Angst vor Feuerbrand-Ausweitung wächst im Altenburger Land

Nachdem sich nun auch im Altenburger Land ein Feuerbrand-Fall bestätigt hat, wächst die Angst vor der Ausbreitung.

Im Altenburger Land steigt die Angst, dass sich die Pflanzenkrankheit Feuerbrand ausbreiten könnte. Foto/Archiv: Eveline Maring

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Lumpzig. Ja, sie macht sich große Sorgen. Darüber, dass sich die Pflanzenkrankheit Feuerbrand in ihrem Obstgut ausbreiten könnte und im schlimmsten Fall Bäume gerodet werden müssen. Doch so weit soll es nicht kommen, sagt Chrisante Geier, Chefin des gleichnamigen Obstgutes in Lumpzig. Die gefragte Expertin betont aber, dass der Betrieb gut auf die Abwehr der Krankheit vorbereitet ist. Man habe des Bioregulator Regalis gespritzt, weil die Obstbauern schon davon ausgingen, dass sich aufgrund des feucht-warmen Wetters der Feuerbrand ausbreiten könnte. Die durch Bakterien verursachte Krankheit ist für den Menschen ungefährlich, nicht aber für die Pflanzen. Ist eine Pflanze von Feuerbrand befallen, verfärben sich die Blätter. Zudem biege sich der Trieb und ähnelt einem Feuerhaken.

Im Extremfall kann die Pflanze dann eingehen. Besonders anfällig sind Birnen und Quitten genauso wie Weiß- und Rotdornbüsche. An einem Weißdornbusch zwischen Trebula und Gimmel wurde bereits ein Befall festgestellt. Derzeit untersucht wird auch ein Busch in Zschernitzsch, sagte Olaf Enderlein vom zuständigen Landwirtschaftamt Zeulenroda. Das Ergebnis sei noch offen.

Im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt wurde wegen des großflächigen Befalls der Katastrophenfall ausgerufen. Hier wird befürchtet, dass 300 Hektar Obsthölzer der Krankheit zum Opfer fallen könnten. In Thüringen warnt Enderlein vor "Panikmache". Zwar sei der Bakterienbefall bestätigt worden, doch von einem Ausmaß wie in Sachsen-Anhalt könne noch keine Rede sein. Er betont zugleich, dass das Wetter in den kommenden zwei Wochen die Ausbreitung begünstigen könnte.

Für Obstgut-Chefin Geier ist das nicht neu, bereits zur DDR-Zeiten habe man viele Erfahrungen mit der Krankheit gesammelt und - so die Landwirtin - wirksame und "vorbildliche Strategien" dagegen entwickelt. Fakt sei, die Krankheit gehe nicht von den Obstbäumen aus, sondern verbreite sich durch die Rot- und Weißdornsträuche. Jene, erinnert sie sich, wurden noch vor 30 Jahren massiv gerodet.

"Doch inzwischen geriet das alles in Vergessenheit." Weil sie günstig sind, seien sie wieder in den Städten und Gemeinden zur Verschönerung gepflanzt worden, sagt Geier. Nun würden wieder Expertengruppen gegründet, die sich Strategien überlegen - "wir erfinden das Fahrrad also wieder neu", ärgert sich die Obstbäuerin und betont: "Wir haben uns an die Spielregeln gehalten." Das bedeutet, dass auch auf ihrem Obstgut keine Birnen- und Quittenbäume wachsen, denn die könnten die Krankheiten zu leicht übertragen. Die strikte Trennung sei auch eine Regelung aus DDR-Zeiten.

In den nächsten Tagen heißt es für die Obstbauern in Lumpzig: Hoffen, dass sich die Krankheit nicht weiter ausbreitet. Und so prüft Chrisante Geier täglich die Pflanzen auf dem Gut und die Büsche in den Dörfern.

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