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Corona: RKI-Zahlen steigen weiter – Lauterbach alarmiert

| Lesedauer: 11 Minuten
Videografik: So wirken Impfungen

Videografik: So wirken Impfungen

Beim Impfen wird eine Infektion simuliert. Dies ermöglicht es dem Körper, Abwehrmechanismen gegen den Erreger zu entwickeln. Im Herbst soll es in Deutschland an Omikron-Subvarianten angepasste Corona-Impfstoffe geben.

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Die Corona-Zahlen steigen. Die Inzidenz erreicht einen Wert von über 400. Gesundheitsminister Lauterbach ist alarmiert. Mehr im Blog.

  • Laut AOK fallen Corona-Erkrankte im Schnitt neun Tage am Arbeitsplatz aus
  • Das RKI meldet steigende Corona-Zahlen
  • Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei über 400
  • Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnt vor einer Herbstwelle
  • Neben Olaf Scholz sind auch die Ministerinnen Klara Geywitz und Nancy Faeser mit Corona infiziert

Berlin. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zeigt sich angesichts der steigenden Corona-Fallzahlen alarmiert: "Eine Herbstwelle scheint immer wahrscheinlicher", twitterte der SPD-Politiker. Am Donnerstag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) 78.869 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 56.987) und 94 Todesfälle (Vorwoche: 106) innerhalb eines Tages. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 409,9. Am Vortag hatte der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 379,6 gelegen (Vorwoche: 281,1; Vormonat: 242,5). Allerdings liefern die Angaben nur ein unvollständiges Bild der Lage. Experten gehen von einer hohen Zahl nicht erfasster Fälle aus.

Derweil gilt ab dem 1. Oktober das neue Infektionsschutzgesetz. Das bringt auch Änderungen beim Impfstatus mit sich. Bestimmte Gruppen, die bisher als vollständig geimpft galten, benötigen dann weitere Nachweise.

Corona-News von Donnerstag, 29. September – AOK: Corona-Erkrankte fallen im Schnitt neun Tage aus

12.33 Uhr: Wer sich mit Corona infiziert, ist laut einer Auswertung der Krankenkasse AOK Rheinland/Hamburg durchschnittlich gut neun Tage krankgeschrieben. Vier von einhundert Corona-Erkrankten in der Region Rhein/Ruhr bekämen zudem die Diagnose Long-Covid gestellt, erklärte die Versicherung am Donnerstag in Düsseldorf. Sie fielen durchschnittlich 48,4 Tage am Arbeitsplatz aus und damit fast sieben Kalenderwochen.

Mit dem Alter nehme das Risiko zu, an Long-Covid zu erkranken, hieß es weiter. Im Rheinland betrage der Anteil bei den Über-60-Jährigen 7,2 Prozent, bei den Unter-30-Jährigen nur 1,7 Prozent.

Die Zahlen basieren auf einer Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) von Daten der berufstätigen AOK-Versicherten im Pandemie-Zeitraum von März 2020 bis Juli 2022. Fast jeder und jede sechste Beschäftigte sei in dem Zeitraum mit einer Corona-Infektion am Arbeitsplatz ausgefallen.

Leichter Rückgang bei Verpackungsmüll im ersten Corona-Jahr 2020

4.11 Uhr: In Deutschland ist die Menge an Verpackungsmüll im ersten Pandemiejahr 2020 leicht zurückgegangen. Das geht aus jüngsten Daten des Umweltbundesamts (UBA) hervor, die das UBA an diesem Donnerstag veröffentlicht und die der dpa vorab vorlagen.

Den UBA-Daten zufolge fielen 2020 insgesamt knapp 18,8 Millionen Tonnen Verpackungsabfall an - das entspricht einem Rückgang um 0,7 Prozent gegenüber 2019, als es noch 18,9 Millionen Tonnen waren. Pro Kopf seien es 1,7 Kilogramm weniger Müll gewesen und damit durchschnittlich 225,8 Kilogramm pro Jahr. Es handelt sich demnach um den ersten Rückgang seit 2009. Die Daten für 2021 liegen dem UBA nach eigenen Angaben erst im kommenden Jahr vor.

Corona-News von Mittwoch, 28. September – Lauterbach alarmiert über Fallzahlen: Herbstwelle?

18.01 Uhr: Nach dem Robert Koch-Institut (RKI) hat auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) Alarm geschlagen. "Eine Herbstwelle wird immer wahrscheinlicher", twitterte Lauterbach.

