrips ins angrenzende Holzland ungemein. „Da kann ich mit den Mädels schon das eine oder andere bereden“, berichtet die Volleyballerin, die ein Faible für Klänge der Marke Simon & Garfunkel oder Dire Straits besitzt und zudem auch selbst Gitarre spielt.

Zweifelsohne, der Kader für die Saison 2019/20 unterstreicht die Ambitionen des Trainergespanns Schurtzmann/Löwenberg. Das Team sei nunmehr sehr groß, betont Illig und verweist damit auch auf den damit einhergehenden Konkurrenzkampf, der jedoch auch durch und durch positive Aspekte mit sich bringen würde: „Die Trainingsbeteiligung ist sehr gut. Das sah vor einem Jahr noch ganz anders aus“, sagt die Spielführerin, die mit ihrer Mannschaft am Sonnabend in Jena auf ihren ehemaligen Verein, den VSV Jena II trifft. „Das ist schon so ein Spiel, das eine ganz besondere Atmosphäre beschwört. Ein Derby eben, so ein bisschen Land gegen Stadt. Jedes Team will diese Partie unbedingt gewinnen. Das war schon im Hinspiel so, da hat es nicht an Zuschauern gemangelt“, berichtet Laura Illig, die vor der Saison von ihren Mitspielerinnen zu Spielführerin gewählt wurde und damit Melanie Haustein beerbte, die sich vom Spielbetrieb zurückzog.

Und die Ziele für diese Saison? „Wir wollen als Team wachsen und wollen einfach einen geilen, angriffsstarken Volleyball spielen. Ein Platz auf dem Treppchen sollte bei der Endabrechnung auf jeden Fall für uns herausspringen!“

Ach ja, das Interesse für Mathematik hat sie von ihrem Vater geerbt, der sie auch für den Beruf des Lehrers sensibilisierte. „Mich hat immer fasziniert, wie er die Schüler begeistern konnte. Außerdem gelang es ihm, ihnen die Angst vor der Mathematik zu nehmen“, sagt Laura Illig, die dann auch noch daran erinnert, dass Volleyball gleich der Mathematik eine ausgesprochene Kopfsache sei. Das sei das Besondere an der Sportart. „Spiele im Volleyball gewinnt und verliert man in erster Linie im Kopf.“

Doch am Ende triumphierte eine Sportart in ihrer Gunst: Volleyball.

Die 23-Jährige, die in Pockau im Erzgebirge das Licht der Welt erblickte,

Hie und da vernimmt man ihre biographischen Wurzeln, wenn sie spricht.

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