Carl-Zeiss-Konzern findet intern neuen Vorstandschef

Oberkochen/Jena  Der Nachfolger für Michael Kaschke bei Carl Zeiss in Jena ist bislang für die Halbleitertechnik zuständig gewesen und tritt nun seinen neuen Dienst in einem halben Jahr an.

Michael Kaschke ist aktueller Vorstandschef der Carl Zeiss AG.

Michael Kaschke ist aktueller Vorstandschef der Carl Zeiss AG.

Foto: Tino Zippel

Die Carl Zeiss AG befördert einen Manager aus den eigenen Reihen an die Spitze des Technologie­konzerns. Karl Lamprecht (54) übernimmt zum 1. April 2020 den Vorsitz von Michael Kaschke. Der 62-Jährige hatte in der vergangenen Woche öffentlich angekündigt, seinen auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern.

Lamprecht gehört dem Konzernvorstand seit 2018 an. Der promovierte Physiker trat 2005 als Leiter der strategischen Geschäftsentwicklung in die Halbleitersparte ein. 2017 übernahm er die Gesamtverantwortung für den Halbleiterbereich.

Aufsichtsratschef Dieter Kurz lobte Lamprechts Verdienste bei der Entwicklung der Röntgen­lithografie – auf diesem Gebiet gilt Zeiss zusammen mit seinen Partnern als Vorreiter. Das Verfahren ermöglicht, Chips mit noch kleineren Strukturen herzustellen. Für Lamprecht haben laut Aufsichtsrat auch seine Verdienste um die Weiterentwicklung der Organisation und der Unternehmenskultur gesprochen.

Er tritt in große Fußstapfen, schließlich hatte sein Vorgänger Michael Kaschke den Konzern umstrukturiert und so zukunftsfähig aufgestellt. Der gebürtige Greizer, der in Dresden aufgewachsen ist und in Jena studiert hat, arbeitet seit 20 Jahren im Vorstand und ist fast zehn Jahre dessen Vorsitzender.

„Unter der Führung von Michael Kaschke hat das Vorstandsteam der Zeiss-Gruppe zukunftsgerichtete Strategien entwickelt und umgesetzt, die zu überdurchschnittlichem Wachstum und nachhaltiger Wertsteigerung von Zeiss über eine ganze Dekade geführt haben“, sagte Aufsichtsratschef Kurz. Das Unternehmen habe sich vom weltweit anerkannten Technologieführer zum aktiven Gestalter von Märkten für seine Kunden entwickelt. Carl Zeiss sei in exzellenter Verfassung und in mehreren Zukunftsfeldern vertreten.

„Es ist ein sehr guter Zeitpunkt für die Staffelübergabe und ich freue mich über die Wertschätzung und das Vertrauen des Aufsichtsrats in das Vorstandsteam“, sagt Kaschke. Gemeinsam sei es gelungen, über Jahre ein dynamisches und zugleich nachhaltiges Wachstum zu erzielen. Im Ende September ablaufenden Geschäftsjahr rechnet Zeiss wieder mit einem Rekordergebnis.

Durch die Beförderung von Lamprecht wird der Führungsposten in der Halbleitersparte frei. Markus Weber steigt in dieser Funktion in den Vorstand auf. Der 46-Jährige, der seit 2002 bei Zeiss arbeitet und zuletzt die in Jena angesiedelte Mikroskopie wieder in Schwung brachte, bringe ein hervorragendes Technologieverständnis sowie langjährige Managementerfahrung mit. „In seiner jetzigen Funktion ist es dem Team unter seiner Führung gelungen, das Mikroskopiegeschäft von Zeiss wieder auf erfolgreichen Kurs zu bringen“, hebt Aufsichtsratschef Kurz hervor.

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