Peggy Patzschke, die fröhlichste Moderatorin Mitteldeutschlands, kann auch ernst: In ihrem Debütroman „Bis ans Meer“ erzählt sie die bewegende Flucht-Geschichte ihrer Großmutter Frieda, die sich im Januar 1945 in Schlesien mit ihrer kleinen Tochter Erika auf den langen Weg gen Westen macht. Am Donnerstag, 23. Oktober, stellt sie das Buch in der Thalia-Buchhandlung Weimar vor.

Krieg und Flucht: Ein Buch für alle Generationen

Geschrieben hat sie das Buch, „weil wir wieder fast täglich Bilder von Krieg und Flucht im Fernsehen sehen“, verriet sie im Interview. „Da habe ich mir gesagt, ich muss diesen Stoff, der mich schon mein ganzes Leben lang beschäftigt, jetzt aufschreiben. Und ich muss es schonungslos aufschreiben. Was macht ein Krieg mit der Liebe von zwei Menschen? Und mit dem Glück all der Kinder, die danach kommen?“

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Und das Thema interessiert nicht nur ältere Menschen, die das Kriegs-Elend selbst erlebt haben, hat sie bei ihren Lesungen erfahren. „Ein 18-Jähriger hat mir erzählt, dass seine Großeltern diese Geschichten zwar erlebt haben, ihm aber nicht mehr erzählen konnten, weil sie gestorben sind. Und er das Buch so spannend fand, dass er es in einem Rutsch durchgelesen hat.“

Peggy Patzschke
Peggy Patzschke wurde im September für ihren Roman „Bis ans Meer“ mit dem Zukunft-Erbe-Preis 2025 ausgezeichnet. Der Preis würdigt künstlerische Leistungen, die das kulturelle Erbe der Flucht- und Vertreibungsgeschichte in Osteuropa bewahren und sich für Verständigung und Zusammenhalt einsetzen.© Agentur | Peggy Patzschke

Lesung in Weimar: Ein Buch für persönliche und politische Einsichten

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Aber es geht Peggy Patschke, die auch als ehrenamtliche Seelsorgerin arbeitet, nicht nur um Geschichte, sondern auch um Gegenwart: „Ich finde es extrem wichtig, dass wir mehr Verständnis für andere Menschen entwickeln, um besser miteinander leben zu können. Insofern ist es ein sehr persönliches Buch, aber es kann auch politisch gelesen werden. Sicher können wir nicht in die große Weltpolitik eingreifen, aber wir können im kleinen Rahmen viel machen: miteinander sprechen, einander zuhören. Das klingt vielleicht kitschig, aber das offene Reden in der Familie und unter Freunden ist für mich gelebte Demokratie.“

Sonntag

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Lesung mit Peggy Patzschke: Donnerstag, 23. Oktober, 19.30 Uhr in Weimar, Thalia-Buchhandlung, Schillerstraße 5a. Tickets für 15 Euro unter Telefon 03643 / 82810 und unter reservix.de. Der Überschuss geht an gemeinnützige Zwecke.