Andreas vs. Andreas. Was zuerst vielleicht als kleiner Gag im Wahlkampf durchging, ist nun die ernste Konstellation für die Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt. Amtsinhaber Andreas Bausewein (SPD) und Andreas Horn (CDU) als Herausforderer hoffen auf die Stimmen am kommenden Sonntag. Verfolgen Sie das Streitgespräch hier im Liveticker. Um das Video zu sehen, müssen Sie den „externen Inhalt“ akzeptieren.
21.18 Uhr: Die Abschlussstatements wurden abgegeben. Bausewein setzt auf Kontinuität, während Horn eher in die Zukunft schaut und mehr Wahlversprechen abgibt.

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21.13 Uhr: „Ich brenne für das Amt“, sagt Bausewein, ist dabei aber eher ruhig. 18 Jahre seien nicht genug. Das Statement von Bausewein bleibt blass. Wenn jemand einen guten Job mache, dann solle man nicht wechseln. Horn sagt, er stehe für einen Wechsel. Er wolle Erfurt voranbringen beim Thema Sicherheit, aber auch bei vielen weiteren Themen. Man müsse mehr auf die Bürger hören und einen Bürgerdialog anbieten. Deswegen werbe er für Vertrauen.
21.11 Uhr: Es geht um das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW). Bausewein wurde vom BSW angefragt, ob er sich vorstellen könne, von der SPD zum BSW zu wechseln. Bausewein sagt, dass es Gespräche gab, aber auch, dass er abgesagt habe. Es sei nie leicht, Sozialdemokrat zu sein. Aber dennoch habe er sich dafür entschieden, weiter in der SPD zu sein.
21.10 Uhr: Horn bezieht im Witzmann-Fall Gefühle und moralische Fragen mit ein, während Bausewein auf der rein rechtlichen Ebene argumentiert.
21. 08 Uhr: „Was würden Sie zu Frau Witzmann sagen?“ fragt der Moderator und gibt Bausewein somit die Möglichkeit, sich zu entschuldigen. Der lässt die Möglichkeit verstreichen. Das sei auch nichts, was man medial austrage, sagt Bausewein noch, bevor das Thema geschlossen wurde.
21.05 Uhr: „Wir müssen dazu kommen, mit Frau Witzmann eine Regelung zu erzielen und sie wieder in die Stadtverwaltung zu holen“, setzt sich Horn für die Gleichstellungsbeauftragte ein. „Es gibt Regeln“, sagt Bausewein. Und er sagt: „Wir haben für 400.000 Euro für ein Gutachten ausgegeben.“ Rechtlich habe es nichts gegeben zur Causa Montavon. Man müsse den Vertrag mit Montavon auflösen, aber das würde die Stadt teuer zu stehen kommen, sagt Bausewein. Er ist scharf in seinen Worten.
21.03 Uhr: Jetzt geht es um den Theaterskandal. Der sei medial instrumentalisiert worden, sagt Bausewein. Es geht um den Generalintendanten Guy Montavon. Dass dieser nicht gekündigt wurde, zeige auch, dass es arbeitsrechtlich nichts zu beanstanden gab. „Ich habe keine Fehler gemacht“ und „Ich habe mir nichts vorzuwerfen“, sagt Bausewein deutlich.
Zum Hintergrund: Am Theater Erfurt gibt es Vorwürfe der sexuellen Belästigung und des Machtmissbrauchs. Über Jahre hinweg wurden Fälle betroffener Personen an das Gleichstellungsbüro der Stadt Erfurt gemeldet. Im Herbst 2023 hat sich die damalige Gleichstellungsbeauftragte Mary-Ellen Witzmann an die Öffentlichkeit gewandt. Daraufhin wurde sie von der Stadt Erfurt entlassen.
21 Uhr: Bausewein nennt das Theater ein „defezitäres Geschäft“. Michael Plote, Thüringer Kulturjournalist hat bei Facebook kommentiert „Das tut weh“.
