Geld

Banken und Sparkassen verlangen hohe Dispozinsen von Kunden

Berlin.  Kunden müssen horrende Zinsen für das Überziehen von Konten zahlen. Durchschnittlich 10,17 Prozent verlangen die Banken und Sparkassen.

Bankkunden, deren Konten im Minus sind, müssen dafür tief in die leere Tasche greifen.

Bankkunden, deren Konten im Minus sind, müssen dafür tief in die leere Tasche greifen.

Foto: Fabian Sommer / dpa

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Während Sparer im Zuge der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank kaum noch Zinsen auf ihre klassischen Anlageformen erhalten, sind die Dispo- und Überziehungszinsen von Banken weiterhin hoch. Wie eine Untersuchung des Finanzportals Biallo.de ergab, liegt der durchschnittliche Dispozins in Deutschland bei 10,17 Prozent. Der Überziehungszins liegt demnach sogar durchschnittlich bei 12,54 Prozent. Die Untersuchung liegt unserer Redaktion vor.

Den höchsten Zinssatz verlangt laut der Untersuchung die Raiffeisenbank Plankstetten in Bayern: Fürs Überziehen des Girokontos müssen die Kunden 13,75 Prozent bezahlen, gehen sie darüber hinaus werden sogar 18,75 Prozent Überziehungszinsen fällig. Die vergleichsweise günstigsten Dispozinsen verlangen Online-Banken – wie die DKB Deutsche Kreditbank mit jeweils 6,74 Prozent für den Dispo- und Überziehungskredit.

Verbraucherschützer werfen Banken Gewinnmaximierung mit Zinsen vor

Auch bei den Sparkassen ist der Dispozins hoch. So verlangt die Berliner Sparkasse 10,50 Prozent, die Hamburger Sparkasse 9,27 Prozent und die Sparkasse Duisburg sogar 11,95 Prozent.

Verbraucherschützer kritisieren die hohen Dispo- und Überziehungszinsen. „Hier geht es offensichtlich nur um Gewinnmaximierung. Eigentlich wären Banken verpflichtet, ihre Zinssätze anzupassen“, sagte Kay Görner, Rechtsreferent des „Marktwächter Finanzen“-Teams der Verbraucherzentrale Sachsen, unserer Redaktion. Er sieht die Geldinstitute in der Pflicht einen „marktüblichen nachvollziehbaren Zins“ festzulegen: „Für Dispokredite sollte dieser aktuell bei maximal 4 bis 5 Prozent liegen.“

Die Deutsche Kreditwirtschaft sieht dagegen „marktgerechte Zinskonditionen“. Auf Anfrage dieser Redaktion teilte eine Sprecherin der Deutschen Kreditwirtschaft mit, dass für Kunden immer das „Gesamtpaket Girokonto“ entscheidend sei, bei dem der Dispozins nur ein Kriterium unter vielen sei. Wer eine längerfristige Finanzierung benötige, solle stets andere Angebote nutzen.

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