Martin H. Kühn wird am Mittwoch mit dem Ernst-Abbe-Preis für innovatives Unternehmertum ausgezeichnet. Der 55-Jährige ist Vorstandschef und Alleinaktionär der NT Neue Technologie AG in Erfurt.
Ehrgeiz und Beharrlichkeit sieht er als die wichtigsten Tugenden. „Die größten Erfolge haben sich erst bei den Projekten eingestellt, die schon mehrfach verloren schienen“, sagt der Unternehmer, der schon früh erste Erfahrungen in der Selbstständigkeit gesammelt hat. Er betrieb ab 1992 einen IT-Service für mittelständische Unternehmen und finanzierte so sein Studium der Wirtschaftswissenschaften in Jena.
NT.AG wächst zum Technologieführer mit 300 Mitarbeitenden
Auf dieser Basis gründete er die NT Neue Technologie AG in Erfurt. Schon vor der Jahrtausendwende lag der Fokus auf webbasierten Anwendungen und betreuten IT-Dienstleistungen mit einem eigenen Rechenzentrum. Inzwischen erwirtschaftet die daraus gewachsene Unternehmensgruppe über 40 Millionen Euro Umsatz im Jahr und beschäftigt mehr als 300 Mitarbeitende.
Die NT.AG ist das innovative Kernunternehmen als technologisches Fundament für die Tochtergesellschaften, die mit digitalisierten Services und Prozesslösungen im Bereich Immobilienbewertung und -finanzierung tätig sind. Das Unternehmen sitzt direkt am Erfurter Dom. Kühn ließ den Kanonenschuppen 2004 sanieren und 2014 das Dompalais neu bauen. Weitere Standorte betreibt die Firmengruppe in Berlin und Wien.
Zum Ernst-Abbe-Preis für innovatives Unternehmertum
Der Ernst-Abbe-Preis ist ein undotierter Personenpreis im Rahmen des Innovationspreises Thüringen, der seit 2009 für besondere Verdienste um den Wissenschafts- und Technologiestandort Thüringen verliehen wird. Er würdigt eine Unternehmerpersönlichkeit, die durch ihr vorbildliches soziales und nachhaltiges Unternehmertum, das im Sinne Ernst Abbes ist, zur positiven Entwicklung Thüringens beiträgt.
Bedeutendes Rechenzentrum für Mitteldeutschland
Ein Schwerpunkt liegt seit einigen Jahren in der Entwicklung und dem hochperformanten, datenschutzkonformen Betrieb von Anwendungen mit künstlicher Intelligenz. Das Rechenzentrum ist das am höchsten zertifizierte in Mitteldeutschland. Darin laufen nicht nur die firmeneigenen Lösungen für Banken und Finanzinstitute, sondern auch Systeme hochregulierter Unternehmen und Institute aus den Branchen Banken, Gesundheit und Energie.
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Früh setzte er auf Photovoltaik und installierte die damals mit einer Fläche von drei Fußballfeldern größte Dachanlage Thüringens. „Das sorgt bis heute für eine grüne Energiebilanz der NT.AG“, sagt Kühn. Besonders stolz ist er darauf, das Wachstum ohne fremde Beteiligung und ausschließlich durch eigene Unternehmenserfolge finanziert zu haben.
Kühn fördert Mitarbeiterbindung und engagiert sich für Bildung
„Wir richten besondere Aufmerksamkeit auf bestehende erfolgreiche Geschäftsbeziehungen und ihren Ausbau“, sagt Kühn und setzt auf langjährige Wegbegleiter nicht nur bei Partnern, Lieferanten und Dienstleistern. Schon seit jeher sind ihm eine geringe Fluktuation bei seinen Managern und in der Belegschaft wichtig. Familienfreundlichkeit sei dabei nicht nur eine Floskel, sondern schon seit Jahren gelebt. Das Unternehmen zahlt seinen Mitarbeitenden beispielsweise eine Babyprämie von 1000 Euro, trägt die Kindergartengebühren und bietet Vorsorgeangebote direkt im Firmensitz oder einen besseren Facharztzugang.

Kühn engagiert sich mit großem Einsatz im Ehrenamt. Als Förderer der MINT-Bildung im frühkindlichen Bereich und Vorsitzender der Stiftung Bildung für Thüringen setzt er sich nachdrücklich für die Zukunft der nächsten Generation ein. Gleichzeitig bringt er seine Heimatverbundenheit zum Ausdruck, indem er historische Gebäude in Erfurt saniert. Seine Expertise bringt er in verschiedene Aufsichtsratsfunktionen ein. Das neueste Projekt des begeisterten Piloten ist der Bau eines Hangars am Flughafen Erfurt-Weimar, der auch für Veranstaltungen genutzt werden soll.
Weitere Kandidaten für den Innovationspreis
Was nimmt er sich für die Zukunft vor? „Wir stehen gut im Markt und haben Gesellschaften, die weiterhin gut wachsen können. Wir wollen sukzessive und stabil unsere Geschäftsbereiche ausbauen“, sagt der Erfurter, für den künstliche Intelligenz gerade in der Prozessoptimierung eine wesentliche Rolle spielt. „Sie wird viel Nutzwert generieren.“