20:57 Uhr: Die Tatsache, dass Erfurt so eine attraktive Stadt sei, liege auch daran, dass es viele attraktive Angebote gebe. Bausewein lenkt das Thema vom Theater weg. Es ist nicht sein Lieblingsthema, da er hier in jüngster Vergangenheit viel Kritik einstecken musste.
20:55 Uhr: Wie viel Theater kann sich Erfurt leisten? Horn dazu: Man brauche ein Theater. Erfurt als Kulturstadt solle erhalten bleiben. Man habe auch ein Platzproblem. Viele Künstler hätten keine Ateliers oder Wohnungen, hier müsse man noch arbeiten.
20.50 Uhr: Tempo 30 Zonen. Hier wird Bausewein das erste Mal emotional und lauter. Er wisse, dass es den Wunsch nach Tempo 30 gebe, das funktioniere rechtlich nur nicht immer.
20.45 Uhr: Beide Kandidaten wollen ihre Standpunkte klarmachen und dem Gegenüber nicht das letzte Wort überlassen. Bausewein verliert sich manchmal in Erklärungen, Horn steigt jedoch darauf ein.
20.44 Uhr: Thema Verkehr. Wir haben viele Schlaglöcher, sagt Horn. Das sei ein großes Problem. Man müsse Gelder nicht in Straßenprojekte, sondern eher in Straßensanierungen stecken. Damit reagiert er auf die Projekte, die rund um die Clara-Zetkin-Straße im Gespräch stehen. Bausewein sagt, dass es bereits Straßensanierungen gebe. Das müsse man aber so machen, dass der Verkehr trotzdem fließt. Darauf reagiert er auf Kritik, die es zurzeit rund um die vielen Baustellen gibt.
20.40 Uhr: Die Kindergärten und Schulen seien zu sanieren, sagt Horn. Auch im Schulbereich brauche es Digitalisierung. Da dürfe man Sanierungsaufgaben nicht aufschieben. Was Schulen angeht, werde man eine Lösung finden, sagt Bausewein. Man brauche zwei neue Schulzentren und müsse auf neue Entwicklungen reagieren.
20.36 Uhr: Kurzer Zwischenstand: Bisher hat Bausewein rund 5 Minuten mehr geredet als Horn. Das Gespräch läuft seit 36 Minuten
20:35 Uhr: Thema Schulbau, da hapere es am Personalmangel, sagt Bausewein. Horn entgegnet, man brauche viel Zeit für Ausschreibungen, da müsse man schneller werden. Man müsse im Schulbau neue Wege denken. Wenn Horn redet, gestikuliert er viel, während Bausewein eher ruhig wirkt.
Gut zu wissen: In Thüringen geht seit Jahren die Zahl der Lehrerinnen und Lehrer an Regelschulen zurück. Im Schuljahr 2016/17 lag sie noch bei knapp 3.900 Pädagogen, im Schuljahr 2022/23 bei etwa 3.400. Für das Schulhalbjahr 2023/24 sind in Thüringen 653 Lehrerinnen und Lehrer unbefristet neu eingestellt. Seit Jahren macht der Lehrermangel Thüringen zu schaffen.
20:31 Uhr: Immer noch Thema Bau - Beide beharren darauf, dass sie recht haben.
20.29 Uhr: Man müsse Baugenehmigungsverfahren verkürzen, sagt Horn und zählt einzelne Schritte auf, die zu einer Verfahrenskürzung beitragen würden. Damit könne man schneller bauen können. Bausewein kontert. Nicht die Genehmigungsverfahren seien das Problem. Sondern dass private Investoren nicht mehr mit „einer schwarzen Null“ herausgehen würde. Bauen würde sich für die Investoren nicht mehr rentieren.
