Industriezentren verbinden: Direkte Bahnlinie zwischen Jena und Sömmerda gefordert

Tino Zippel
| Lesedauer: 2 Minuten
Züge der Erfurter Bahn und Abellio warten am Saalbahnhof in Jena auf ihre Abfahrt.

Züge der Erfurter Bahn und Abellio warten am Saalbahnhof in Jena auf ihre Abfahrt.

Foto: Tino Zippel

Jena.  Auf einem Teil der Pfefferminzbahn liegt der Personenverkehr brach: Ob es bald eine neue Bahnlinie gibt, liegt in der Hand der Landesregierung.

Das Infrastrukturministerium hat noch nicht entschieden, wie es mit dem Zugverkehr auf der Pfefferminzbahn im Landkreis Sömmerda weitergeht. Der bestehende Verkehrsvertrag mit der Erfurter Bahn läuft zum 14. Dezember 2024 aus. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage des CDU-Fraktionschefs Mario Voigt hervor.

Demnach betrachtet das Ministerium für die Zukunft verschiedene Varianten hinsichtlich des Angebotsumfangs im Schienenpersonennahverkehr. Derzeit wird die Strecke nur zwischen Sömmerda und Buttstädt mit einem Personenzug bedient. Früher fuhren diese bis Großheringen (Weimarer Land). Laut Ministerium sieht eine Variante aber auch vor, die Linie bis nach Jena zu verlängern. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte bereits in den vergangenen Jahren dafür geworben, ein neues Angebot zu entwickeln und eine Direktverbindung von Pößneck über Jena nach Sömmerda zu schaffen.

Stärkung der Verbindungsachse gefordert

Für das Infrastrukturministerium fließen in die Betrachtung der Varianten die zu erwartende Fahrgastnachfrage, das Zusammenspiel mit Bussen, die Reisezeit bei Direktverbindungen und der zu erwartende Zuschussbedarf mit ein. „Es wirkt konzeptlos, wenn das Infrastrukturministerium zwei Jahre vor Auslaufen des Verkehrsvertrages noch nicht weiß, wie es weitergehen soll“, sagt CDU-Fraktionschef Voigt. Er spricht sich dafür aus, „diese Verbindungsachse zu stärken“, indem es eine durchgängige Linie zwischen Jena und Sömmerda gibt.

Die Forderung höre er zum einen aus der Industrie, um Fachkräfte zu den Unternehmen oder Auszubildende zu Berufsschulen zu bringen. Zum anderen sieht er aber auch die Möglichkeit, durch eine solche Linie die Orte im Saaletal wie Camburg, Dorndorf-Steudnitz oder Porstendorf besser an Jena anzubinden. Er wolle sich fraktionsübergreifend für eine Lösung einsetzen, sagt Voigt.

Erste Sonderfahrt auf Franken-Thüringen-Express: Endlich ein leerer Zug

Züge des Franken-Thüringen-Express zu kurz: Land reklamiert Leistung der Deutschen Bahn

Ärger wegen überfüllter Züge auf der Saalbahn