Opel-Chef: Startprobleme bei Modellwechsel auf Grandland

Eisenach.  Im Eisenacher Opelwerk werden inzwischen deutlich mehr Grandland X gefertigt, als beim Modellanlauf, im März startet die Hybridvariante. Opel-Chef Lohscheller sieht das Werk gut ausgelastet

Opel fertigt den SUV „Grandland X“ im Werk Eisenach.

Opel fertigt den SUV „Grandland X“ im Werk Eisenach.

Foto: Foto: Sascha Fromm

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Das Thüringer Opel-Werk ist laut Vorstandschef Michael Lohscheller aktuell gut ausgelastet.

„Wir fertigen an sechs Tagen in der Woche in Eisenach den Grandland X und brauchen dennoch mehr dieser Autos. Das Werk ist gut ausgelastet und das sogar schon vor dem Start des Hybrid-Modells“, sagte Lohscheller im Gespräch mit dieser Zeitung. So erübrigten sich Pläne für ein weiteres Modell.

Ganz große Autos, wie sie in den USA rollen, seien in Europa nicht gefragt. „Aber die kompakten Stadtgeländewagen, wie der Grandland X, die werden gekauft“, sagte Lohscheller. Die SUV seien mittlerweile das am schnellsten wachsende Segment – insgesamt und auch bei Opel. „Wir haben im Vorjahr rund 100.000 Grandland verkauft, eine deutliche Steigerung von fast einem Viertel im Vergleich zu 2018. Wir gehen davon aus, dass wir den Absatz weiter steigern können“, versicherte der Opel-Chef.

Die SUV würden kleiner, die Motoren auch – hinzu kämen elektrische Antriebe. Daher starte das Opel-Werk in Eisenach Anfang März die Fertigung der Hybridvariante des Wagens.

Im März sollen die Hybrid-Autos in Eisenach vom Band rollen

Beim Modellwechsel lief nicht alles rund

Mit dem Modellwechsel in Eisenach habe es Probleme gegeben, räumte der Opel-Chef ein. „Wir haben in Eisenach alles neu gemacht: Ein neues Auto auf einer neuen Plattform mit neuer Logistik und einer neuen IT – da läuft natürlich nicht alles von Anfang an rund“, so Lohscheller. Aber man habe die Fertigungszahlen im Werk seit dem Bandanlauf des neuen Modells mehr als verdoppelt. „Wir sind auf einem guten Weg, aber noch nicht da, wo wir hinwollen. Wir brauchen mehr Grandland X aus Eisenach. Denn mittlerweile wird das Auto fast nur noch in Thüringen gefertigt“, erläuterte Lohscheller.

Für den Wagen will der Rüsselsheimer Autobauer neue Märkte erschließen. Der Grandland X könne jetzt in Russland bestellt werden. „Aber auch in Nordafrika sehen wir einen interessanten Markt, etwa in Marokko, wo der Grandland X ebenfalls sehr beliebt ist. Auch in Südafrika und Südamerika bieten sich gute Absatzmöglichkeiten für unser Fahrzeug made in Thüringen“, ist Lohscheller überzeugt.

Er glaubt, dass sich E-Autos durchsetzen werden. „Die elektrisch betriebenen Fahrzeuge werden auf breiter Front kommen. Die Hersteller haben massiv investiert, die Ladeinfrastruktur wird schrittweise ausgebaut“, so Lohscheller. Zumal ohne die E-Autos kein Konzern die Vorgaben für den Flottendurchschnitt beim Kohlendioxid-Ausstoß einhalte.

Hintergrund: Kompletter Umbau des Thüringer Standortes

  • Im Opel-Werk in Eisenach liefen in den zurückliegenden Jahren Kleinwagen der Modelle „Adam“ und Corsa von den Bändern.
  • Deren Fertigung wurde in der Wartburgstadt im Mai 2019 beendet, die Corsa kommen seither aus dem spanischen Opel-Werk in Saragossa, die Produktion des Adam, die erst im Jahr 2013 aufgenommen wurde, ist inzwischen eingestellt.
  • Im Frühsommer 2019 wurde die Fabrik in Eisenach komplett umgerüstet und für die Fertigung eines neuen Modells vorbereitet, man musste eine neue Plattform integrieren und neue IT aufspielen.
  • Ende August 2019 rollten feierlich die ersten Stadt-Geländewagen des Typs Grandland X von den Bändern in Eisenach. Hier arbeiten aktuell 1400 Beschäftigte.
  • Anfang März soll die Fertigung der elektrischen Variante des Fahrzeuges am Fuße der Wartburg offiziell starten.
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