Zuvor hatte das RKI die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz mit 334,9 angegeben, ein weiterer Anstieg. Lauterbach erneuerte seinen Appell an alle Bürger, sich impfen zu lassen, zumal spezifische Stoffe gegen die aktuell dominante Omikron-Variante BA.5 vorliegen.

Umfrage: Mehrheit will weiter Maske im Flugzeug tragen

12.04 Uhr: Nach dem Wegfall der Maskenpflicht in Flugzeugen will einer Umfrage zufolge eine Mehrheit der Fluggäste weiter eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. 35 Prozent der Befragten gaben in einer Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov an, dass sie es für wahrscheinlich hielten, ab dem 1. Oktober weiter freiwillig eine Maske im Flieger zu tragen. Für 27 Prozent ist das "nicht wahrscheinlich". 31 Prozent gaben in der Umfrage an, gar nicht zu fliegen. 7 Prozent machten keine Angaben.

Ab Oktober gelten neue Corona-Regeln. In Flugzeugen müssen Passagiere keine Maske mehr tragen. Bundesweit vorgeschrieben werden FFP2-Masken dagegen in Kliniken, Pflegeheimen und Arztpraxen. Auch in Fernzügen gilt weiter eine Maskenpflicht, wobei für Kinder eine einfache OP-Maske reicht.

Bauministerin Geywitz erneut an Corona erkrankt

12.02 Uhr: Bauministerin Klara Geywitz hat sich erneut mit dem Coronavirus angesteckt. Eine Pressekonferenz zur Wohngeld-Reform wurde am Mittwoch deswegen abgesagt. Für die SPD-Politikerin ist es bereits die zweite Corona-Erkrankung, im Januar war sie ebenfalls positiv getestet worden. Damit gibt es seit Wochenbeginn schon drei Corona-Fälle im Ampel-Kabinett: Auch Bundeskanzler Olaf Scholz und Innenministerin Nancy Faeser (beide SPD) sind infiziert und isolieren sich.

Corona-News von Dienstag, 27. September: Scholz verbringt gesamte Corona-Isolation im Kanzleramt

  • Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) verbringt seine gesamte Corona-Isolationszeit im Kanzleramt.
  • Die europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft einen neuen Covid-Impfstoff gegen die Omikron-Subvarianten BA.4 und BA.5.
  • Der Druck auf den Bund, die Isolationspflicht für Corona-Infizierte zu beenden, steigt.
  • Das für Mittwoch geplante Spitzentreffen von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) mit den Regierungschefinnen und -chefs der Länder zur Energiepreiskrise wird auf die kommende Woche verschoben.
  • Gut zehn Tage nach Beginn des Oktoberfests steigen die Corona-Zahlen in München deutlich.
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstagmorgen mit 334,9 angegeben.

Corona-News von Montag, 26. September – Kanada hebt Corona-Regeln für Einreisende auf

  • Kanada hebt ab Oktober alle Corona-Einreisebeschränkungen auf. Die kanadische Regierung werde die am 30. September auslaufende Verordnung nicht verlängern und alle Anforderungen für die Einreise aufheben, erklärte Gesundheitsminister Jean-Yves Duclos am Montag. Wer nach Kanada einreist, müsse dann keine Impfung mehr nachweisen und auch nicht mehr in Quarantäne, erklärte die kanadische Gesundheitsbehörde.
  • Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat sich erstmals seit Beginn der Pandemie mit dem Coronavirus infiziert. Auf Twitter schrieb sie am Montag: "Jetzt hat mich Corona auch erwischt, zum ersten Mal. Das Virus bleibt tückisch. Passt alle in diesem Herbst gut auf Euch auf!" Faeser hätte an diesem Dienstag an einer gemeinsamen Sitzung der Innen- und Justizminister in München teilnehmen sollen. Dort wird sie nun von einem Staatssekretär vertreten. Die Ministerin sei in Hessen in häuslicher Isolation, teilte ein Sprecher auf Nachfrage mit. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz wurde positiv auf das Coronavirus getestet.
  • Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ist am Montag positiv auf Corona getestet worden. Er habe milde Erkältungssymptome und sich sofort in Isolation begeben, teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit mit.
  • Bildungsgewerkschaften warnen vor Unterrichtsausfällen oder sogar Schulschließungen, falls in einer möglichen neuen Corona-Welle viele Lehrerinnen und Lehrer erkranken. Der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Montag): "Wenn der Schutz und damit die Gesundheit der Lehrkräfte nicht hinreichend beachtet wird, werden die Schulschließungen vor dem Hintergrund des bereits ohnehin schon dramatischen Personalmangels, bei entsprechendem Krankenstand von ganz allein kommen."

