Intershop in schwarzen Zahlen: So sieht der Vorstand die Zukunft

Jena.  Intershop stellt seine Geschäftszahlen vor. Der wirtschaftlichen Entwicklung ist der Abbau des Logos am Intershop-Turm nicht geschuldet.

Am Intershop-Turm läuft der Abbau des Intershop-Schriftzuges.

Am Intershop-Turm läuft der Abbau des Intershop-Schriftzuges.

Foto: Tino Zippel

Das Jenaer Softwareunternehmen Intershop schreibt auch im dritten Quartal dieses Jahres schwarze Zahlen und erholt sich nach der Restrukturierung, die voriges Jahr zu Verlusten geführt hatte. Die Aktiengesellschaft erwirtschaftete in den ersten neun Monaten ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 600.000 Euro. Der Umsatz stieg um vier Prozent auf 24,3 Millionen Euro – trotz Corona.

Gute Basis für wiederkehrende Umsätze

„Der Trend zur Digitalisierung hält an“, sagt Vorstandschef Jochen Wiechen. Die Corona-Pandemie unterstütze zwar diese Entwicklung, allerdings hätten einige Kunden auch ihre Projekte verschoben. Der Auftragseingang bei Cloudprojekten habe sich gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt. Das sei besonders wichtig, weil wiederkehrende Umsätze bereits eine gute Basis fürs nächste Geschäftsjahr bilden.

Als Neukunden hat Intershop im abgelaufenen Quartal unter anderem die Degussa-Bank gewonnen, für die die Jenaer eine Datenbank fürs Mitarbeitervorteilsprogramm aufsetzen. Mit dem langjährigen Kunden BMW ist ein neues Projekt gestartet für den Vertrieb von Anschlusskabeln für Elektroautos via Internet.

Im Gesamtjahr rechnet Wiechen mit einem leicht steigenden Umsatz und schwarzen Zahlen. „Ein Kompliment gilt dem Einsatzwillen unserer Mitarbeiter, insbesondere in Jena, die uns auch über die schwierige Zeit hinweg treu geblieben sind. Wir ernten nun, was wir gemeinsam vorbereitet haben.“ Intershop beschäftigt aktuell 298 Mitarbeiter, sucht aber laut Wiechen neue Beschäftigte.

Klartext zum Abbau des Turmlogos

Für Intershop steht ein turbulenter Jahreswechsel an. In der ersten Dezember-Hälfte ziehen jeweils nachts die einzelnen Abteilungen aus dem Turm in den Neubau am Steinweg um. Letzte Detailplanungen für die Ausstattung laufen. Wiechen stellt klar, dass der Abbau des Firmenlogos am Intershop-Turm nicht auf das Unternehmen zurückgeht, sondern vom Turmeigner gefordert ist. „Wir hätten den Schriftzug gern dauerhaft gelassen“, sagt der Vorstandschef.