Keimzeit im Interview: Lang gehegter Traum vom TFF-Auftritt in Rudolstadt

Gespräch mit Keimzeit-Frontmann Norbert Leisegang und Geigerin Gabriele Kienast. Ihr Konzert begeistert am Samstag die Massen.

Norbert Leisegang, Frontmann des Keimzeit Akustik Quintetts, singt am Samstag auf der Heidecksburg. Foto: Martin Gerlach

Foto: zgt

Herr Leisegang, Sie sind das erste Mal in Rudolstadt...

Norbert Leisegang: ...als Musiker. Ich war schon des Öfteren als Gast beim TFF. Es ist ja europaweit bekannt.

Was ist für Sie das Besondere?

Norbert Leisegang: Die Entwicklung des Festivals finde ich grandios. Es hat in den 80er Jahren noch viel Folklore geboten und ist jetzt so breit aufgestellt, dass jeder Geschmack befriedigt wird. Was ich sehr toll finde als Musiker: dass das Publikum ein Gourmetpublikum ist. Leute, die sehr gern Musik hören, die nicht nur einfach ausgehen und Bier trinken wollen.

Wollten Sie hier immer schon mal auftreten.

Norbert Leisegang: Aber ja.

Gabriele Kienast: Ich auch. Es war tatsächlich ein Traum. Vor zehn Jahren habe ich in einer Klezmer-Band gespielt und wir haben uns hier beworben. Damals war kein Rankommen.

Hören Sie sich auf dem TFF noch andere Musiker an?

Gabriele Kienast: Unbedingt.

Norbert Leisegang: Bei Käptn Peng zum Beispiel wollen wir heute noch tanzen gehen.

Ihnen wurden Bratwürste auf die Bühne gebracht, mögen Sie die?

Norbert Leisegang: Thüringer Roster, Gabriele verschlingt sie.

Gabriele Kienast: Ich bin Halbvegetarierin (lacht). Wenn der Band-Bus aber in Thüringen an einem Bratwurststand hält,...

Norbert Leisegang: ...den nur unsere Techniker kennen,...

Gabriele Kienast: ...dann bin ich dabei und beiß mal rein.

Norbert Leisegang: Aber ganz widerwillig.

Gabriele Kienast: Nein. Schon mit Genuss. Eine Ganze kriege ich aber nicht runter.

In den letzten Jahren haben Sie sich verstärkt der akustischen Musik zugewendet, hat das mit der Sehnsucht nach Harmonie im Alter zu tun?

Norbert Leisegang: Das ergibt sich schon durch die Besetzung. Gabriele ist ja Geigerin. Und dazu der Kontrabass meines Bruders, das gibt schon vor, dass man keine laute Musik machen kann. Ob das eine Frage des Alters ist, weiß ich nicht. Ich bin 53, das will ich nicht verschweigen. In Kürze steht übrigens ein akustisches Album mit dem Filmorchester Babelsberg an.

Sie feiern 30-jähriges Bühnenjubiläum. Ihr Fazit lautet?

Norbert Leisegang: Geh auf die Bühne und mach‘ das Beste, was du kannst.

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