Corona-News von Sonntag, 25. September – Ärztin und Betroffene: Noch viel Eigeninitiative bei Long Covid nötig

  • Im Umgang mit dem neuen Krankheitsbild Long Covid gibt es aus Betroffenensicht trotz Fortschritten noch viel Aufklärungsbedarf. "Ich glaube schon, dass mittlerweile die Sensibilität dem Thema gegenüber zugenommen hat", sagte die Wetzlarer Ärztin Claudia Ellert der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe zunehmend Menschen, die sich mit dem Thema befassen. "Das ist aber noch viel Eigeninitiative. Was fehlt, sind Strukturen aus Fachgesellschaften oder Verbänden heraus", so Ellert.
  • Die Corona-Pandemie hat nach einer Studie im Auftrag der Krankenkasse DAK den Bewegungsmangel bei Kindern in Deutschland verschärft. So sei der Anteil der ausreichend aktiven Kinder bei sozial Benachteiligten besonders stark von 27 auf 22 Prozent gesunken, teilte die DAK mit. Das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel hatte fast 18.000 Schulkinder der Klassenstufen 5 bis 10 in 13 Bundesländern im Schuljahr 2021/2022 befragt.
  • Nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums muss die Schweiz 10,3 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Moderna entsorgen. Laut der Nachrichtenagentur Keystone-ATS teilte das Schweizer Gesundheitsministerium am Samstag mit, es gebe keine Alternative zur Vernichtung der Impfdosen. Demnach handelt es sich um 2,5 Millionen Dosen aus einem Logistikzentrum der Schweizer Armee und 7,8 Millionen Impfdosen aus einem Depot in Belgien.

Corona-News von Samstag, 24. September: Tausende feiern nach Corona-Pause bei Musikfestival Lollapalooza

  • Das Musikfestival Lollapalooza hat nach einer Corona-Zwangspause Tausende Besucher in das Olympiastadion und den Olympiapark Berlin gelockt. Die Gäste feierten am Samstag zu Künstlern wie der Band Milky Chance, Rapperin Layla oder Sängerin Zoe Wees. Am Abend wurden noch große Acts wie US-Sänger Machine Gun Kelly oder die Bands AnnenMayKantereit und Kraftklub und erwartet. Das Festival war wegen der Pandemie zuletzt zwei Mal ausgefallen.
  • Münchner Wissenschaftler untersuchen das Abwasser des Oktoberfests laufend auf Bestandteile des Coronavirus. Es gebe dort derzeit eine ähnliche Virenkonzentration wie im Stadtgebiet, sagte Andreas Wieser von der Abteilung für Infektions-und Tropenmedizin am LMU Klinikum München der Deutschen Presse-Agentur. Für die Dauer des Festes würden täglich Proben vor und hinter der Wiesn dem Abwasser entnommen.

Corona-News von Freitag, 23. September: Dänemark hebt wegen Corona verhängtes Verbot von Nerzzucht wieder auf

  • Dänemark hebt das während der Corona-Pandemie verhängte Verbot von Nerzfarmen wieder auf. Das Verbot "läuft zum Ende des Jahres aus", erklärte das Landwirtschaftsministerium in Kopenhagen am Freitag. Die Gesundheitsbehörden hätten dies für angemessen befunden. Züchter müssten allerdings strenge Auflagen zur Infektionsprävention respektieren.
  • In Frankreich zieht die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen wieder kräftig an. In der vergangenen Woche stieg der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner um 57 Prozent und lag am Montag bei 308,2, wie die Gesundheitsbehörden in Paris am Freitag mitteilten.
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den wissenschaftlichen Einfluss Deutschlands bei der internationalen Bekämpfung der Corona-Pandemie hervorgehoben. Dieser sei "unübertroffen", sagte der oberste Krisenmanager der WHO, Mike Ryan, anlässlich der Jahresversammlung der Wissenschaftsakademie Leopoldina am Freitag in Halle. "Ein Plan garantiert keinen Erfolg, aber ohne Plan geht man nirgendwohin", sagte Ryan.
  • Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat die Oktoberfest-Veranstalter wegen des fehlenden Corona-Testangebots auf der Wiesn kritisiert. "Ich finde: Wenn man fast 15 Euro für eine Maß Bier verlangt, dann kann man den Besuchern auch einen kostenlosen Test anbieten", sagte Lauterbach am Freitag der Mediengruppe Bayern.

Hier startet ein neuer Corona-Blog. Ältere Corona-News von Donnerstag, 22. September, finden Sie hier.

(fmg/dpa/afp/epd)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.