Viele Jugendweihen und Konfirmationen thüringenweit wegen Coronavirus abgesagt oder verschoben

Erfurt.  Bei Jugendweihen und Konfirmationen müssen viele Familien in Thüringen in diesem Jahr aufgrund der Coronavirus-Epidemie umplanen.

Eine Bühnendekoration, fotografiert kurz vor dem Beginn einer Jugenweihefeier.

Eine Bühnendekoration, fotografiert kurz vor dem Beginn einer Jugenweihefeier.

Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Zahlreiche Festtermine sind wegen der Corona-Pandemie abgesagt oder aufgeschoben worden, wie es von Jugendweihe-Veranstaltern und der evangelischen Kirche in Thüringen hieß. Sie fallen unter die weitreichende Verordnung der Landesregierung, die vorläufig bis zum 19. April unter anderem Veranstaltungen und Gottesdienste verbietet und die Beschränkung sozialer Kontakte auf ein absolutes Minimum regelt.

Die Jugendweihe-Saison beginnt meist kurz vor Ostern, auch die ersten Konfirmationen werden in der Regel am Palmsonntag vor Ostern gefeiert. Die Termine im April und teilweise auch schon Mai seien abgesagt worden, sagte Dana Grosch von der Interessenvereinigung Jugendweihe Thüringen der Deutschen Presse-Agentur. Sie sollen aber nachgeholt werden.

Wann das sein wird, kann die Interessenvereinigung momentan noch nicht sagen. „Mit der derzeitigen Ungewissheit kann man gar nicht planen“, sagte Grosch. „Wir wollen aber noch in diesem Jahr feiern.“ Bei den Festen feiern die 14- und 15-Jährigen symbolisch den Abschluss der Kindheit.

Eltern wird Geldrückgabe angeboten

In diesem Jahr waren bei der Interessenvereinigung landesweit ursprünglich 158 Feiern geplant. Zunächst abgesagt wurden unter anderem die Feiern in Eisenberg, Altenburg, Bad Blankenburg, Bad Lobenstein und Kahla. Der Interessenverein Humanistische Kinder- und Jugendarbeit Schmalkalden-Meiningen, der in Südthüringen Jugendweihen veranstaltet, hat bislang 10 von 15 Feiern gecancelt, darunter in Breitungen, Zella-Mehlis und Schmalkalden.

„Ob und wann sie nachgeholt werden, wissen wir noch nicht“, sagte Vereinsvorsitzender Steffen Lieding. Den Eltern werde angeboten, ihr bereits eingezahltes Geld für die Veranstaltung mit Festredner und Geschenk zurückzuzahlen oder den Jugendlichen zumindest das Geschenk zuzuschicken. Die Situation sei für einen rein ehrenamtlich arbeitenden Verein mit nur zehn Mitgliedern schwierig. „Wir kämpfen jetzt auch ums Überleben.“

Sicherheit hat Vorrang

In den evangelischen Kirchengemeinden fallen die Konfirmationsfeiern im April aus, wie Susanne Sobko, Sprecherin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, sagte. „Bei den Feiern im Mai warten die Gemeinden derzeit noch ab, wie sich die Situation weiterentwickelt.“ Generell könnten die Konfirmationen in Absprache mit den Konfirmanden und den Eltern aber auch ins nächste Jahr geschoben werden.

Firmungen katholischer Jugendlicher starten nach Angaben des Bistums Erfurt ohnehin erst nach dem 19. April und ziehen sich bis in den Herbst hinein. Ob sie dann gefeiert werden könnten, hänge von den dann geltenden behördlichen Anordnungen ab, sagte Bistumssprecher Peter Weidemann. „Die Sicherheit hat Vorrang.“ Die Erstkommunionen am 19. April, dem sogenannten weißen Sonntag, werden laut Bistum verlegt.