Natur hautnah: Waldjugendspiele für Kinder mit Handicap im Heinrichsruher Park  

Schleiz  Im Heinrichsruher Park tummelten sich am Donnerstagvormittag viele junge Menschen. Der Grund: die Waldjugendspiele – dieses Mal speziell zugeschnitten auf junge Menschen mit Handicap.

Heino Linke zeigt den Schülern den Schädel samt Geweih eines Rothirsches und lässt die Kinder das Präparat anfassen, damit sie mit nahezu allen Sinnen die Tierwelt im Wald erfahren können.

Foto: Oliver Nowak

Insgesamt zehn Schulklassen nahmen an dem Aktionstag, der vom Schleizer Forstamt organisiert war, teil. Das Gros der Waldgäste waren die neun Klassen der Förderschule des Pädagogischen Zentrums (PZ) Schleiz. Zudem nutze auch eine Gruppe aus dem benachbarten Bayern den lehrreichen Ausflug in den Heinrichsruher Park. Dort konnten die Schüler und ihre Begleiter an insgesamt fünf Stationen ihr Wissen rund um das Thema Wald auffrischen. Dabei wurde ihnen die Natur spielerisch erklärt. So konnten sie ihre Treffgenauigkeit mit Tannenzapfen zum Beispiel beim Tannenzapfen-Zielwurf testen. Und erfuhren, dass aus den Zapfen der Bäume neue Bäume entstehen können. So auch der siebenjährige Jason vom PZ Schleiz. Er war beim Zielwerfen sehr treffsicher und bekam als Preis Gummibärchen spendiert.

Wie sich die unterschiedlichen Bäume, die im Heinrichsruher Park wachsen, anfühlen, erfuhren die Kinder bei Revierförster Jürgen Metz vom Schleizer Forstamt. Er ließ die Kinder unterschiedliche Zweige befühlen. Erstaunt waren selbst einige Begleiter der Kinder, als sie den Duft von zerriebenen Douglasien-Nadeln an ihren Händen rochen. Denn es riecht, wie Metz für alle erklärte, nach einer Mischung aus Orangen und Zi­tronen. Zudem testete der Revierförster das Wissen der Kinder im Bereich Pilze – und den feuerroten Fliegenpilz mit seinen weißen Tupfern erkannten gleich alle. „Für die Kinder ist es toll, den Wald hautnah zu erleben und mit allen Sinnen wahrzunehmen. Dadurch können sie viel besser lernen als aus dem Schulbuch“, erklärte Ilona Nebel, Schulbegleiterin der 2. Klasse vom PZ Schleiz. Auf die Waldjugendspiele hat sich die Klasse indessen in den vergangenen Tagen auch im Unterricht vorbereitet. „Wir behandeln seit Anfang der Woche das Thema Wald“, sagte Björn Leistner, ­Pädagogische Fachkraft.

Um die Tiere, die in den hiesigen Wäldern leben, ging es beim Erfahrungsstand von Revierförster Heino Linke. „Weil sich die Tiere im Wald verstecken, wenn die Menschen kommen, ich euch aber ja die Tiere zeigen wollte, habe ich ein paar Präparate mitgebracht“, sagte Linke zu seinen Besuchern. Mit dabei hatte er unter anderem ein ausgestopftes Rehkitz, einen Muffelwildkopf, ein Eichhörnchen und auch einen kleinen Frischling. „Besonders freuen sich die Kinder aber über den Waschbären. Er sieht ja auch wirklich niedlich und ein bisschen schelmisch mit seiner Maske aus“, erklärte Linke. Sichtlich spannend fanden die Kinder auch das große Geweih eines Rothirsches, das sie anfassen durften. Ebenso wie das Rehkitz oder den Frischling. Jedes Tier, so erfuhren sie beim Betasten der Präparate, habe ein anderes Fell. Manche waren kuschelweich, andere hingegen struppig und rau.

Oliver Nowak kommentiert: Abenteuer Wald für jedermann

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