Grüner Unterrichtstag mit Fernglas und Säge: 360 Gründschüler bei Waldjugendspielen in Saalfeld

Saalfeld  36 Mitarbeiter vom Forstamt Saalfeld-Rudolstadt haben für die 360 Mädchen und Jungen der Grundschulen des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt gestern im Stadtwald Saalfeld die Waldjugend­­spiele organisiert.

Auf dem Parcours warteten vielfältige Themenstationen wie Pflanzen- und Tierkunde, Umweltschutz und Jagd auf schlaue Köpfe. Foto: Roberto Burian

Foto: zgt

Begleitet von den Forstleuten und ihren Lehrern starteten die Schüler ihren Tag im Revier und hatten jede ­Menge Spaß.

Die Teilnehmer verbrachten dabei einen etwas anderen Unterrichtstag im Wald. Die Schüler der 4. Klassen waren einen Tag selbst kleine Förster. Entlang eines Weges wurden Stationen vorbereitet. Praxis- und erlebnisorientiert wechselten Wissensstationen zum Thema Wald und Forstwirtschaft und Spielstationen einander ab. In kleinen Gruppen lösten die Mädchen und Jungen vielfältige Aufgaben, die ihnen die Experten im Jagdrevier stellen.

Dabei bewiesen die Kinder ihr umfangreiches Wissen über ­umweltbewusstes Verhalten in freier Natur sowie über die ­Arten heimischer Tiere und Pflanzen. Für die richtige Lösung der einzelnen Aufgaben, für Schnelligkeit und Geschicklichkeit wurden grüne Punkte vergeben. „Den Wald lernt man nicht beim Stillsitzen im Klassenzimmer kennen. Gute Noten gibt es heute nur für diejenigen, die mit wachen Sinnen unterwegs sind, schnell laufen oder sägen und Blätter, Zapfen und Äste in die Hand nehmen“, gaben die Forstleute den Kindern mit auf den Weg und laden sie ins „grüne Klassenzimmer“ ein.

Milio und Angelina von der Bad Blankenburger Grund­schule wurden von ihren ­Klassenkameraden beim Sägen angefeuert, während die anderen Fröbelstädter gerade ihre Kenntnisse über die Tiere des Waldes preisgaben. „Dort sind ein Fuchs und ein Marder“, schallte es vom Hochsitz.

Obwohl die Forstleute den präparierten Meister Reineke abseits des Weges zwischen Bäumen platziert hatten, erkannten die Grundschulkinder ihn auf den ersten Blick. Luca und seine Truppe hatten mit ihrem Fernglas außerdem längst weitere Bewohner des Waldes erspäht. Nico (10) aus der 4c von der Grundschule „Caspar ­Aquila“ Saalfeld war an der nächsten Station der Zapfenkönig geworden und bekam als bester Werfer schon mal einen goldenen Zapfen überreicht.

Delovan (11) und seine Mitschüler bewiesen, dass sie auch mit der Axt umgehen können. Paul und Jennifer von der Marco-Polo-Schule aus Saalfeld ­bauten mit Andreas Wirth und Reiner Posluschnik Kästen für Meisen. Sebastian, Margareta und Laurenz von der Saalfelder Johannesschule lernten mit Dirk Hofmann die Pilze des Waldes kennen.

„Bei uns in der Region sind die Waldjugendspiele ein wichtiger Beitrag, um Schülerinnen und Schülern den Wald mit seinen vielfältigen Funktionen für den Naturhaushalt und den Menschen nahe zu bringen. Wir wollen den Kindern auch zeigen, warum und wie der Wald nachhaltig bewirtschaftet und ­genutzt wird“, sagte Matthias Schwimmer vom Thüringer Forstamt.

Als sich die Naturdetektive dann richtig ausgepowert hatten, gab es für alle eine willkommene Stärkung und die Besten standen danach auf dem Treppchen ganz oben.

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