Während die Olympischen Spiele die Besten der Welt ins Rampenlicht stellen, bereiten sich in Heiligenstadt Athletinnen und Athleten der Eichsfelder Werkstätten auf ihren eigenen Höhepunkt vor: die Nationalen Special Olympics vom 15. bis 20. Juni. Mehr als 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland werden im Saarland antreten.

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„Für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung sind die Special Olympics weit mehr als ein Wettkampf. Sie sind Bühne, Begegnung und Beweis dafür, was mit Mut, Ausdauer und Unterstützung möglich ist“, erklärt Melanie Dombrowski, Pressesprecherin der Raphael Gesellschaft gGmbH.

Der Weg zu den Spielen für die Eichsfelder begann 2021, als Christoph Köhler, Geschäftsführer von Special Olympics Thüringen, und Norbert Jünemann, Trainer in den Eichsfelder Werkstätten, in Kontakt kamen. Auf der Suche nach Talenten stieß Köhler auf den Läufer Kai Schröder.

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Neue Sportgruppe bringt Menschen mit Beeinträchtigung zusammen

Schröder hatte sich bereits als Läufer einen Namen gemacht und setzte früh ein Ausrufezeichen: Bei den Nationalen Spielen 2022 in Berlin lief er über 3000 Meter auf den dritten Platz. „Aus dieser Initialzündung entstand die Mitgliedschaft der Eichsfelder Werkstätten bei Special Olympics“, so Dombrowski. Seitdem setzte ein kontinuierlicher Aufbau von Trainings- und Wettkampfstrukturen in Heiligenstadt ein. Das Interesse der Menschen mit Beeinträchtigung am Sporttreiben wuchs stetig.

So gründete Norbert Jünemann im Jahr 2024 eine Sportgruppe der Raphael Gesellschaft. Schülerinnen und Schüler der St. Franziskus-Schule und des Kinderhauses in Dingelstädt, Bewohner aus dem Bergkloster, dem Haus Teresa und weiteren Einrichtungen fanden zusammen. Aus ersten Einheiten wurde schnell eine starke Gemeinschaft. Ob Floorball, Fußball, Tischtennis, Dart oder die Leichtathletik – die Sportarten rückten immer mehr in den Fokus der Sportler.

Parallel wuchs die Wettkampferfahrung – etwa beim inklusiven Leichtathletikfest in Göttingen, bei Landeswettbewerben in Gera und Halle oder beim Bowling von Special Olympics Thüringen. „Diese Veranstaltungen sind Anerkennungswettbewerbe und damit die Basis für die Qualifikation zu den Nationalen Spielen“, erklärt Melanie Dombrowski.

Acht Athleten der Raphael Gesellschaft für Special Olympics qualifiziert

Doch damit nicht genug: Jeder Athlet musste sich individuell für die Teilnahme an den Special Olympics bewerben. Dann wurde sorgfältig geprüft, mit welchen Ergebnissen an den Anerkennungswettbewerben teilgenommen worden war und welche sportliche Qualifikation jeder mitbrachte.

Am Ende des Prüfverfahrens kam die erlösende Nachricht: Alle acht gemeldeten Athleten der Raphael Gesellschaft Heiligenstadt wurden für die nationalen Spiele zugelassen. „Sie werden im Saarland im Bowling, im Kugelstoßen und Ballwurf sowie über 50-, 100-, 400-, 1500- und 3000-Meter-Lauf an den Start gehen“, so die Pressesprecherin.

Der Trainingsfokus ist entsprechend breit gefächert. Dank einer Vereinbarung mit dem Gasthof „Zur Linde“ in Geisleden können die Bowler wöchentlich Bahnroutine, Technik und Präzision schärfen. Die Leichtathleten trainieren im Gesundbrunnenstadion Heiligenstadt an Technik, Wurfkraft, Tempogefühl und Ausdauer.

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Die Teilnahme an einem bundesweiten Großereignis will organisiert und finanziert sein: Anreise, Unterkunft, Verpflegung, Teamkleidung und Ausrüstung müssen gestemmt werden. Das Engagement der Pax-Bank deckt einen erheblichen Anteil der Kosten ab und schafft Freiräume für das, was jetzt zählt: konzentrierte Vorbereitung auf die nationalen Wettkämpfe.

Trainer und Athleten freuen sich auf neue Erfahrungen im Saarland

„Wir sind dankbar für die verlässliche Partnerschaft mit Special Olympics Thüringen und die Unterstützung der Pax-Bank. Sie gibt unseren Athletinnen und Athleten die Sicherheit, sich ganz auf ihren Sport zu konzentrieren“, so Dombrowski.

Auch für Trainer Norbert Jünemann ist die Teilnahme eine große Ehre. Er setzt große Hoffnungen in „seine Jungs“ und verfolgt durchaus sportliche Ziele. Ein Platz unter den ersten Drei ist sein erklärter Anspruch. Gleichzeitig betont er: „In erster Linie geht es darum, diese besondere Erfahrung mitzunehmen und das Bestmögliche aus sich herauszuholen.“ Trainer Norbert Jünemann formuliert es pragmatisch: „Ergebnisse sind wichtig, aber die Erfahrung ist unbezahlbar.“

Die Vorfreude bei seinen Athleten ist ebenso spürbar. Besonders freuen sich alle auf die gemeinsame Zeit im Saarland: einmal raus aus dem gewohnten Alltag, eine neue Umgebung entdecken, das Saarland erkunden, andere Sportler kennenlernen, deren Disziplinen beobachten und gemeinsam unvergessliche Momente erleben. So umschreibt Melanie Dombrowski die Erwartungen und die Vorfreude der Teilnehmer.