Wie der FC Carl Zeiss Jena nach der Corona-Auszeit in die Gänge kommt

Jena.  Das Training in Kleingruppen läuft beim Drittligisten. Aber einige Spieler fehlten auf dem Trainingsplatz.

Der FC Carl Zeiss Jena startet nach der Corona-Pause ins Kleingruppentraining Teamchef René Klingbeil (links) beobachtet, wie sich Meris Skenderovic und Niklas Jahn (rechts) den Ball zuspielen

Der FC Carl Zeiss Jena startet nach der Corona-Pause ins Kleingruppentraining Teamchef René Klingbeil (links) beobachtet, wie sich Meris Skenderovic und Niklas Jahn (rechts) den Ball zuspielen

Foto: Tino Zippel

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Kurz 9 Uhr öffnen sich die Autotüren. Die Jenaer Fußballer steigen aus, schnüren noch schnell die Schuhe – dann geht es auf den Trainingsplatz. Pressesprecher Andreas Trautmann wartet schon vorm Stadiongelände, um Journalisten abzuweisen. „Wir dürfen leider niemand zu den Einheiten lassen“, sagt er unter Verweis auf die strengen Corona-Regeln.

René Klingbeil und Kenny Verhoene auf dem Platz

Das weitläufige Gelände im Ernst-Abbe-Sportfeld erlaubt es aber, durch den Zaun auf den Trainingsplatz zu blicken. Dort drehen die Spieler zunächst ein paar Laufrunden – meist in Zweiergruppen. Nach der Erwärmung dürfen sie auch gegen den Ball treten. Flugbällen über den halben Platz sind angesagt. Teamchef René Klingbeil beobachtet die Übungen aus sicherer Entfernung, hat dann seinen Mundschutz nach unten gezogen – genau wie Cheftrainer Kenny Verhoene, der sich nach der Absetzung als U19-Coach nun ganz auf diese Aufgabe konzentrieren kann.

„Mit der Einheit sollen die Jungs erst einmal wieder hereinkommen, schließlich haben viele zehn Wochen lang nicht gegen den Ball treten können“, sagt Klingbeil. In den kommenden Tagen wolle er das Tempo forcieren. Er profitiert von den Erfahrungen, die andere Teams nach dem Neustart gesammelt haben. „Wir dürfen nicht zu schnell zu viel wollen, weil sich dann Verletzungen häufen“, sagt der 39-Jährige. Ein schrittweiser Aufbau brauche seine Zeit. Zumal derzeit viele Übungen nicht möglich sind, weil die Spieler den Mindestabstand von anderthalb Metern unterschreiten würden.

Volkmer: An Platz und Fußballschuhe gewöhnen

Die verschiedenen Gruppen absolvieren über den Tag die Auftakteinheit. Rückblickend sagt Mannschaftskapitän Dominic Volkmer. „Endlich habe ich einige Mitspieler wiedergesehen. Wir müssen uns zunächst wieder an den Platz und die Fußballschuhe gewöhnen.“ Fast zweimal so lange wie eine normale Sommerpause dauerte die Auszeit. „Die spielspezifischen Übungen, die wir zwingend benötigen, sind noch nicht möglich“, sagt Volkmer.

Aktuell stehen 26 Spieler im Training. Kilian Pagliuca und Manuel Maranda haben die Auszeit im Ausland verbracht und müssen 14 Tage in Quarantäne. Heute soll Dominik Bock nach Leistenbeschwerden ins Training starten. Den Einstieg wagt auch Eroll Zejnullahu, so dass nur noch Ole Käuper (Reha) fehlt.

Corona-Test in dieser Woche geplant

Diese Woche setzt Klingbeil jeden Tag eine Einheit an, die zweimal mit jeweils 13 Spielern stattfindet. Die beiden Gruppen unterteilt der Coach noch einmal. Kondition und Arbeit mit dem Ball stehen im Vordergrund. „Vorrangiges Ziel muss sein, nicht zu viele Spieler zu verlieren“, sagt Klingbeil. Am Mittwoch soll der erste Corona-Test stattfinden – zwei negative Testreihen sind die Grundvoraussetzung für Mannschaftstraining.

Derweil bleibt unklar, ob die Saison wieder startet. Der Deutsche Fußball-Bund hofft diese Woche auf die politische Freigabe. Die Bundesländer sind sich bislang uneinig, wollen noch weitere Spieltage die Erfahrungen mit dem Hygienekonzept in der Bundesliga abwarten.

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