20:23 Uhr: Wir brauchen Wohnungen, sagt Bausewein. Da könne man viel machen, man sei aber auch auf Fördermittel angewiesen. Der Mietpreis sei auf einem zu hohen Niveau. Bausewein wiederholt sich. Neben Schulsanierung sei Wohnungsbau das Top-Thema der nächsten Jahre. Andreas Horn sagt, man müsse starken Druck auf das Land ausüben, um mehr bauen zu können.
20:19 Uhr: Bisher zeigt sich Andreas Horn agiler. Er kommt schneller auf den Punkt, macht seinen Standpunkt deutlich, während Bausewein weit ausholt, um sich zu erklären.
20:15 Uhr: Bausewein ist in Angriffslaune. Nur soziale Problemlagen könne keine Wahlergebnisse beeinflussen, sagt er bezogen auf die hohen AfD-Wahlergebnisse im Plattenbau. Nicht nur in Erfurt seien die AfD-Ergebnisse besonders hoch.
20:13 Uhr: Videoüberwachung ist auch ein Grundrechtseingriff, macht Horn deutlich. Bausewein hält dagegen. Er wiederholt, dass es eine Zunahme von Straftaten gab. „Du warst für diesen Bereich drei bis vier Jahre zuständig“, greift Bausewein Horn an.
20:10 Uhr: Beim Thema Sicherheit sagt Andreas Horn deutlich: Erfurt ist keine unsichere Stadt. Aber es gebe Orte, die seien in den vergangenen Jahren unsicherer geworden. Zum Beispiel der Erfurter Anger. Dort sei eine polizeiliche Videoüberwachung dringend notwendig und die würde auch kommen. Das Thema Sicherheit ist eines der Kernthemen von Horn.
Auch Andreas Bausewein sagt, dass Sicherheit besonders wichtig sei. Das sei auch nach allen Umfragen ein Thema, dass viele beeschäftige. Dennoch sei die Videoüberwachung nicht die Lösung aller Probleme, sagt Bausewein. Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass Andreas Horn in den vergangenen Jahren für das Thema Sicherheit zuständig sei.
Gut zu wissen: Der Erfurter Anger gilt als einer der gefährlichsten Orte im Land. Von Januar bis Mitte Oktober vergangenen Jahres wurden am Anger etwa 1.400 Straftaten erfasst, darunter viele Ladendiebstähle, aber auch Körperverletzungen und Drogendelikte. Deswegen soll der Anger in Erfurt noch in diesem Jahr eine Video-Überwachung bekommen.
20:06 Uhr: Andreas Horn will hingegen in die Zukunft schauen und sagt, dass es Erfurt in vielen Bereichen besser machen können. Beispielsweise bei dem Thema Schulen. Auch der Sicherheitsbereich sei eines seiner Kernthemen.
20.04 Uhr: Das Gespräch beginnt seicht. Andreas Bausewein bekommt Möglichkeit nochmal Bilanz zu ziehen. Erfurt sei die schönste Stadt, sagt er. Zudem gebe es großen Aufschwung in den Touristenzahlen. Dort habe Erfurt im vergangenen Jahr die Millionenmarke geknackt.
20 Uhr: Das Gespräch beginnt, moderiert wird es von unserem Reporter Markus Stelle. Links von ihm sitzt Herausforderer Andreas Horn (CDU), rechts von ihm Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD).
19.30 Uhr: Wir tickern heute aus den neuen Räumlichkeiten der Redaktion, denn Funke Medien Thüringen ist vom Stadtrand in die Erfurter Innenstadt gezogen. Wir sind jetzt am Juri-Gagarin-Ring 86 zu finden. In einer halben Stunde gehts los.

19 Uhr: In einer Stunde startet das Streitgespräch zwischen Amtsinhaber Andreas Bausewein und Herausforderer Andreas Horn. Beide wollen bei der Diskussion von sich überzeugen. Es verspricht, ein spannender Abend zu werden. Hatte der CDU-Kandidat und Dezernent Andreas Horn am 26. Mai für viele Beobachter doch überraschend die erste Runde der Oberbürgermeisterwahl gewonnen. Er kam auf 28,4 Prozent, Andreas Bausewein auf 22,7 Prozent.
