Ausstellungseröffnung

Filigrane Bühnen und Märchenfiguren aus Papier in Saalfeld

Saalfeld.  Das Saalfelder Stadtmuseum zeigt ab Sonnabend bis zum 16. Februar die Ausstellung „Es war einmal – Papiertheater, Miniaturbühnen“.

Neue Ausstellung im Saalfelder Stadtmuseum: Aussteller „Es war einmal – Papiertheater,  Miniaturbühnen aus der Sammlung von Leanthe und Ludwig Peil“.

Neue Ausstellung im Saalfelder Stadtmuseum: Aussteller „Es war einmal – Papiertheater,  Miniaturbühnen aus der Sammlung von Leanthe und Ludwig Peil“.

Foto: Ulrike Kern

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Das Papiertheater ist „ein Kind der Biedermeierzeit“. Ein Spielzeug, das im 19. Jahrhundert in vielen Bürgerstuben Deutschlands, Englands, Dänemarks, Frankreichs und Österreichs zu finden war, entstanden aus einer Begeisterung des Bürgertums fürs Theater. „Man nahm kleine Bildnisse von Schauspielern aus dem Theater mit nach Hause, schnitt sie aus und versuchte damals vor Nachbarn und Freunden, einen Theaterbesuch nachzustellen“, erzählt Ludwig Peil (68) aus Mainz, der gemeinsam mit seiner Frau Leanthe sein Herz an diese filigrane und papierne Welt verlor. Das Ehepaar, das schon zeitlebens Puppenhäuser, Puppen und Weihnachtskrippen sammelt, hat sich auch dem Zusammentragen jener Papiertheater verschrieben und stellt einen kleinen Teil seiner Sammlung vom 23. November bis 16. Februar 2020 im Stadtmuseum in Saalfeld aus.

Nach dem Kauf der alten denkmalgeschützten alten Schule im Lehestener Ortsteil Schmiedebach zeigt das Ehepaar dort ganzjährig 80 aufgebaute Theater mit 500 Marionetten und Papierfiguren. „Es war schon immer unser Wunsch, die Sammlung nicht in einem Keller zu verstecken, sondern der Öffentlichkeit zu zeigen“, betont Ludwig Peil. Rund 30 Bühnen mit entsprechenden Figuren hat er nun nach Saalfeld gebracht, um diese besondere Theaterform auch den Museumsbesuchern nahe zu bringen.

In der ersten Blütezeit beschäftigten sich unzählige Verlage in ganz Europa mit der Herstellung von Theaterbilderbogen, die als dreidimensionale Kulissen dienten. Auch Figuren wurden mitgeliefert und Textheftchen. So konnte man zu Hause den „Faust“, „Wallenstein“ oder „Freischütz“ nachspielen. Ungefähr um 1870 entdeckten die Verlage die Kinder als neue Zielgruppe und brachten auch Märchenvorlagen auf den Markt. Ab 1910, so der Sammler, verliert das Papiertheater in Deutschland praktisch an Bedeutung. Andere Spielzeuge, insbesondere Blechspielzeuge, laufen ihm den Rang ab. Zwar gibt es auch noch später Papiertheater – Ludwig Peil hat einige Bastelbögen von 1984 bis 1987 eines DDR-Verlags im Sortiment – allerdings eher für Liebhaber und Sammler. Das Ehepaar aus Mainz wird auf Flohmärkten fündig, später auch im Netz.

Ihr ältestes Exponat, das in Saalfeld gezeigt wird, ist übrigens ein Diorama aus dem Jahr 1780, quasi ein Schaukasten und damit Vorläufer des Papiertheaters. Das jüngste ist ein dänische Bühne für die Aufführung von „Der Hund Baskerville“ aus den 50er-Jahren.

Mit kleinen Erklärtexten nimmt das Ehepaar Peil die Besucher mit in die filigrane, kunstvolle Welt der Papiertheater. Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung am Samstag, 23. November, 10 Uhr, werden übrigens drei Vorstellungen von „Hänsel und Gretel“ um 11, 12 und 14 Uhr angeboten.

Stadtmuseum Saalfeld geöffnet: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr

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