Saalfelds neuer Polizeichef Dirk Löther ist ein waschechter Thüringer

Saalfeld  Geboren in Altenburg, Abitur in Meuselwitz, NVA-Offizier in Erfurt, wo er auch seine Polizeikarriere begann – Saalfelds neuer Polizeichef Dirk Löther, seit Anfang April vor Ort, ist ein waschechter Thüringer.

Kriminaldirektor Dirk Löther (49) ist neuer Chef der Landespolizeiinspektion Saalfeld. Foto: Klaus Moritz

Kriminaldirektor Dirk Löther (49) ist neuer Chef der Landespolizeiinspektion Saalfeld. Foto: Klaus Moritz

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Anders als etwa Jürgen Höhn und Michael Menzel, zwei seiner Vorgänger als Behördenleiter, ist der „Neue“ an der Spitze allerdings wirklich neu in der Landespolizeiinspektion (LPI) Saalfeld. Die Stationen des Kriminaldirektors (KD) waren bisher die Kripo in Erfurt, wo er im Mai 1990 als Kommissar eingestellt wurde, diverse Sonderkommissionen zu Morddelikten, „Russenmafia“ und Rauschgift, Dienststellenleiter in Arnstadt/Ilmenau, Studium in Münster, Leiter Führungsgruppe und Spezialeinheit im Landeskriminalamt (LKA) Thüringen, Chef der Internen Ermittler, zuletzt Referatsleiter Kriminalitätsbekämpfung im Thüringer Innenministerium. In dieser Funktion tauschte er mit dem Leitenden Kriminaldirektor Michael Menzel, seinem Vorgänger in Saalfeld.

Höchstes Lob für Gregor Zeh als Stellvertreter

Die ersten Tage am neuen Dienstort sind davon geprägt, sich ein Bild von den Örtlichkeiten und den Kollegen zu machen. Sein erster Eindruck ist gut. „Es läuft hier alles mit ruhiger Hand. Jeder weiß, was er zu tun hat. Das Betriebsklima ist gut“, sagt der 49-Jährige. Höchstes Lob zollt er Gregor Zeh, der zuletzt die Geschäfte geführt hat. „Ich habe wahrscheinlich den besten Stellvertreter in ganz Thüringen“, sagt Löther.

Saalfeld sei für ihn keine Zwischenstation für eine kurze Zeit. „Ich richte mich auf drei Jahre plus X ein“, so der Erfurter, der seinen Lebensmittelpunkt seit 27 Jahren in der Landeshauptstadt hat. „Dort werde ich vorerst auch wohnen bleiben“, sagt Löther, der sich gerade eine Freisprechanlage in sein Auto einbauen lässt, damit er unterwegs telefonieren kann. „In Erfurt bin ich mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren“. Radfahren, Klettern und Yoga nennt der begeisterte Indien-Fan denn auch als seine Hobbys.

LPI Saalfeld zählt aktuell knapp 600 Mitarbeiter

In Saalfeld ist er Chef von knapp 600 Mitarbeitern, die sich auf die unterschiedlichen Dienststellen der LPI in drei Landkreisen verteilen. Dazu gehören neben der Zentrale in Saalfeld, wo auch der Inspektionsdienst angesiedelt ist, die Polizeiin­spektion Sonneberg und Saale-Orla sowie die Kriminalpolizeiinspektion (KPI), die sich das Objekt in Rudolstadt-Cumbach mit der Bereitschaftspolizei teilt.

Dass es Veränderungen sowohl beim Personal als auch bei den Objekten geben wird, ist dem neuen Saalfelder Polizeichef bewusst.

Noch seien aber weder Entlassungen noch Standortschließungen ein Thema.

Akzente will der Erfurter vor allem dort setzen, wo er sich auskennt. Rauschgiftdelikte (Stichwort SMS-Party), Staatsschutz (Demos am 1. Mai), verdeckte Ermittlungen.

Zwei Projekte seines Vorgängers Michael Menzel will Dirk Löther fortführen. Dabei geht es zum einen um den flächendeckenden Einsatz von Kontaktbereichsbeamten in möglichst allen Gemeinden, zum anderen um das Kindervernehmungszimmer der KPI, dessen Technik dringend modernisiert werden müsse, damit das Zimmer wieder mehr – und gern auch von anderen Dienststellen und Behörden – genutzt werden kann.