Abschluss der „Theaterwelten“ in Rudolstadt - Ensembles aus Neuseeland, Chile, Belgien und Nepal

Rudolstadt  Vier Nationen zeigen ihre Spielarten und Inszenierungen – Workshopteilnehmer kommen aus der ganzen Welt

Ein grandioser Höhepunkt des Festivals Theaterwelten war das nonverbale Straßentheater-Gastspiel des „Collectivo Racum“ aus Santiago de Chile .

Ein grandioser Höhepunkt des Festivals Theaterwelten war das nonverbale Straßentheater-Gastspiel des „Collectivo Racum“ aus Santiago de Chile .

Foto: Mathias Baier

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Ausgewählte Ensembles aus Neuseeland, Chile, Belgien und Nepal präsentierten drei Tage lang beim Festival „Theaterwelten“ in Rudolstadt herausragende, zeitgenössische Theaterproduktionen voller bewegender Emotionen, kraftvoller Bilder und – mit bemerkenswerter Begeisterung. Eingestimmt wurden das Publikum, die Teilnehmer und Gäste schon am Donnerstag mit der neuen Projektwerkstatt „Nachbarwelten“ vom Theater-Spiel-Laden Rudolstadt, in der sich Jugendliche und Geflüchtete gemeinsam auf eine Theaterreise begeben.

Es folgten bis Sonntag weitere Vorstellungen von Ensembles aus Belgien, Nepal, Neuseeland und Chile. Das geplante Gastspiel „1980 and upwards“ vom „Studio El Brova“ aus Kairo in Ägypten musste kurzfristig abgesagt werden, denn die deutsche Botschaft in Kairo hat der Theatergruppe des „Studio El Brova“ die Visaerteilung verweigert. Die Festivalgäste schickten der Gruppe dennoch einen spielerischen Videogruß in die Heimat.

Aus Brüssel (Belgien) war das „Collectief verloren“ mit einer Tanzperformance nach Rudolstadt gekommen. Ihr Gastspiel „A warm place“ begeisterte am Freitagabend im Stadthaus die Zuschauer. Zum brachialen Sound von „Nine Inch Nails“ brachten die Darsteller Momente unbeherrschbarer psychischer Verzweiflung ganz physisch auf die Bühne.

Tags darauf zeigten das Theatre Village“ aus Kathmandu (Nepal) im Schminkkasten ihre bildreiche Inszenierung „The princess of garden“, ein Stück voller Symbole und Bildsprache, die ihre kritische Haltung gegenüber den heutigen gesellschaftlichen, politischen und religiösen Gegebenheiten in Nepal zum Ausdruck brachte.

Ein grandioser Höhepunkt des Festivals war das nonverbale Straßentheater-Gastspiel des „Collectivo Racum“ aus Santiago de Chile. Im Hof der Thüringer Bauernhäuser rührten und beeindruckten die jungen Mimen das Publikum mit der theatralen Akrobatikperformance „Fire Tongs“.

Mit ihrem Beziehungsdrama zwischen einem Maori und einer Pakeha (Nicht-Maori-Frau) lieferten die „Quartett theatre company“ aus Wellington (Neuseeland) abschließend noch eine berührende und mutige Inszenierung im Schminkkasten ab.

„Das war ein hochemotionales Festival, ein transkulturelles Netzwerktreffen mit außergewöhnlichen Gastspielen, internationalen Workshops hochkarätiger Theaterexperten und einer begleitenden Fachkonferenz des Institutes für Theaterwissenschaft Leipzig“, resümierte gestern Frank Grünert, Vorsitzender des Thüringer Theaterverbandes und seit 25 Jahren Leiter nationaler und internationaler Theaterfestivals in Rudolstadt.

Er spricht von bemerkenswerten Vorführungen und rundum zufriedenen Workshop-Teilnehmern, die aus der ganzen Welt nach Rudolstadt reisten. Sie lieferten den bewegenden Abschluss des Festivals mit einer Präsentationen ihrer Arbeit, die unter Leitung der internationalen Gäste entstanden war. Als Fest der Emotionen und der Inspirationen bezeichnete Simon Isser, der Präsident des Bundes Deutscher Amateurtheater, die Theaterwelten: „Wir alle gehen berauscht, beflügelt und auch traurig auseinander, wissend, dass wir uns in zwei Jahren in Rudolstadt wiedersehen.“ Gastgeber der Theaterwelten ist alle zwei Jahre die Thüringer Theater- und Festivalstadt Rudolstadt. Veranstalter sind der Bund Deutscher Amateurtheater und der Thüringer Theaterverband in Kooperation mit dem Theater Rudolstadt und dem Theater-Spiel-Laden Rudolstadt.

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