Es ist ein Gebäude in der Bachstraße 15 bis 23, das in den kommenden Monaten zu einem der meistdiskutierten Orte der Landesgartenschau (LGS) Leinefelde werden dürfte. Der sogenannte Blumenblock, ein ehemaliges Mietswohnhaus der Leinefelder Wohnungsbaugenossenschaft.

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Errichtet wurde das Gebäude Ende der 1980er-Jahre in Plattenbauweise. Für die Dauer der LGS wurde es zu einem außergewöhnlichen Ausstellungszentrum umgebaut. Als Teil des Kerngeländes verbindet der Block Floristik, Kunst, Geschichte und regionale Themen zu einem abwechslungsreichen Rundgang.

Das Kellergeschoss ist Eingangsbereich, zwei Treppenhäuser übernehmen die Funktion von Ein- und Ausgang sowie Flucht- und Rettungswegen. Ein nachträglich angebauter Fahrstuhl sorgt für Barrierefreiheit.

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Blumenhalle verwandelt Plattenbau auf zwei Etagen

Zwischenwände sind verschwunden, und Durchbrüche ermöglichen einen Rundgang durch jede der fünf Ebenen. Auf der Südseite verleihen die erhaltenen Balkone dem Gebäude eine eigene Kulisse und eröffnen ungewohnte Blickachsen über das Kerngelände der LGS.

Den Auftakt des Rundgangs bilden das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss gemeinsam: Floristinnen und Floristen unter Federführung von Creativ aus Kindelbrück verwandeln diese beiden Etagen in eine Blumenhalle, die sich in einem Plattenbau vielleicht niemand vorstellt.

Insgesamt zwölf wechselnde Blumenausstellungen sorgen dafür, dass sich ein zweiter Besuch lohnt. Jede Schau, die vom Deutschen Meister der Floristik, Christopher Ernst, und seinem Team inszeniert wird, trägt ein eigenes Thema. Dabei lebt jede Inszenierung von überraschenden Kontrasten zwischen dem rauen Charakter des Rohbaus und der Eleganz frischer Floristik.

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Regionale Gartenkultur rückt Ausbildung und Tradition in den Fokus

Im zweiten Obergeschoss wird es regional. Die Gartenzwergmanufaktur Gräfenroda präsentiert eine Zwergenwerkstatt, der Landesverband Gartenbau Thüringen widmet sich in einer Ausstellung den Grünen Berufen und zeigt Ausbildungswege und Zukunftsperspektiven im Gartenbau.

Die Stiftung Deutsches Gartenbaumuseum Erfurt und die ega gGmbH erinnern gemeinsam unter dem Titel „iga*61. Geschmack und Impulse“ an den Beginn der Internationalen Gartenbauausstellung in Erfurt vor 65 Jahren. Ergänzt wird die Schau in dieser Etage durch die Wanderausstellung „Geschmack der Regionen“, die historische Obst- und Gemüseraritäten und vergessene lokale Besonderheiten in den Mittelpunkt rückt.

Wer selbst Hand anlegen möchte, findet in der Gemüse-Aufzuchtstation des städtischen Fachamts für Öffentlichkeitsarbeit, Tourismus und Kultur den richtigen Ort dafür. Gemeinsam mit regionalen Erzeugern werden im zweiten Obergeschoss Workshops angeboten, die das Thema Anbau im eigenen Garten praktisch erfahrbar machen.

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Kunst und Studenten zeigen das Wohnen im Plattenbau

Das dritte Obergeschoss gehört der Kunst. Der Bildhauer Christoph Haupt zeigt in seiner Ausstellung „Provinz“ Skulpturen, Zeichnungen, Fotografien und Installationen rund um Heimat, gesellschaftliche Zwischenräume und die Frage nach Zugehörigkeit. Der Plattenbau selbst wird dabei zum Teil der künstlerischen Aussage, zum Resonanzraum zwischen Urbanisierung und Gegenentwurf.

Zudem ergänzen zwölf Studenten der Bauhaus-Universität Weimar die Schau mit eigenen Arbeiten, in denen sie ihre Perspektive auf das Wohnen in der Platte und auf die Gartenschau in der Leinefelder Südstadt zeigen.

Landesgartenschau Leinefelde-Worbis: Der Blumenblock
Im vierten Obergeschoss nimmt die Stadtverwaltung Leinefelde-Worbis die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise durch die jüngere Stadtgeschichte – dokumentiert mit historischen Fotografien und Exponaten zum Anfassen.© Funke Medien Thüringen | Sebastian Grimm

Ganz oben, im vierten Obergeschoss, erzählen die Ausstellungen Geschichten und Abenteuer der Vergangenheit. Die Stadtverwaltung Leinefelde-Worbis zeigt eine Ausstellung zur jüngeren Stadtgeschichte mit Exponaten zum Anfassen.

Von der DDR-Nostalgie bis zu Motorradabenteuern um die Welt

Heidi und Bernd Kleine aus Kallmerode nehmen die Besucherinnen und Besucher in ihrer Schau „Aus der Leinefelder Garage in die große weite Welt“ mit auf Motorradreisen rund um den Globus, gestartet kurz nach der Grenzöffnung.

Eine nachgebaute Nostalgiewohnung unter dem Titel „So wohnten wir in der DDR“ macht Alltagsgeschichte unmittelbar erfahrbar. Hinzu kommen ein Videoprojekt der Bauhaus-Universität Weimar zum Thema Natur sowie ein von der Leinefelder Wohnungsbaugenossenschaft gestaltetes Loft, das Reportagen über Leinefelde zeigt und zugleich als Veranstaltungsort für Vorträge und Workshops dient.

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„Der Blumenblock lädt dazu ein, stehenzubleiben, genauer hinzuschauen und sich auf neue Eindrücke einzulassen“, sagt Stadtbürgermeister Christian Zwingmann (CDU). „Er zeigt, dass die Landesgartenschau 2026 nicht nur im Grünen stattfindet, sondern mitten im urbanen Leben unserer Stadt.“