Viermal im Viertelfinale: Die Pokal-Sternstunden des FC Carl Zeiss Jena

Jena / Bremen.  Eigentlich hat der FC Carl Zeiss Jena in der ersten Pokal-Runde gegen Bundesligist Werder Bremen keine Chance. Doch in der Rolle des Außenseiters sorgte der FCC schon für manche Sternstunde im Pokal.

Beim DFB-Pokalhalbfinale Borussia Dortmund gegen FC Carl Zeiss Jena waren im Jahr 2008 rund 8000 Jenaer Fans mit in Dortmund.

Beim DFB-Pokalhalbfinale Borussia Dortmund gegen FC Carl Zeiss Jena waren im Jahr 2008 rund 8000 Jenaer Fans mit in Dortmund.

Foto: Tino Zippel / OTZ / archiv

So erreichte der FC Carl Zeiss Jena als bisher einzige Mannschaft aus den neuen Bundesländern viermal das Viertelfinale.

Gegen Bremen stand Jena dabei in einem Pflichtspiel bisher nur im Intertoto Cup 1985 gegenüber. Damals gewann Werder zu Hause, spielte in Jena 2:2. Ein Unentschieden nach 90 Minuten wäre nun im DFB-Pokal ein Traum für Viertligist Jena.

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FDGB-Pokal und Europokal-Finale: Den Pokalwettbewerb der DDR gewann Jena insgesamt viermal. Die größten Folgen hatte der Triumph 1980. In der folgenden Saison drang die Mannschaft im Europapokal der Pokalsieger bis ins Endspiel vor, fertigte auf dem Weg dahin die AS Rom, den FC Valencia und Benfica Lissabon ab. Im Finale verlor man dann 1:2 gegen Dinamo Tiflis.

Viertelfinale 1992/93: Die erste Pokal-Duftmarke nach der Wende. Nach einem Freilos in der ersten Runde ging es mit Siegen über Zweitliga-Konkurrent Saarbrücken, den bayrischen Amateurclub Plattling und Bundesligist Duisburg in die Runde der letzten Acht. Dort beendete Doppel-Torschütze Andreas Thom alle Pokalträume und schoss den späteren Pokalsieger Bayer Leverkusen eine Runde weiter. Zum Ende der ersten Halbzeit wurde der damals gerade 19 Jahre alt gewordene Bernd Schneider bei Jena eingewechselt.

Viertelfinale 1993/94: Ein Jahr später vergab Jena die Chance auf den großen Wurf. Im Viertelfinale scheiterte man im Elfmeterschießen am späteren Finalisten Rot-Weiss Essen. Nachdem fünf Jenaer vom Punkt verwandelt hatten, scheiterte Olaf Schreiber mit seinem Versuch. Der Stürmer war in den Runden zuvor noch der Held gewesen. Beim 1:0 in Dortmund in der zweiten Runde schoss er das Siegtor, beim folgenden 3:2 in Uerdingen traf Schreiber doppelt. Nur im Achtelfinale gegen Wattenscheid und eben gegen Essen blieb der später für Zwickau und Bochum spielende Offensiv-Mann ohne Tor.

Viertelfinale 1997/98: Wieder war im Viertelfinale Endstation, wieder gegen einen späteren Finalisten. Jena scheitert gegen den MSV Duisburg, der durch Markus Osthoff doppelt trifft. Thomas Gerstner gelang per Elfmeter erst spät der Anschlusstreffer. In den Runden zuvor war bereits reichlich Drama geboten. Gegen St. Pauli, beim VfR Mannheim und in Hannover gewann Jena jeweils erst im Elfmeterschießen.

Halbfinale 2007/08: Eine Pokal-Saison wie im Rausch. Zunächst gewinnt Jena in Gera noch klar, muss dann gegen Nürnberg ins Elfmeterschießen, gegen Bielefeld in die Verlängerung und in Stuttgart wieder ins Elfmeterschießen. Zum Kader gehörten damals der junge Nils Petersen, der spätere Bundesliga-Profi Tobias Werner und der begnadete Techniker Jan Simak. Erst im Halbfinale scheitert man bei Borussia Dortmund, weil Simak kurz nach der Pause zweimal Gelb wegen Meckerns sieht. In Unterzahl verliert man 0:3. Dank der Millionen-Einnahmen schmiedete man kühne Pläne, schmierte in der Folge aber bis in die Regionalliga ab.

2. Runde 2015/16: Der bisher letzte Coup des FCC. In der ersten Runde schaltete man als Regionalligist den damals noch erstklassigen HSV mit 3:2 nach Verlängerung aus. Unvergessen ist Justin Gerlachs Freistoßtor aus über 30 Metern und die Wortgefechte zwischen Jena-Torhüter Raphael Koczor und HSV-Stürmer Sven Schipplock. „Er hat mir in jedem zweiten Satz erzählt, was er verdient“, sagte Koczor und gab dem Bundesliga-Profi nach dem Schlusspfiff mit auf den Weg: „Hier, guck mal auf die Anzeigetafel bevor du in die Kabine gehst.“ In der zweiten Runde war Jena beim 0:2 gegen den VfB Stuttgart chancenlos.

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