Die Kandidaten im Überblick:
Andreas Bausewein (Jahrgang 1973) ist amtierender Oberbürgermeister der Stadt Erfurt und kandidiert für die Wahl 2024 erneut für die SPD. Er ist seit 2006 im Amt und wurde bisher zweimal wiedergewählt und ist 18 Jahre im Amt. Nach einer Ausbildung zum Elektroinstallateur studierte er zunächst an der Fachhochschule Erfurt und später an der Universität Erfurt Sozialpädagogik. Im Falle einer erneuten Wiederwahl wäre der am längsten amtierende Oberbürgermeister der Stadt Erfurt.
Andreas Horn (Jahrgang 1974) studierte nach seinem Abitur Rechtswissenschaften in Jena. Danach arbeitete er unter anderem als selbstständiger Rechtsanwalt in einer Kanzlei. Horn ist seit 2019 Beigeordneter für Sicherheit und Umwelt der Stadt Erfurt. Am 27. Oktober nominierten ihn 84 der 86 stimmberechtigten Mitglieder des Kreisverbandes der Erfurter CDU als Oberbürgermeisterkandidaten für die Stadt Erfurt.
Diskussion im Live-Stream
Unsere Redaktion bietet am Donnerstagabend allen Erfurterinnen und Erfurtern die Gelegenheit, sich noch einmal einen Eindruck von den Kandidaten zu machen. Auf Einladung unseres Hauses stellen sich beide Politiker aktuellen Fragen zur Kommunalpolitik und zu brennenden Problemen in Erfurt. Als Livestream auf unserer Webseite sind ab 20 Uhr die Kandidaten in einem Streitgespräch zu erleben, das unser Reporter Markus Stelle moderieren wird.
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Für alle Zuschauerinnen und Zuschauer besteht somit die Möglichkeit, kurz vor dem Wahlsonntag noch einmal herauszufinden, wofür die Bewerber bei den einzelnen Themenbereichen stehen. Das Sprektrum reicht dann weit gefächert von der Sicherheit in der Stadt über Kultur bis zur Stadtentwicklung.
Sicherheit ist das Wahlkampf-Thema beider OB-Kandidaten
Allein diese Punkte bergen schon einige Brisanz. So war die Sicherheit – etwa mit der Forderung nach Videoüberwachung auf dem Anger – stets ein bevorzugtes Thema von Andreas Horn, was auch das zentrale Aufgabengebiet des von ihm verantworteten Dezernates im Rathaus ist. Gerade als es langsam auf die Wahl zuging, benannte aber auch OB Bausewein die Sicherheit als zentrales Element seiner Kampagne. Wer kann hier im Gespräch am meisten punkten?
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Wie werden sich die beiden Kontrahenten im Gespräch geben? Die erste Überraschung ob des mit 28,4 Prozent Stimmenanteil großen Erfolges von Horn im ersten Wahlgang, dürfte Bausewein (22,7 Prozent) verdaut haben, auch die große Euphorie des Wahlabends bei Sieger Horn könnte einer Anspannung gewichen sein, mit der der CDU-Politiker auf den Sonntag blickt. Unabhängig von allerlei direkter oder verkappter Wahlempfehlungen entscheiden doch am Sonntag die Erfurter Wahlberechtigten, wer künftig die Geschicke der Stadt führen wird.
Zugang zum Live-Gespräch
Um die Live-Debatte zu verfolgen, bedarf es einzig eines Internet-Zugangs. Ob auf dem Rechner, Handy oder Tablet. Über unsere Internet-Seite und den Erfurt-Kanal wird es am Donnerstagabend direkt den Zugang geben. Der Stream ist kostenlos, um jedem eine Möglichkeit zu bieten, sich von den Kandidaten ein Bild zu machen.
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