Erfurt. Was gehört zu einer Stadt dazu, in der es sich schön leben lässt? Die Kandidaten der Erfurter Oberbürgermeisterwahl halten Antworten bereit.

Wie wollen die fünf Männer und eine Frau die Stadt Erfurt im Falle ihrer Wahl voranbringen? Was ist Kern der politischen Ziele? Vor der Wahl des neuen Stadtoberhauptes macht unsere Zeitung den Themen-Check, fragt auch in den kommenden Tagen nach. Nach der Sicherheit in der Stadt und Ideen, wie die Erfurter Ämter bürgerfreundlicher werden können, geht es nun weiter. Die Frage an die Kandidatin und die Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters ist daher: Wie wird Erfurt für alle Menschen lebenswert?

David Maicher (Bündnis 90/Die Grünen):

„Mit der Stärkung des Stadtgrüns und insbesondere mehr Bäumen können wir Erfurt weiter aufwerten. Mehr Schattenplätze und mehr Bänke zum Verweilen sind ein wesentlicher Faktor für mehr Aufenthaltsqualität. Außerdem braucht es mehr Flanierbereiche. Eine autofreie Lange Brücke könnte z.B. ein Anfang sein, auch um die dortigen Gewerbetreibenden zu stärken. Schließlich muss auch im Bereich Barrierefreiheit mehr passieren, damit mobilitätseingeschränkte Personen oder Familien mit Kinderwägen sicher ans Ziel kommen. Auch Inklusion darf nicht nur ein Lippenbekenntnis sein. Wichtig ist auch, Rassismus und Diskriminierung konsequent entgegenzutreten und Vielfalt zu fördern. Dazu ist eine von der Stadtspitze gelebte Willkommenskultur unabdingbar.“

Andreas Horn (CDU):

„In einer Zeit, in der die Gesellschaft auseinanderdriftet, möchte ich für Erfurt ein neues Miteinander schaffen. Der Seniorenpass unterstützt die älteren Menschen und bekämpft somit Einsamkeit. Junge Menschen erhalten durch sanierte Schulen und Kindergärten endlich die Bedingungen, die sie verdienen. Die freie Kulturszene, zukunftsfähige Museen und attraktive Stadtfeste stiften ein Erfurt-Gefühl. Egapark, Zoopark und der Petersberg sind Orte der Begegnung und Entspannung. Der Anger erhält eine zusätzliche Begrünung. Regelmäßig machen wir an Aktionstagen unsere Stadt sauber.“

Andreas Bausewein (SPD):

„Zunächst sollte man festhalten, Erfurt ist schon jetzt die lebenswerteste Großstadt in diesem Land. Um sie noch besser zu machen, setzen wir hier u.a. auf eine konsequente Umsetzung der UN Behindertenrechtskonvention, einen Fokus auf Integration z.B. durch unsere hervorragende VHS, den Erhalt und die Ausweitung von Grünflächen sowie ein Bekenntnis zum Bestand der Kleingartenanlagen als grüne Oasen der Erholung. Großes Potential sehe ich in der Entwicklung der Erfurter Seen und der Entwicklung der Erfurter Sportlandschaft insbesondere im Breitensport, egal ob vereinsgebunden oder individuell.“

Stefan Möller (AfD):

„In dem genau hingeschaut wird, wer schutz- und förderwürdig ist: Das sind nicht unbedingt diejenigen, mit denen Sozialverbände das meiste Geld verdienen können oder die in eigenen Interessenverbänden lautstark vertreten werden. Arbeitnehmerfamilien fallen beispielsweise statistisch aufgrund ihres Einkommens oft nicht unter die Armutsdefinition. Aber gerade sie haben es wegen der hohen Belastung mittlerer Einkommen und der politisch erzeugten Inflation der letzten Jahre besonders schwer, sich die Freizeitangebote und Dienstleistungen unserer Stadt leisten zu können.“

Matthias Bärwolff (Die Linke):

„Eine hohe Lebensqualität zeichnet sich durch bezahlbare öffentlicher Dienstleistungen, gute Schulen und ein breites Angebot für Kultur und Freizeit aus. Dazu gehört die Sanierung und Weiterentwicklung des Zoopark, der Museumslandschaft, ebenso wie unserer Grünflächen. Die Stadt für Alle braucht aber auch Wohnraum, den sich die Mehrheit leisten kann; die Stadt für Alle bietet Mobilität für alle zu bezahlbaren Preisen an; die Stadt für alle setzt auf ihre Bürger, nicht nur auf Investoren. Die Stadt für alle lädt ein zu Diskussion und Mitbestimmung. Die Stadt für alle lässt keinen zurück.“

Jana Rötsch (Mehrwertstadt):

„Erfurt ist lebenswert! Durch konsequentes Ersetzen aller Straßenbäume haben wir es in kurzer Zeit geschafft, die Lebensqualität weiter zu erhöhen. Durch den Rückbau der Stauffenbergallee zu einer einspurigen Straße konnte die freie Fahrbahn in den Stauffenberg-Park umgewandelt werden. Auch der Flutgraben wurde zugänglicher, Kiosks entstanden und die „grüne Lunge“ dient als Aufenthaltsort. Wir haben ausreichend Trinkbrunnen, öffentliche Toiletten und schattige Plätze, die zum Verweilen einladen. Beteiligung und ein soziales Miteinander sind keine Phrasen, sondern gelebte Praxis!“

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